Eltmann
Schülerfirma

Gewinnkonzept in Beton gegossen

"Simply Grey" nennt sich ein "Start-up", mit dem Schüler der "Wallburg-Realschule" Eltmann bereits beachtlichen Erfolg haben.
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Das "Team" und die Mitarbeiter der Schülerfirma "SimplyGrey" mit den Betreuungslehrern Susanne Müller (links) und Manuel Fischer (2. Von rechts).
Das "Team" und die Mitarbeiter der Schülerfirma "SimplyGrey" mit den Betreuungslehrern Susanne Müller (links) und Manuel Fischer (2. Von rechts).
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Die Geschäftsidee besteht daraus, viele verschiedene Deko-Artikel und Wohnaccessoires aus Beton herzustellen. Verkaufsschlager waren in letzter Zeit vor allem die Lampen. "Da kommen wir im Moment kaum dazu, alle Aufträge abzuarbeiten", erklärt die Leiterin der Produktionsabteilung, Leonie Bräuter, bei der 1. Hauptversammlung der Schülerfirma "SimplyGrey" an der "Wallburg-Realschule" in Eltmann. Außerdem laufen die Vorbereitungen für das Osterfest auf Hochtouren.

"Learning by doing" und wirtschaftliche Zusammenhänge in der Wirklichkeit zu erleben und zu verstehen, dies sind nur einige Ziele, welche mit der Gründung einer Schülerfirma verbunden werden. 13 Mädchen und Buben aus der 9. Jahrgangsstufe haben sich zu Beginn des Schuljahres für die "Arbeitsgemeinschaft Schülerfirma" beworben und zeigten nun vor der Öffentlichkeit erstmals, wie die Gründung ihrer Firma und die Produktion bisher verlaufen sind.


Anteilsscheine zu zehn Euro

Das interessierte natürlich auch die Aktionäre, die mit einem Anteilsschein von jeweils 10 Euro den finanziellen Grundstock für den Start gelegt hatten.

Vorstandsvorsitzender Felix Zier gestand ein, dass er sich anfangs noch nicht so richtig darüber freuen konnte, dass er zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. "Mir war ja noch nicht klar, was auf mich als Chef zukommt. Es war auf jeden Fall eine große Herausforderung, denn ich musste alle anfallenden Arbeiten verteilen, Kontakt zu einem Wirtschaftspaten aufnehmen und mit ihm über seine Aufgaben sprechen." Außerdem spricht er von Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern.


Deko-Artikel aus Beton

Geschäftsidee sei es gewesen, Deko-Artikel für den Innen- und Außenbereich sowie Schmuck aus Beton herzustellen und dies alles so wie im tatsächlichen wirtschaftlichen Leben abzuwickeln. Über das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und die Lehrkräfte Susanne Müller und Manuel Fischer bekomme man dabei zwar Unterstützung, aber Einnahmen und Ausgaben, Löhne und Sozialabgaben sowie alle Geschäftstätigkeiten müssten in Form von Protokollen über diese Junior-Plattform getätigt werden. Für ein Jahr werde man damit also zum Unternehmer.

Die Produktionsabteilung war dabei hauptsächlich für das Gießen des Betons in unterschiedliche Formen zuständig, wozu nach dem Trocknen auch noch das Schleifen und Gestalten kam. "Die Formen zum Gießen des Betons sammeln wir selbst, meinte Abteilungsleiterin Leonie Bräuter. Dazu dienten Pringels-Schachteln, Jogurtbecher, Plastikschüsseln und -Trinkflaschen und vieles mehr. Weitere Formen bestelle man im Internet. Die Zutaten für den Beton und Farben zum Bemalen sowie unterschiedliche Deko-Artikel wie Teelichter oder Herzen erhalte man im regionalen Handel.


Stress vor Weihnachten

Da man unbedingt das Weihnachtsgeschäft mitnehmen wollte, sei es anfangs sehr stressig gewesen. Zum Glück sei Wirtschaftspate Ewald Bühl mit Rat und Tat zur Seite gestanden und habe alles rund ums Anmischen, Gießen und Trocknen des Betons erklärt. An der "Wallburg-Weihnacht" konnte man die ersten Produkte an den Mann bringen und erfolgreich sei man mit Ständen auch beim Interkulturellen Adventsmarkt in Bamberg und beim Weihnachtskonzert in der Schule gewesen. Im Moment fertige man neue Produkte wie Näpfe für Hunde, aber gerne nehme man auch Sonderbestellungen entgegen.

Die Leiterin der Marketingabteilung Denise Neblicht teilte mit, dass das Weihnachtsgeschäft aufgrund der guten Vorbereitung gut verlaufen sei. Die Firma bleibe noch bis Schuljahresende bestehen, weswegen man für die kommende Frühlings- und Osterzeit neue Produkte plane. Auch das Design der gut gehenden Lampen wolle man überarbeiten und an weiteren Märkten teilnehmen.


Das Konto wächst

Jonas Antogiovanni, der Leiter der Finanzabteilung, berichtete, dass sich derzeit auf dem Bankkonto und in der Kasse 1418 Euro befänden, eine erfreuliche Bilanz für die Firma. Schließlich gaben auch noch Verwaltungsleiter Lukas Burckhart und Pressesprecherin Paulina Diem ihre Vorstandsberichte ab.

Vorstandsvorsitzender Felix Zier berichtet: "Unsere Geschäftsidee kam gut an. Beton ist derzeit in Mode und der Materialeinsatz ist dabei überschaubar. Unsere Produkte kosten zwischen 3 Euro für einfache Kerzenständer bis hin zu 28 Euro für unsere Lampe." Natürlich erfordere die Firma auch viel Arbeit. Der Erfolg auf den Märkten habe aber zu einer besonderen Motivation unter den "Mitarbeitern" geführt.


Im Team erfolgreich


Jetzt weiß Felix Zier auch, was einen Vorstandsvorsitzenden ausmacht. "Auf jeden Fall muss man den Überblick über alles haben, damit nichts schief läuft." Das Teamwork spiele dabei eine ganz besondere Rolle.
Mit einem kleinen Büfett und einem Umtrunk, das von "Sponsoren" gestiftet wurde, feierte man diese erste Zwischenbilanz und geht nun mit großer Zuversicht in das Frühjahr- und Ostergeschäft.

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