"Phänomenal, einzigartig, witzig und charmant", urteilte die 20-jährige Helena Ott aus Haßfurt. "Hervorragend, lustig und fetzig", sagte der 57-jährige Thomas Wagner aus Ebern. Zwei Generationen, eine Meinung. "Gankino Circus" vermag über alle Altersgrenzen hinweg zu begeistern. Die schräge, schrille, wandlungsfähige Musikkapelle gab am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Kulturamts Haßfurt ein Konzert im Gewölbekeller der Stadthalle in Haßfurt.


Ein musikalischer Wanderzirkus



Konzerte mit "Gankino Circus" sind keine musikalischen Ereignisse der herkömmlichen Art, sondern musikalische Erlebnisreisen. Der "musikalische Wanderzirkus" fasziniert sein Publikum mit außergewöhnlicher, mitreißender und außerordentlich lebendiger Musik, humorvollen Moderationen und unglaublich großer Spielfreude.
Vier gestandene, äußerst talentierte Franken aus Dietenhofen in Mittelfranken bilden die instrumental reiche "Zirkusfamilie": Ralf Wieland (Gitarre, Banjo, Gesang), Maximilian Eder (Akkordeon, Gesang und Percussion), Simon Schorndanner (Saxophon, Klarinette, Bassklarinette, Gesang und Stepptanz) und Johannes Sens (Schlagzeug, Percussion, Gesang). Als "fahrende Musikanten" wandern sie von Land zu Land, von Stadt zu Stadt, von Auftritt zu Auftritt. Dabei bringen sie Musik mit, die sie bei Reisen in Osteuropa, in Belgien, Frankreich oder auch in Finnland gehört haben und im eigenen Stil interpretieren.

"Wir machen die Musik so, dass sie uns gefällt", antworteten sie in Haßfurt auf die Frage, welche Musik ihnen denn am liebsten sei. "Wir lassen uns einfach inspirieren und bereiten die musikalischen Inhalte in zirkushafter Manier auf", erzählte Simon Schorndanner. "Wir entwerfen dann aus unserem reichhaltigen Repertoire für jede Stadt, in der wir auftreten, ein ganz spezielles Programm."


"Kulturbotschafter"



Doch "Gankino Circus" bringt nicht nur west-, ost- und nordeuropäische und sogar arabische Musik nach Deutschland. Vielmehr verwöhnen die Musiker heuer im Mai als "Kulturbotschafter" der Stadt Fürth die Franzosen in Limoges bei sogenannten Völkerverständigungskonzerten mit fränkischer Musik und internationaler Folklore. Darüber hinaus sind die Musiker noch mit der finnischen Band "Eläkeläiset" auf Tour.

Mit Haßfurt verbinden die Musiker seit ihren letzten Auftritten "wunderschöne Abende, ein tolles Publikum, das sehr gut zuhören kann, und eine gute Betreuung durch das Kulturamt", wie es Ralf Wieland formulierte, der die Besucher stets in vollendet höflicher Manier durch den Abend führt, sie aber auch immer ein wenig auf den Arm zu nehmen versucht.


Ungewöhnliche Melodien



Das Publikum wiederum hatte die Kapelle in bester Erinnerung, weil ihre Musik so ergreifend, stark rhythmisch geprägt, voller ungewöhnlicher Melodien und Musikstile und vor allem eines ist: fröhlich! Ob in Dur oder Moll, ob Klezmer oder Balkanbeat, ob Jazz oder fränkischer Folk, ob traditionelle finnische Volkslieder oder orientalische Klänge, ob gemeinsam oder im Solo: "Gankino Circus" strahlt pure und ansteckende Lebenslust aus. Kein Wunder, dass das Publikum mehrere Zugaben forderte (und bekam) und eine Frauenclique am Ende aus vollem Herzen strahlte: "Wir haben uns richtig amüsiert."