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Ebern
Umzug

Fürs neue Stadtarchiv aufs Dach gestiegen

Am Donnerstag begann der Umbau im Obergeschoss des Eberner Ämtergebäudes. Das Material wird durchs Dach gehievt.
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Viele Paletten voller Trockenbauwände stapeln sich seit Donnerstag im Dachgeschoss des Ämtergebäudes. Foto: Ralf Kestel
Viele Paletten voller Trockenbauwände stapeln sich seit Donnerstag im Dachgeschoss des Ämtergebäudes. Foto: Ralf Kestel
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Nein, das Dach wurde nicht für irgendwelche göttliche Eingaben der Bediensteten von Finanzamt, Verwaltungsgemeinschaft und Zulassungsstelle geöffnet. Vielmehr schwebten Wandteile ein. Am gestrigen Donnerstag begann im Ämtergebäude der Umbau des Dachgeschosses zum Stadtarchiv durch eine heimische Malerfirma.
100 000 Euro hat die Stadt die Gesamtmaßnahme dazu im Februar eingestellt

Ob der Baumeister Joseph Greissing im Jahr 1699 schon so weit vorausgeschaut hat, als er im Auftrag des Würzburger Fürstbischofs den Schüttboden errichtete? Zumindest legte er Wert auf Wertarbeit, als Johann Philipp von Greiffenclau in Nachbarschaft zu den adligen Freihöfen diese Zehntscheune erstellen ließ. Die Konstruktion ist so massiv, dass nach Jahrhunderten des Leerstands der Dachboden noch genutzt werden kann. "Die Statik hält mit hundertprozentiger Sicherheit.
Das wurde schon geprüft", erklärte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).

Und die Konstruktion ringt auch Andi Schaller von der Firma Lösslein Respekt ab. "Die Alten haben schon gewusst, wie richtig gebaut wird", staunt er bei einem Ortstermin und zeigt auf eine Treppe, die in den obersten Giebel führt. "Die geht in 1000 Jahre nicht kaputt."

Schaller und seine Mannen stellen die Trockenbauwände auf, für die gestern mit einem Autokran die Gipskartonplatten nach oben gehievt übers geöffnete Dach eingeholt wurden. Am Freitag folgt eine zweite Lieferung mit Platten und den Ständerwand-Teilen, weswegen die Rittergasse erneut komplett gesperrt werden muss.
Neben der doppelt geplankten Ständerwand mit Dämmung wird auch eine Zwischendecke mit Dämmung und Brandschutzplatten eingezogen.

Es dauerte also noch ein paar Wochen, bis die Unterlagen der Stadtgeschichte, die in Kartons bereits aus dem alten Rathaus geholt wurden, ins Oberstübchen des Ämtergebäudes einziehen können.

Sie wurden von Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, die in diesen Tagen wahrlich alle Hände zu tun haben, vorübergehend in einem Zwischenlager deponiert.
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