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Ebern
Handwerk

"Gütesiegel par excellence"

Die Schreiner-Meisterschule Ebern verabschiedete mit einer Zeugnisfeier und einer Ausstellung den Kurs 63.
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"Na, was meint ihr zu diesem Meisterstück?" wird wohl die Frage vor diesem Sekretär in Eiche auf Metall von Lukas Zimmer lauten.
"Na, was meint ihr zu diesem Meisterstück?" wird wohl die Frage vor diesem Sekretär in Eiche auf Metall von Lukas Zimmer lauten.
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22 junge Schreiner erhielten am Sonntag in Ebern ihre Fachschulzeugnisse als erfolgreiche Absolventen der Schreinermeisterschule Ebern und dürfen nun den Titel "Schreinermeister" tragen.
"Immerhin ein Drittel der Unternehmen sucht nicht nur einen Meister, sondern am liebsten einen sprechenden Schreinermeister. Jedem Absolventen stehen rechnerisch mehr als zwei Stellenangebote zur Verfügung. Das unterstreicht ihre gute Arbeitsmarktperspektive." Dies sagte Schulleiter Oliver Dünisch bei der Feierstunde für die Absolventen des 63. Meisterkurses und der damit verbundenen Ausstellung der Meisterprüfungsobjekte.
Laut Schulleiter Dünisch ist die Meisterschule Ebern seit 33 Jahren Bestandteil der Eberner Schullandschaft, in der er von einem guten und konstruktiven Miteinander aller Eberner Schulen sprechen könne.


Die Geldgeber

Das finanzielle Wohl der Fachschule liege beim Schulträger, der Regierung von Unterfranken, und den Mitgliedern des Zweckverbandes in guten Händen. Das werde aktuell durch die Bereitschaft untermauert, in den kommenden Jahren verstärkt in die Modernisierung des Schulgebäudes und die zeitgemäße Anpassung der Wohnheimsituation zu investieren. Es gäbe aber dennoch das eine oder andere, was ohne großzügige Förderung von außen nicht realisierbar wäre. Dabei erwähnte er mehrere Unternehmen sowie den Familien- und Freundeskreis des Absolventenkurses.

Dünisch ging auf einen Artikel mit der Überschrift "angenehmer leben mit Unwissen" ein und stellte die Frage, ob so ein Beitrag gar der Abschaffung von Schulen das Wort rede. Alle derzeit bekannten Daten belegten aber deutlich, dass das im Rahmen einer Meisterausbildung erworbene Wissen und die Qualifikationen zu einer deutlichen Verbesserung der beruflichen und damit häufig einhergehenden persönlichen Lebenssituation führe.


Bewerberzahl stagniert

Neue Verantwortungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, geringes Risiko des Arbeitsplatzverlustes, die Führung eines eigenen Unternehmens, die Ausbildung angehender Schreiner, steigendes Einkommen und Zugang zum Hochschulstudium - all dies "sind weithin bekannte Argumente und dennoch stagniert der Anteil der Schreinerinnen und Schreiner, die sich als Meisterin/Meister weiterqualifizieren seit Jahren bei niedrigen vier bis sechs Prozent", meinte der Schulleiter.

Angenehmer leben mit Unwissen? Die Absolventen hätten sich anders entschieden und den sicherlich nicht immer einfachen Weg der Weiterqualifizierung über die Wissenserweiterung durch Bildung gewählt. "Ich freue mich sehr, dass sie diesen Weg nun sehr erfolgreich abschließen konnten und gratuliere ihnen zum Abschluss ihrer Fachschulausbildung sowie zum Bestehen der Meisterprüfung im Schreinerhandwerk", sagte Dünisch.
Er ging auch den Erwartungen nach, welche zukünftige Arbeitgeber hätten und fragt, was für den beruflichen Erfolg im Vordergrund stehe. "In branchenübergreifenden Untersuchungen deckten sich die Einschätzungen hierzu von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in erstaunlicher Weise. "Neben IT-Kompetenz, Teamfähigkeit und Entscheidungsfreude, stehen Belastbarkeit und Problemlösungskompetenz ganz oben auf der Liste der Faktoren, die beruflichen Erfolg ausmachen. Kurz gesagt: Gesucht sind belastbare Problemlöser! Sie sind damit dem Ziel, belastbare Problemlöser zu sein, ein ganzes Stück nähergekommen."


Sehr gefragt

"Meister sein" decke offensichtlich bereits eine Vielzahl der sonst häufig explizit genannten Anforderungen in Stellenangeboten ab und der Meister sei weiterhin "ein Gütesiegel par excellence". So gingen in den vergangenen zwölf Monaten an der Schreinermeisterschule in Ebern 85 Stellenangebote ein. Im gleichen Zweitraum hätten 41 Absolventen die Fachschule in Ebern erfolgreich abgeschlossen, so dass jedem Absolventen rechnerisch mehr als zwei Stellenangebote allein durch Schulaushang zur Verfügung stünden.

Von den 22 Absolventen waren mit Dominique Grumbach, Ebern, sowie Alexander Heppt, Haßfurt-Sylbach, zwei aus dem Landkreis Haßberge. Acht kamen aus den fränkischen Bezirken, aber auch aus anderen Teilen Bayerns und einige aus Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen oder gar Brandenburg.
Die frisch gebackenen Meister präsentierten in einer Ausstellung den Gästen, aber auch ihren Familien die unterschiedlichsten "Meisterprojekte", die vom Sideboard, über den TV-Hängeschrank bis hin zum Schreibtisch oder Sekretär reichten. Damit demonstrierten sie aber ihre Leistungsfähigkeit mit einem zeitgemäßen Design, das teilweise noch versteckte technische Details in den Schubern oder hinter Türen sichtbar werden ließ.
Zu den Gratulanten an diesem Tag gehörten auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) sowie der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, Walter Heußlein.

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