Steinbach
Freizeit

Golfen in Steinbach ist auch ein Werbeträger

Der Landrat und mehrere Bürgermeister testeten den Sport auf der Anlage in Steinbach. Das Spiel mit dem kleinen Ball hat auch Bedeutung für den Tourismus und als weicher Standortfaktor für die Wirtschaft im Landkreis Haßberge.
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Dass Dieter Möhring früher schon golfte, sah man schnell. Landrat Wilhelm Schneider (von rechts) checkt noch die Abschlagtechnik.
Dass Dieter Möhring früher schon golfte, sah man schnell. Landrat Wilhelm Schneider (von rechts) checkt noch die Abschlagtechnik.
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Der Golfplatz in Steinbach ist ein Pfund, mit dem der Kreis Haßberge wuchern kann - in der Tourismuswerbung ebenso wie bei der Anwerbung von qualifizierten Fachkräften. Dass der Golfclub sich gerne intensiver in solche Werbeaktivitäten einbringen möchte, das machten die Vorstandsmitglieder deutlich, die kürzlich Landrat Wilhelm Schneider, die Bürgermeister sowie Susanne Volkheimer als zuständige Tourismus-Fachfrau zum Schnuppergolfen eingeladen hatten.

Für Günther Werner (Haßfurt) war es eine gute Gelegenheit, den etwas angestaubten Golf-Trolley wieder mal zum Einsatz zu bringen. Seit er Bürgermeister der Kreisstadt ist, blieb für Golf keine Zeit mehr. Auch Dieter Möhring (Aidhausen) hat früher gegolft - rein dienstlich. Als Offizier bei der Bundeswehr gehörte Golf zu den Treffen mit den amerikanischen Kollegen dazu. "Früher mal, in Amerika" hat Wolfram Thein (Maroldsweisach) gegolft, und auch Holger Baunacher (Wonfurt) hatte an der Driving Range schnell den Bogen raus. Schon vor der Wahl zum Bürgermeister kam ihm aus beruflichen Gründen die Zeit für das Golfen abhanden.

Man dürfe aber Golf nicht nur als zeitintensiven Sport sehen, so Hans-Joachim Brandt (Zeil), der als Gründungsmitglied den im Jahre 2000 gegründeten Golfclub vorstellte. Der Platz wurde 2003 fertig. Eine halbe Million Euro Betriebskosten müssen jedes Jahr geschultert werden, für einen geregelten Betrieb hat der Club elf Angestellte. Der höchste Aufwand fließt in das Greenkeeping, die Platzpflege.

Er selbst schöpft, wie er sagte, trotz eines zeitintensiven Berufs viel Kraft aus dem Golfspiel, denn man werde gezwungen, sich zu konzentrieren, und "ein bisschen Demut" gehöre auch dazu. Entspannung beim Golf, das müsse nicht gleich ein Spiel über 18 Löcher bedeuten - was dann natürlich einige Stunden dauert. Schließlich läuft man dann auch in Steinbach rund zehn Kilometer. Außerdem sollte man sich ab und an Zeit nehmen, die atemberaubenden Ausblicke zu genießen, die die weitläufige Anlage bietet. Den Blick hinüber auf seine Stadt genoss auch Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler, der zugibt, keine Sportskanone zu sein. "Wenn, dann schwimme ich", erklärte er, traf aber dann doch den Ball zum Abschlag.

"Ich bin der einzige mit Golfhemd", wies Willi Sendelbeck (Rentweinsdorf) auf das Muster seiner Oberbekleidung hin. Ließ sich erst mit dem Golf-Kart über die Anlage fahren, stieg ab und puttete ein, als hätte er jahrelange Routine.

Helmut Gemeinhardt erläuterte die neue Struktur beim Golfclub, der sich von der Präsidentschaft verabschiedet hat. Er selbst, Frank Wunderlich und Andre Rothe bilden jetzt die Vorstandschaft. 600 Mitglieder habe der Club, der sich nicht elitär abschotten will, sondern offen ist, auch für Spaziergänger, die allerdings unbedingt auf den Wegen durch die Anlage bleiben und ein bisschen Acht geben müssen. Sehr erfreulich sei auch, dass die Club-Gastronomie sehr gut auch von Gästen angenommen wird.

"Wir sind hier der Schmelztiegel des ganzen Landkreises und wollten Ihnen zeigen, welches Kleinod hier liegt", so Helmut Gemeinhardt. Der Golfclub wolle sich stärker in das Tourismuskonzept des Landkreises einbinden. Schließlich lockt der Platz viele Gast-Golfer.

Frank Wunderlich erläuterte, dass auf dem Platz pro Jahr 50 bis 60 Turniere gespielt werden. Sportlich sei man gut aufgestellt mit einer Damen- und einer Herren-Mannschaft, ferner mit Mannschaften im Junioren- und Jugend-Bereich und einer "Top 40 Mannschaft". Neuer Trainer ist der Profi Jamie Ballantine aus Schottland. Er war vorher in der Oberpfalz und in der Schweiz tätig und hat sich über dem Maintal, zwischen Haßbergen und Steigerwald bereits gut eingelebt. Immer samstags lädt er zum Kinder- und Jugendtraining ein und jeden Samstag von 15 bis 16 Uhr ist Schnuppergolf für jedermann (Anmeldungen dafür immer bis Freitag vorher unter Telefon 09522/7085500).

Dank Tagen der offenen Tür und Golferlebnistagen wird der Club zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Auch wohltätig engagiert sich der Golfclub, etwa mit dem Turnier zugunsten der Kinderkrebshilfe.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) zeigte sich überzeugt, dass der Golfclub in den Bürgermeistern wertvolle Multiplikatoren gewinnen konnte. Der Platz sei "eine echte Perle des Landkreises" und ein guter Werbeträger. Wenn es um Betriebsansiedlungen und die Suche nach Fachkräften geht, dann zählten oftmals gerade die "weichen Standortfaktoren" und dazu gehörten die Freizeitmöglichkeiten. "Ich glaube gern, dass man bei diesem Sport entspannen kann, wenn man die Technik beherrscht", meinte er nach den ersten eigenen Versuchen, Aber vorerst wird er selbst wohl doch eher Läufer bleiben, wenn er zwischen den dienstlichen Terminen Zeit für Sport hat.





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