Zeil am Main

"Allmilmö" in Zeil: Gespräche mit Investoren laufen

Der Zeiler Küchenhersteller "Allmilmö" hat im Februar Insolvenzantrag gestellt. Bei der Suche nach Investoren tut sich mittlerweile etwas.
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Eine Küche der Firma "Allmilmö" in den Ausstellungsräumen des Zeiler Unternehmens. Foto: Andreas Lösch
Eine Küche der Firma "Allmilmö" in den Ausstellungsräumen des Zeiler Unternehmens. Foto: Andreas Lösch
"Allmilmö" steckt in der Krise. Die Suche nach neuen Investoren, die eine Zahlungsunfähigkeit des Zeiler Unternehmens abfangen könnten, läuft. Und in dieser Hinsicht hat sich auch etwas getan, wie der "Allmilmö"-Betriebsratsvorsitzende Peter Pottler erklärt. Es seien bereits vielversprechende Kontakte geknüpft worden. Es seien "an die 20 Investoren", die Interesse angemeldet hätten.

Aus seiner Sicht dabei wichtig ist, auch die Interessen der Beschäftigten zu wahren und vor allem: Nicht den Kopf in den Sand zu stecken, "wir müssen das jetzt durchstehen."

Dass es für "Allmilmö" weitergeht, glaubt Pottler schon. Auch, weil der Betrieb und seine Mitarbeiter Krisen gewohnt seien und ein guter Zusammenhalt bestehe: Schon einmal hatte das Unternehmen im Jahr 1996 große Schwierigkeiten und stand unter Konkursverwaltung.

Damals ging es nach langer Investorensuche weiter. Jetzt bahnt sich eine ähnliche Lösung an. "Es geht mir in erster Linie darum: Mit wie vielen Leuten?", sagt Pottler. Wer Möglichkeiten sieht, sich anderweitig zu orientieren, nutzt die auch, wie der Betriebsrat gestern erklärte: "Heute haben zwei Leute gekündigt, junge Leute, die bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben", weil sie flexibler und ortsungebunden seien. Für ältere Mitarbeiter, die sich ihre Existenz (Haus, Familie) vor Ort aufgebaut haben, sei diese ungewisse Situation schwieriger. Aber der Wille sei klar da, die Krise zu meistern, sagt Pottler. Derzeit arbeiten etwa 150 Angestellte am Zeiler Standort. Vor der Krise 1996 waren es rund 740 Beschäftigte, in den besten Jahren des 1965 gegründeten Unternehmens sogar 1500.

Rückschau der aktuellen Krise: Am 24. Februar dieses Jahres war durch das Amtsgericht in Bamberg eine vorläufige Insolvenzverwaltung beim Zeiler Premiumküchenhersteller "Allmilmö" angeordnet worden.


Ernst, aber nicht aussichtslos

Zunächst ein Schock für die Mitarbeiter und die Stadt Zeil als Wirtschaftsstandort, aber schnell wurde von der Unternehmensleitung auch kommuniziert, dass die Lage ernst, aber nicht aussichtslos sei: "Ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen werden", hatte Werner Hörnschemeyer, ein Geschäftsführer der La Cour Holding, zu der ""Allmilmö"" gehört, wenige Tage nach Bekanntwerden der Situation erklärt.

"Die Insolvenzantragstellung hat keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb", hatte der Rechtsanwalt Hubert Ampferl erklärt, der vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden war. Einer der Hauptgeschäftsführer der La-Cour-Gruppe, Johannes la Cour, teilte mit: "Grund für die jetzige Situation war ein immer schwierigeres Wettbewerbsumfeld mit stetig steigendem Kostendruck."

Laut Rechtsanwalt Ampferl haben die Gesellschafter die vergangenen Jahre immer wieder Geld in das defizitäre Unternehmen gesteckt, um die Verluste abzufangen und den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dann war es mit der Liquidität am Ende: Die zur La-Cour-Gruppe gehörenden Premiumküchen-Hersteller ""Allmilmö"", "Zeyko" und "Nolff", haben Insolvenzantrag gestellt. "Alle Gesellschaften wollen die Möglichkeiten des Insolvenzrechts zur Sanierung aktiv nutzen", sagte Ampferl. Mit den Geschäftsführern wird eine Sanierungslösung erarbeitet.
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