Ebern
Kasernenfest

Fruchtbarer Boden für den Mittelstand

Der neue Gewerbepark im früheren Bundeswehrgelände beschert der Stadt Ebern zusätzliche Arbeitsplätze. 19 neue Firmen haben sich dort in jüngster zeit angesiedelt. Die CSU, die MdB Hans Michelbach, den Vorsitzenden der CSU-Mittelstands-Union, zu Gast hatte, sieht sich in ihrer Politik bestätigt.
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Beim Eintrag in das "Goldene Buch" in den Räumen der Reservistenkameradschaft (von links) stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender Wilhelm Schneider, Bürgermeister Robert Herrmann, MdB Hans Michelbach, die CSU-Vorsitzende Gabi Rögner sowie Stadtrat Manfred Fausten.  Foto: Günther Geiling
Beim Eintrag in das "Goldene Buch" in den Räumen der Reservistenkameradschaft (von links) stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender Wilhelm Schneider, Bürgermeister Robert Herrmann, MdB Hans Michelbach, die CSU-Vorsitzende Gabi Rögner sowie Stadtrat Manfred Fausten. Foto: Günther Geiling
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"Ebern hat nicht auf Großinvestoren gewartet, sondern unter Leitung von Bürgermeister Robert Herrmann die Nutzung des Kasernengeländes selbst in die Hand genommen." Mit diesen Worten eröffnete Zweite Bürgermeisterin und CSU-Ortsvorsitzende Gabi Rögner vor zahlreichen Gästen das zweite Kasernenfest und den politischen Frühschoppen der CSU in der Gastwirtschaft "zum Stadl". Die Stadt habe die "Konversion in eine gute Zukunft geführt", lobte Rögner und sagte: "Wir sind den mittelständischen Betrieben dankbar, dass wir diese Entwicklung so erfolgreich voranbringen konnten."

Wirtschaft als tragende Säule

Festredner MdB Hans Michelbach, Vorsitzender der CSU-Mittelstands-Union aus Coburg, zitierte zu Beginn Ludwig Erhard, der einmal gesagt habe.
"Wirtschaft ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Wirtschaft."
Zwar sei in Europa in letzter Zeit eine große Unsicherheit entstanden, aber die Unionsregierung stehe für eine Vertrauensbasis, und Deutschland habe Rekordbeschäftigung, sei Stabilitätsfaktor und die Lokomotive Europas zugleich. Als wichtig bewertete Michelbach, dass die Schuldenbremse 2013 im Bund umgesetzt wurde und sie auch durchgängig eingehalten werde. Vorbild sei Bayern, das bereits Schulden abbaue, während Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg neue Schulden machten.

"Der Stadt Ebern darf ich die größten Glückwünsche aussprechen, dass sie mit der BIMA (die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten; Anm. d.Red.) wegen des Kasernengeländes einen Kontrakt gemacht hat. Dies war ein guter Erfolg und ist mit dem Mut zur Mittelstandspolitik gepaart."

Michelbach ließ keinen Zweifel daran, dass Deutschland ein Land des technischen Fortschritts und des Fortschritts bleiben muss. Deswegen habe man auch die Gelder für die Forschung erhöht. Beispielsweise in Bad Neustadt sollen bei Siemens neue Produkte geschaffen werden. Bei der Energiewende dürften die Subventionen aber nicht dauerhaft am Markt vorbei gehen, lautete eine weitere seiner Forderungen.

Arbeitsmarkt wird vielseitiger

Bürgermeister Robert Herrmann nannte die Konversion eine Riesenherausforderung. Aber man habe auf dem großen Gelände von 25 Hektar nur noch sechs Gebäude zu verkaufen und stehe derzeit vor weiteren interessanten Verhandlungen mit einem mittelständischen Unternehmen. "Natürlich sind wir froh über unseren potenten Arbeitgeber FTE, aber die Ansiedlung von mittelständischen Betrieben bedeutet auch eine breitere Basis bei den Arbeitsplätzen." Die Ansiedelung so vieler neuer Betriebe sei nur durch die günstigen politischen Vorgaben möglich geworden.

Landrat und Bezirkstagskandidat Thomas Habermann aus dem Kreis Rhön Grabfeld meinte, die Landkreise Rhön-Grabfeld und Haßberge seien sich in vielem ähnlich. "Wirtschaftspolitik ist ganz wichtig, denn damit fängt die Zufriedenheit an. Da sind wir gut aufgestellt mit den niedrigen Arbeitslosenzahlen." Als größte Herausforderungen betrachtet er die Abwanderung und das schnelle Internet.

CSU-Landratskandidat Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach sprach den Ebernern ein großes Lob aus. "Ihr seid jetzt auf vielen Beinen viel besser aufgestellt als mit einem größeren Betrieb. Fatal wäre es allerdings, wenn Betriebe sich in Zukunft verlagern müssten, weil Nachwuchskräfte fehlten. Deswegen müssen wir viel mehr die Vorteile des ländlichen Raumes herausstellen."

Landtagskandidat Josef Demar, Bürgermeister von Großbardorf, zeigte die Bedeutung der erneuerbaren Energien auf.

15 neue betriebe


Trotz der kühlen Witterung lockte das Kasernenfest in Ebern zahlreiche Gäste an, die sich über die vielen neuen Gewerbebetriebe in der "Alten Kaserne" informierten oder in alten Erinnerungen schwelgten, wozu natürlich die Traditionsräume mit dem Museum der Reservistenkameradschaft ihren Beitrag leisteten.
Auch politische Prominenz stellte sich ein, wobei alle von der Umsetzung der Konversion sehr angetan waren. Immerhin haben sich hier inzwischen schon 15 mittelständische Betriebe neu niedergelassen und damit auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen.
Die CSU hatte vor einem Jahr die Idee zu einem solchen Kasernenfest geliefert und die Besucher bestätigten ihr Interesse.
Schon beim Eingang an der alten Wache konnte man sich in Bähnchen setzen, um eine Rundfahrt zu unternehmen. Auf besonderes Interesse stießen eine Fahrradausstellung mit Elektro-Bikes, die man natürlich mit einer Probefahrt testen konnte. Die Mayster-Schreinerei gewährte einen Einblick in ihre gute Handwerksarbeit und Maler Klee ließ schon einen Blick in sein neues Ausstellungsgebäude werfen, in dem die Zimmer die ganze Bandbreite von Strukturen für Putz oder Wand- und Deckenverkleidungen zeigen.
Die Schreinerei Müller präsentierte die Bodenbeläge. Informationen über Blockheizkraftwerke, Autopflege und vieles andere mehr rundeten das Programm ab. Für die Kinder stand eine Hüpfinsel bereit.
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