Hainert
Bürgerversammlung

Hainerter wollen weiter den See nutzen

Die anstehende Verpachtung des Sees beschäftigt einige Einwohner. Ein Thema war auch die Straßensanierung zwischen Hainert und Wonfurt.
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Der See in der Dorfmitte von Hainert soll an einen Bürger aus Knetzgau neu verpachtet werden. Problem der Hainerter: Sie möchten den See gerne in "eigener Hand" wissen. Jetzt sucht man einen Kompromiss, denn die Hainerter wollen hier weiter feiern und auch Schlittschuhlaufen dürfen.  Fotos: Christiane Reuther
Der See in der Dorfmitte von Hainert soll an einen Bürger aus Knetzgau neu verpachtet werden. Problem der Hainerter: Sie möchten den See gerne in "eigener Hand" wissen. Jetzt sucht man einen Kompromiss, denn die Hainerter wollen hier weiter feiern und auch Schlittschuhlaufen dürfen. Fotos: Christiane Reuther
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Die Verpachtung des Sees in Hainert liegt den Bürgern des Knetzgauer Gemeindeteils schwer auf der Seele. Dies kristallisierte sich bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend heraus. Eingangs informierte Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus gut 50 Zuhörer ausführlich über Projekte im Gemeindebereich.

Neben dem Sachstandsbericht über die Sanierung der Schule - der Neueinzug soll in die Faschingsferien 2017 fallen - war es Paulus ein Anliegen, über die Grünschnittpflege zu reden. Bauhofleiter Bastian Hümmer hat nämlich in einem Kataster verzeichnet, dass es, so Paulus, unvorstellbar viele Einzelflächen an gemeindlichen unbefestigten Flächen innerhalb und außerhalb der Ortschaften gibt. Es sei, meinte Paulus, unmöglich, alle Grünflächen regelmäßig zu mähen - und aus seiner Sicht in Bezug auf die Umwelt auch gar nicht nötig. Paulus möchte das Thema im Gemeinderat ansprechen, um die bisherige Handhabung zu ändern.


"Schwere Kost"

Die Neuverpachtung des Sees in der Dorfmitte von Hainert ist für viele Einwohner des Knetzgauer Gemeindeteils "schwere Kost". Seit 50 Jahren ist der See in den Händen der Familie Böhner, wie der bisherige Pächter Alexander Böhner erklärte. "Wir haben das Thema um die Neuverpachtung verschlafen", gesteht Böhner ein. Und offensichtlich nicht gedacht, dass die Gemeinde so schnell handelt.

Die Verpachtung wurde offiziell in den Gemeindenachrichten ausgeschrieben, und Georg Mayer aus Knetzgau hat sich beworben. Er ist, wie er persönlich in der Bürgerversammlung erklärte, der günstigste Anbieter und rechnet mit einem Zuschlag. Die Gemeinde möchte den See ökologisch aufwerten, wozu Mayer gerne bereit ist. Ansprechende Ufergestaltung, Maßnahmen zum Algenstopp, Verbesserung der Wasserqualität sind nur einige von Mayers Vorschlägen. Das Problem liegt darin, dass die Hainerter den See für diverse Freizeitangebote lieber in "eigener Hand" hätten. Die Angst sei da, bei einer Fremdverpachtung den See nicht mehr uneingeschränkt, etwa zum Schlittschuhlaufen oder als Festplatz bei Feierlichkeiten nutzen zu können, hieß es. Ein Kompromiss soll die Vorstellungen der Hainerter mit denen des neuen Pächters nun unter einen Hut bringen.

Ein Thema ist für die Hainerter auch die Sanierung der maroden Gemeindestraße nach Wonfurt. Für eine Sanierung haben sich die Gemeinden Knetzgau und Wonfurt ausgesprochen. Der Unterbau bleibt erhalten. Im Bereich der Brücke ist Vollausbau notwendig. Die Baukosten für die knapp drei Kilometer werden auf 1,7 Millionen Euro geschätzt, anteilsmäßig auf beide Kommunen verteilt. Gefördert wird die Maßnahme, die 2018 oder 2019 beginnen soll, mit 60 Prozent.


Bescherung bei Starkregen

Stefan Paulus informierte zudem über das Rückhaltebecken oberhalb der Katharinenstraße. Es lief beim letzten Starkregen über. Das Becken wurde laut Bürgermeister zwischenzeitlich entbuscht und ausgebaggert. In der Versammlung klang an, dass der verrohrte Überlauf des Beckens vorsätzlich mit einem Holzklotz verschlossen worden sei. Dem widersprach ein Anlieger vehement. Die Verstopfung sei, meinten Diskussionsteilnehmer, durch Sträucher verursacht. "Wir saufen im Sommer regelmäßig ab", beschwerte sich Gerhard Buhlheller, der zudem den Friedhof ansprach und dabei Marco Werner dankte, der maßgeblich für den Ausbau der Wege zuständig war. Buhlheller erkundigte sich nach der Bereitstellung von Urnengräbern.

Bei weiteren Wortmeldungen ging es um den künftigen Verwendungszweck der alten Schule nach dem Auszug der Schulkinder. Momentan sind während der Sanierung der Dreiberg-Schule in Knetzgau Auslagerungsklassen untergebracht. Das Gebäude könnte laut Bürgermeister als Gemeindehaus genutzt werden. Aber auch die Grünschnitt-Entsorgung bewegte die Gemüter. Der Geruch der Kompostanlage im Hainerter Wald sei kaum erträglich, schimpften einige Bürger. "Entweder riechen wir Schweine oder Kompost", ärgerte sich eine Besucherin. Dass es Geruchsbelästigung gibt, sei ihm neu, entgegnete der Bürgermeister; er will der Sache nachgehen.

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