Zeil am Main

Für Hilfe von Mensch zu Mensch

Der Initiativkreis "Fränkisch-Äthiopische Partnerschaft" stellte in Zeil seine Bemühungen vor, das Land in Afrika zu unterstützen. Der Künstler Reinhold Albert hält den Kontakt und informierte über bereits geschaffene Strukturen.
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Eine äthiopische Kaffeezeremonie demonstrierten (von links) die Äthiopierinnen Liya (mit Bezawit), Yeshi, Gete, Hiwot (mit Nardos)  beim  Bildervortrag über Äthiopien  in Zeil. Mit im Bild Reinhold Albert, einer der Begründer der Initiative "Fränkisch-Äthiopische Partnerschaft". Foto: ul
Eine äthiopische Kaffeezeremonie demonstrierten (von links) die Äthiopierinnen Liya (mit Bezawit), Yeshi, Gete, Hiwot (mit Nardos) beim Bildervortrag über Äthiopien in Zeil. Mit im Bild Reinhold Albert, einer der Begründer der Initiative "Fränkisch-Äthiopische Partnerschaft". Foto: ul
Im Januar dieses Jahres bereisten Bruno Schneyer aus Zeil, Wolfgang Vogel aus Obertheres und Michael Griebel aus Knetzgau Äthiopien und verbrachten in der Hauptstadt Addis Abeba einige Tage mit dem Künstler Reinhold Albert, ebenfalls aus Zeil. Dabei entstand bei ihnen die Idee einer fränkisch-äthiopischen Partnerschaft. In einem Bildervortrag vermittelten sie nun im Kino in Zeil einen Eindruck von dem Land und informierten über die Partnerschaft.

Von der Faszination Äthiopiens hatten sich so viele Menschen aus dem gesamten Landkreis anstecken lassen, dass zu den Sitzplätzen im Kino noch zusätzliche Stühle bereit gestellt werden mussten.
In dem Bildervortrag erhielten sie Einblicke in das Land, das als einziges in Afrika niemals kolonialisiert worden war, von der Schönheit seiner Landschaften und dem Stolz seiner Einwohner.

Herrliches Land

Bruno Schneyer, Wolfgang Vogel und Michael Griebel hatten von Addis Abeba aus eine Reise zum Lake Tana, nach Gondar, einer der kulturell sowie historisch und landschaftlich reichsten Regionen Äthiopiens, und Debark, einer auf etwa 2600 Meter Höhe liegenden Marktstadt und Hauptquartier des Simien Mountains Nationalparks, unternommen. Von dort aus machten sie sich mit einer Crew auf den Weg, um den höchsten Berg Äthiopiens, den 4620 Meter hohen Ras Deshen, zu besteigen. Danach besuchten sie Aksum, der Legende nach die Hauptstadt der Königin von Saba, und die Felsenkirchen der heiligen Stadt Lalibela.

Nach Addis Abeba zurückgekehrt, verbrachten sie mit Reinhold Albert einige Tage. "Mich hat am meisten beeindruckt, dass die Menschen zwar sehr arm, aber dennoch zufrieden und sehr gastfreundlich sind", berichtete Wolfgang Vogel.

Um den Menschen in dem afrikanischen Land zu helfen, haben die vier Freunde mit dem aus Äthiopien stammenden Henok Semru und weiteren Freunden die Initiative einer fränkisch-äthiopischen Partnerschaft ins Leben gerufen. "Wir streben eine kulturelle Zusammenarbeit an und wollen den Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst helfen zu können", erklärte Reinhold Albert. "Dies kann eine Berufsausbildung sein oder die Unterstützung durch Patenschaften, um Ausbildungen im Land zu ermöglichen." Äthiopien suche die Partnerschaft mit der westlichen Welt, um Technologien und Wissen in das Land zu bringen. Dies wäre laut Albert eine Hilfe für die Bewohner, um zu Arbeit und einem angemessenen Lebensstandard zu gelangen. Henok Semru arbeite als Projektmanager bei der von Deutschen und Äthiopiern gegründeten Firma Alphasol Modular Energy Plc. Sie engagiere sich im Bereich erneuerbare Energien, helfe Firmen, die in Äthiopien tätig werden wollen, und investiere selbst in Projekte. Über diese Firma erhoffe man sich einen Zugang zu dem Land, um den Menschen eine wirksame Hilfe zu geben. Reinhold Albert stellte auch die Geschäftsfrau Gete vor, die in Addis Abeba einen Mini-Supermarket betreibt und als Kontaktperson fungieren möchte.

Der Aufruf, die fränkisch-äthiopische Partnerschaft zu unterstützen, fand Gehör. "Ich habe mich in die Liste eingetragen, weil ich wissen möchte, welche Möglichkeiten der Hilfe es geben kann", sagte Bettina Stecher aus Zeil. "Ich bin für die Hilfe zur Selbsthilfe und denke, dass Bildung die beste Hilfe ist." Sie kann sich auch vorstellen, selbst aktiv zu werden.

"Tiefere Bindungen"

Ihr Lebenspartner Christian Mori, Leiter der Budo-Akademie in Zeil, betonte, dass der Entwicklungsdienst zwar schon sehr aktiv sei. "Die Partnerschaft von Mensch zu Mensch aber bewirkt meines Erachtens noch viel mehr", sagte er. "Sie festigt Kontakte, unterstützt den Kulturaustausch und ermöglicht tiefere Bindungen." Er würde gerne behilflich werden, sagte er bei der Veranstaltung in Zeil.

Damit die Gäste nicht nur optisch etwas von Äthiopien erfuhren, demonstrierten Gete und die Asylbewerberinnen Liya, Yeshi und Hiwot aus Äthiopien eine Kaffeezeremonie aus ihrer Heimat. Sie entzündeten Weihrauch, der zu jeder Zeremonie gehört, wuschen die Kaffeebohnen und rösteten sie auf einem Holzkohlefeuer, zerstampften sie mit einem Mörser, gossen den Kaffee mit heißem Wasser auf und reichten ihn zum Probieren an die Besucher. Außerdem verwöhnten sie den Gaumen mit Enjera, einem gesäuerten Fladenbrot aus Teffmehl (Teff ist eine Hirseart), das mit Fleisch und Gemüse gereicht wurde.

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