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Ebern
Völkerverständigung

"Friedensmarsch" in der Normandie

68 Jahre nach dem Krieg in der Normandie reichen sich Deutsche und Franzosen friedlich die Hände. An einem "Friedensmarsch" in Argentan beteiligten sich Vertreter des Eberner Stadtrates. Ein junger deutscher Major, der später Arzt in Ebern geworden war, hatte dort weiteres Blutvergießen verhindert.
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Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (Mitte) drückte in einem Grußwort aus, wie betroffen der Besuch der einstigen Kriegsschauplätze mache. Links Kurt Sieber, der als Dolmetscher fungierte, rechts Eric Riedinger, der stellvertretende Bürgermeister von Tournai sur Dives und Vorsitzende des Vereins "Miroir des Ames".  Fotos: privat
Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (Mitte) drückte in einem Grußwort aus, wie betroffen der Besuch der einstigen Kriegsschauplätze mache. Links Kurt Sieber, der als Dolmetscher fungierte, rechts Eric Riedinger, der stellvertretende Bürgermeister von Tournai sur Dives und Vorsitzende des Vereins "Miroir des Ames". Fotos: privat
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Der einstige Eberner Arzt Dr. Wilhelm Baumann soll als junger Soldat 1944 im französischen Argentan ein größeres Blutvergießen verhindert haben. Diese Heldentat wurde erst bekannt, als im vergangenen Jahr Gäste aus Frankreich in Ebern weilten. Nun war eine Delegation aus Ebern zum Gegenbesuch in der Normandie, und damit auf den Spuren des 1997 verstorbenen Baumann. Mit von der Partie waren Eberns Bürgermeister Robert Herrmann sowie die Stadtratsmitglieder Irene Jungnickl und Jürgen Hennemann (SPD). Die Stadtratsdelegation unterstützte der Beauftragte für die Pflege der Partnerschaften mit Frankreich, Kurt Sieber aus Königsberg (FDP).
Vor allem Michel Lefèvre, als pensionierter Tierarzt ein französischer Kollege Baumanns, hielt die Verbindung nach Ebern aufrecht.

Unterwegs an Originalschauplätzen


Beeindruckend war es für die Eberner, laut Schilderung des Bürgermeisters, auf der dreitägigen Fahrt an den Originalschauplätzen einer der größten Schlachten im Zweiten Weltkrieg zu sehen, wo und wie sich im August 1944 die kriegerischen Ereignisse in diesem Bereich entwickelten.
"Vor allem aber," berichtet Herrmann, "war es für die Besucher wichtig zu erfahren, an welchem Ort Dr. Baumann im Kontakt mit dem Ortspfarrer Launay für seine Kameraden und die Zivilbevölkerung den Entschluss fasste, die Kampfhandlungen einzustellen um weiteres Blutvergießen in einer aussichtslosen Situation zu verhindern." Bei der damaligen Schlacht standen den beiden deutschen Armeen, der 5. und der 7., Verbände aus Frankreich, USA, Großbritannien, Canada und Polen gegenüber. Bei einem "Friedensmarsch" lernten die Gäste und weitere 100 Personen auf einer etwa zwölf Kilometer langen Strecke die ungefähre Rückzugslinie kennen, welche die Deutschen 1944 nutzten. So wurde damals das riesige Schlachtfeld durchquert. Die Ausrichtung des Friedensmarsches wurde vom Komitee des "Miroir des Ames" übernommen, dem Verein "Spiegel der Seelen". Die deutschen Soldaten nannten diese Strecke einst den "Korridor des Todes".

Gedenkfeier am Mont Ormel


Im Gedenken an Major Baumann und Pfarrer Launay die zusammen bewirkt hatten, dass am 21 August 1944 in den Dörfern rund um Tournai sur Dives der Krieg ein Ende hatte, fand dieser Friedensmarsch ("Marche de la Paix") zum fünften Male statt. An der Gedenkstätte von Mont Ormel wurden Gedichte über Krieg und Frieden vorgetragen und Politiker sprachen Grußworte. Alle Teilnehmer an dem Friedensmarsch waren sich darin einig, dass ein solcher Krieg in Europa heute nicht mehr vorstellbar sei: Robert Herrmann: "Aber wir sind alle immer wieder dazu aufgerufen, gemeinsam an der Sicherung des Friedens zu arbeiten."
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