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Haßfurt
Konzert

Ganz tief aus dem Süden Amerikas

Zydeco- und Cajun-Fans kamen am Freitagabend ganz auf ihre Kosten, als Anja Baldauf alias Zydeco-Annie und die "Swamp Cats" ein mitreißendes Konzert gaben.
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So sieht eine "Zydeco-Queen" aus: Die virtuose Musikerin Zydeco-Annie (Baldauf) ist in der temperamentvollen Zydeco- und Cajunmusik ganz in ihrem Element. Fotos: Ulrike Langer
So sieht eine "Zydeco-Queen" aus: Die virtuose Musikerin Zydeco-Annie (Baldauf) ist in der temperamentvollen Zydeco- und Cajunmusik ganz in ihrem Element. Fotos: Ulrike Langer
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Zum zweiten Mal beim Kulturamt Haßfurt zu Gast, begeisterten die Künstler ihre Zuhörer mit ihrer feurigen, rhythmisch markanten, manchmal schwermütigen, aber meist lebensfrohen Musik.

Die musikalische Reise führte direkt in den tiefen Süden Louisianas, wo der Cajun und der Zydeco zu Hause sind. Die Cajun-Musik hat ihren Ursprung in den Bayous von Cajun-Country. Die im 18. Jahrhundert zugewanderten "Acadiens" vermengten ihre von französischen Wurzeln geprägte Musik mit afrikanischen und indianischen Rhythmen. Von ihren deutschen Nachbarn entlehnten sie ein neues Instrument - das Akkordeon - und legten den Grundstein für eine eigenständige amerikanische Musikrichtung.


Schnell und tanzbar

Der Zydeco wiederum ist eine schnelle, tanzbare Musik aus dem Süden von Louisiana. Charakteristische Instrumente sind Akkordeon und Waschbrett, die Texte sind überwiegend in Englisch, manchmal auch Cajun-Französisch. Zydeco entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Vermischung der Cajun-Musik mit afroamerikanischen Einflüssen, die auch zur Entstehung von Blues und Rhythm 'and‘ Blues beitrugen.

Dieser Musik haben sich Zydeco-Annie, ihr Mann Stefan Baldauf am Schlagzeug, Gabriel McCaslin an Geige und Gitarre, der Kontrabassist Tobias Andrelang und der Sänger Rolf Berger, der auch Percussion, Gitarre und einiges mehr spielt, mit Haut und Haar verschrieben. Seit über elf Jahren auf Tour mit rund 80 Shows im Jahr sind sie "wie eine Familie" geworden, wie die sympathische Frontfrau Annie mitteilte.

Diese fünf aufeinander eingeschworenen Musiker wissen nicht nur den Zydeco und den traditionellen Cajun mit Enthusiasmus darzubieten, sie haben auch den größten Teil ihrer Lieder selbst geschrieben. So stammen auch "typische" Cajun-Songs oder der Walzer "Ma chère soeur" aus der Feder von Anja Baldauf. Das Lied "Zydeco Queen" haben die Musiker ihrer "Queen" geschenkt, die dieses Lied am Melodion anstimmte. Denn die Künstlerin, die klassische Musik studiert hat und Dozentin für Akkordeon und Klavier ist, beherrscht viele Tasteninstrumente. So hat sie nicht nur das "normale" Akkordeon, sondern auch zwei Cajun-Knopfakkordeons und ein Melodion im Gepäck und greift gerne in die Tasten des Klaviers.


Unbändige Freude an der Musik

Ihre unbändige Freude an der Musik und am Spielen, überträgt sie nicht nur auf ihre Band, sondern auch auf ihre Zuhörer. Ein wenig schade war es, dass die Stimme von "Frederic" Rolf Berger, des "bayerischen Franzosen", im ersten Teil des Konzerts so schlecht ausgesteuert war. So kam erst nach der Pause sein wandlungsfähiges Organ voll zur Geltung.

Daneben faszinierte er mit seinem Spiel auf dem Louisiana Rubboard (Waschbrett), der Darbuka (arabischen Handtrommel) oder der irischen Bouzouki. Weil Zydeco-Annie und Rolf Berger mit dem groovenden Bassisten, dem Schlagzeuger und dem virtuosen Geiger ein faszinierendes Feuerwerk an Cajun, Zydeco, Two Steps, Walzer, Blues, Rock'n'Roll, Mardi Gras, Swing und Vodoo entzündeten, bedankte sich das Publikum am Ende ganz ausgelassen mit Applaus. Dafür gab's noch als Zugabe "Jambalaya", einen der berühmtesten Cajun-Songs in einem Medley mit dem Gospel "When the saints" und einen kurzen, schnellen Abschied bis zum nächsten Wiedersehen.
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