Ebelsbach
Konzert

Harfenklänge und Engelsbotschaft

In Ebelsbach verbreiteten drei Chöre, Solisten und Instrumentalisten in der St. Magdalenenkirche besinnliche Weihnachtsstimmung. Damit vorbei war es erst beim lautstarken Applaus der Besucher.
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Als Meisterin ihres Faches zeigte sich Maria Theresa Freibott an der Harfe. Fotos: Günther Geiling
Als Meisterin ihres Faches zeigte sich Maria Theresa Freibott an der Harfe. Fotos: Günther Geiling
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"Und plötzlich war da eine große Schar von Engeln, die Gott lobten und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade." So klang es in lateinischer Sprache beim Weihnachtsoratorium in der St. Magdalenenkirche in Ebelsbach. Und eine ähnliche Stimmung zauberten am dritten Adventssonntag drei Chöre, Streicher, Oboen, Orgel-Continuo und Harfe unter Leitung von Regionalkantor Johannes Eirich.

Im Mittelpunkt des großen Konzertabends stand das Weihnachtsoratorium "Oratorio de Noel" des französischen Komponisten Camille Saint Saens, das 1858 entstand. Das Werk geht nicht mit dem Auftrumpfen von Pauken und Trompeten einher wie üblich bei den Barockkomponisten, sondern setzt musikalisch auf das Kontemplative, Besinnliche.
Eine reizvolle Alternative also, bei der die Bläser nahezu fehlen, dafür aber neben den Streichern verstärkt Harfe und Orgel zum Einsatz kommen.

Ein großes Ganzes

Und genau diese wunderschöne, melodische Musik wurde in Ebelsbach von allen Beteiligten auf exzellentem Niveau geboten. Das galt schon für den ersten Satz des "Prelude" und den folgenden Text aus dem zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums, in denen es um die Hirten auf dem Feld ging. Bei der Komposition von Saint Saen wird diese Stelle von den Solisten abwechselnd mit dem Chor vorgetragen.

Johannes Eirich war es wieder einmal gelungen, hierzu die Chöre St. Kilian und den Jugendchor Haßfurt sowie den Magdalenenchor Ebelsbach zu einem großen Ganzen zu vereinen, aus dem die Stimmen der Solisten herausstachen. Dies galt schon bei de "Engelsbotschaft" , die der Komponist einem Solistenquartett aus Sopran, Alt, Tenor und Bariton anvertraute.

Den Auftakt machte dabei Sopranistin Sabine Zimmermann, welche die hohen Töne mit Leichtigkeit, Klangglanz und Anmut erreichte. Die gebürtige Haßfurterin Jutta Schubert-Friese stimmte dazu mit ihrer Altstimme in überzeugender Weise ein. Als Meister ihres Faches präsentierte sich hierzu Tenor Sebastian Köchig, der am Staatstheater in Nürnberg zu hören ist und auch schon beim Mozartfest in Würzburg auftrat. Dazu harmonierte der Bass Volker Jörg.

Die Solisten und Mitwirkenden aus den Chören zeigten sich als Einheit mit dem kleinen Streichorchester und im Zusammenspiel mit Orgel und Harfe. So gab es auch schon während des Konzertes einige Male Applaus. Nach der Engelsbotschaft klangen auch die übrigen acht Sätze des kleinen Oratoriums sehr abwechslungsreich.

Preisträgerin auf der Bühne

Vor allem auch die mehrfach herausragend eingesetzte Harfe trug zu dieser idyllischen Stimmung bei und schuf eine ausgesprochen elegante Klangfarbe. Maria-Theresa Freibott (22), die schon im Alter von acht Jahren begonnen hatte, dieses Instrument zu erlernen, war mehrfach Preisträgerin von "Jugend musiziert" und machte bereits mit Gastspielen im Ausland auf sich aufmerksam. Und dies alles wurde auch in Ebelsbach deutlich, etwa beim Duo "Benedictus, qui venit in nomine Domini" für Sopran und Bariton mit der Harfe.

Dass Johannes Eirich es versteht, seine Chöre immer wieder zu Höchstleistungen zu führen, zeigte dieses Konzert ganz deutlich. Der Jugendchor bot mit Begleitung von Klavier und Flöte Adventslieder wie "da wohnt einen Sehnen tief in uns" oder "In der Nacht von Bethlehem" und bereicherte den Abend mit neuen geistlichen Liedern.
Ein tolles Klangvolumen in den Kirchenraum zauberte dann Maria Theresa Freibott mit ihrer Harfe und dem Solostück "La Source", für das sie großen Beifall bekam.

Im zweiten Teil des Konzertabends standen Kompositionen von John Rutter auf dem Programm, dessen Name schon zu einem Synonym für die Weihnachtszeit geworden ist. Viele Weihnachtslieder, die der heute 66-jährige geschrieben hat, erlangten Weltruhm. Stehender Schlussapplaus war die Belohnung für alle Mitwirkenden.

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