Eltmann
Honigerzeugergemeinschaft

HEG kommt gut bei den Imkern an

In Eltmann gibt es eine für viele Imker bedeutende Einrichtung - deren Mitgliederzahl stetig wächst.
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Bei der Prüfung des eingehenden Honigs: Peter Heilmann, Willi Spörlein mit dem Honigrefraktometer, Geschäftsführerin Simone Machinek und Bürgermeister Michael Ziegler Foto: Günther Geiling
Bei der Prüfung des eingehenden Honigs: Peter Heilmann, Willi Spörlein mit dem Honigrefraktometer, Geschäftsführerin Simone Machinek und Bürgermeister Michael Ziegler Foto: Günther Geiling
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Die Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland sitzt in Eltmann. Kaum jemand kennt sie. Und doch wuchs die Zahl der Mitglieder in den letzten drei Jahren von 1320 auf 1508 - darunter immer mehr Frauen. "Damit sind wir nun die größte Honigerzeugergemeinschaft in ganz Deutschland", freut sich die Geschäftsführerin der Honigerzeugergemeinschaft Eltmann, Simone Machinek, bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt Eltmann, Michael Ziegler.
Bei der Führung durch die Lagerhallen im Industriegebiet von Eltmann wies Geschäftsführerin Machinek auf die Bedeutung der Honigerzeugergemeinschaft für die Imker hin. "Die HEG gibt es nun seit 40 Jahren, und wir haben uns hier einen besonderen Namen unter den Imkern gemacht. Wir haben einen guten Ruf. Das ist uns auch wichtig, denn entweder man setzt sich von anderen ab oder nicht. Es gibt auch andere Erzeugergemeinschaften, bei denen die Anlieferer abwandern", meinte sie.
Unter den Mitgliedern befinden sich rund 150 Berufsimker. Sie haben bis zu 1000, vereinzelt sogar bis zu 1500 Bienenvölker. Die HEG ist bundesweit tätig und hat Mitglieder in Ostfriesland, im Schwarzwald, Niederbayern, dem Chiemseegebiet oder auch in Weimar. Die große Mehrheit der Imker hat wenige Völker, manche nur ein oder zwei. Sie alle aber finden Rückhalt in der Erzeugergemeinschaft, die Vorteile ermöglicht bei Verkauf und Kauf von Honig oder Zubehör für die Imkerei. "Wir versuchen einfach, auch preislich für unsere Mitglieder das Beste herauszuholen."
Bürgermeister Ziegler freute sich über diesen Aufwärtstrend. Die HEG Eltmann sei ein Aushängeschild für die Imkerei und den Honig, aber auch für die Stadt Eltmann; sie mache Eltmann in ganz Deutschland bekannt - beispielsweise schon durch die Mitgliederversammlung in der Stadthalle von Eltmann. Auch das Lager in Eltmann werde ja von den Imkern öfter aufgesucht, um ihren Honig abzuliefern und sich mit Notwendigem einzudecken.
In diesem Zusammenhang betonte Geschäftsführerin Machinek, dass die deutschen Imker nur 20 Prozent des Honigbedarfs abdecken. 80 Prozent werden aus dem Ausland eingeführt.
Die Anlieferung nach Eltmann erfolgt durch die Imker in Eimern, Großimker liefern auch in Fässern. Alles wird geprüft. Dazu dient laut der Geschäftsführerin ein Honigrefraktometer. Es zeigt den Wassergehalt an. Und das ist notwendig, weil das hochwertige Lebensmittel nach der deutschen Honigordnung einen Wassergehalt von 20 Prozent nicht überschreiten dürfe. Wenn der Honig in Ordnung sei, komme er in den Verkauf. Von jeder Charge wird ein Rückstellglas einbehalten.
Die Eltmanner Einrichtung vermarktet den Honig dann in Großgebinden an drei Großabfüller in Deutschland: Die holen die Kostbarkeit mit 40-Tonnern ab. Viele Imker kauften hier auch Honig für ihren Verkauf zu Hause oder auf Märkten dazu. Das mache den Sinn einer Genossenschaft aus. Vielleicht ist es also nicht immer der eigene Honig, immer aber deutscher Honig. Das Honiglager ist aktuell ziemlich ausgeräumt, meinte die Geschäftsführerin. Die Honigernte laufe erst an, das kühle Wetter verzögerte sie um drei Wochen.


Gestiegener Honigpreis

"Wir haben schon 400 Tonnen Honig im Jahr vermarktet, im letzten Jahr sind es aber nur knapp 200 Tonnen gewesen, berichtete Simone Machinek", die sich andererseits freute, dass dadurch ein besserer Honigpreis zu erzielen war. Der war schon bei 3,60 Euro, stieg aber auf gut 5,20 Euro. In Eltmann kommt eine große Auswahl zusammen: Blütenhonig, Wald-, Tannen oder Akazienhonig. Zwölf Tonnen Bienenwachs wurden vermarktet. Die HEG bietet alles an, von der Begattung und dem Kennzeichnen der Königinnen über Zuchtmaterial, Bienenfutter, Rührpropeller, Entdeckelungswalzen bis hin zu Smokern, Imkerpfeifen, Gläsern und Verpackungsmaterialien.
Geschäftsführerin Machinek legt Wert darauf, Produkte aus heimischer Erzeugung anzubieten: "So arbeiten wir in letzter Zeit mit den Rummelsberger Werkstätten in Hiltpoltstein zusammen, die für uns Holzrähmchen produzieren. Früher haben wir die immer aus Rumänien eingeführt, nun ist eine komplette Werkstatt mit zwölf Behinderten nur für uns beschäftigt und fertigte aus heimischem Holz im letzten Jahr 18 000 Rähmchen." So kommt der Imkershop auf einen Umsatz von gut 500 000 Euro; im Honigbereich kommt man auf gut 880 000 Euro Umsatz.
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