Haßfurt
Strafprozess

Frauen kamen sich in die Haare

Bei einem Eifersuchtsdrama prügelten eine 45-Jährige und eine 51-Jährige aufeinander ein. Das Amtsgericht Haßfurt stellte das Verfahren gegen die Jüngere gegen eine Geldauflage ein. Die Kontrahentin hatte einen Strafbefehl akzeptiert.
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Das Amtsgericht in Haßfurt. Foto: FT-Archiv
Das Amtsgericht in Haßfurt. Foto: FT-Archiv
Wenn frisch getrennte Eheleute Dinge miteinander regeln wollen, sind sie gut beraten, etwaige neue Partner erst einmal außen vor zu lassen. Weil ein 58-Jähriger dies nicht beherzigte und bei einem Treffen mit der "Ex" seine neue Flamme mitbrachte, gab es gehörig Feuer unterm Dach. Ohne lange Vorrede lagen sich die Frauen - im wahrsten Sinne des Wortes - in den Haaren. Und das führte nun sogar zu einem gerichtlichen Nachspiel, bei dem die Noch-Ehefrau (45 Jahre) auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Haßfurt saß.

Das Eifersuchtsdrama spielte sich am 6. Oktober des letzten Jahres (es war das Erntedankfest) gegen 19.30 Uhr auf dem Knetzgauer Autohof ab. Die 45-jährige, spätere Beschuldigte war dort hingefahren in der Erwartung, dass sie sich mit ihrem Mann aussprechen könnte und dass man vielleicht doch noch mal einen letzten Versuch unternehmen werde.
Als sie auf dem Autohof den Wagen ihres Mannes entdeckte, verwandelte sich diese Erwartung sofort in flammenden Zorn.

Denn sie musste mit ansehen, dass sich ihr Gatte in heiß verliebter Pose knutschend um seine neue Geliebte kümmerte. Und da, sagte die Angeklagte vor Gericht, "ist bei mir eine Sicherung durchgebrannt". Sie rannte zu ihrem Angetrauten, riss die Autotür auf und versetzte ihm erst mal eine gehörige Backpfeife.

Die Beifahrerin (51 Jahre) wurde von ihr als "Lusch" beschimpft und der Ehekrieg setzte sich vor dem Fahrzeug fort. Als die Neue ihrem Lover zu Hilfe kommen wollte, eskalierte die Situation vollends.

Die beiden Frauen schenkten sich nichts und gingen wie Furien aufeinander los. Wer dabei zuerst handgreiflich wurde, ließ sich vor Gericht nicht klären. Vergeblich versuchte der Mann, schlichtend und beruhigend dazwischenzugehen. Nach einiger Zeit zogen sich alle in ihre Autos zurück und die Ehefrau setzte einen Notruf an die Polizei ab.

Ein zweiter Anklagepunkt, wonach die Auseinandersetzung sich in einer nahe gelegenen Wohnung fortsetzte, konnte nicht bewiesen werden. Aufgrund des Protokolls, das der Polizeibeamte erstellte, kam jedoch die Staatsanwaltschaft ins Spiel. Die Beamten werteten das Geschehen als Straftat der Körperverletzung - und die Staatsanwaltschaft schickte beiden Frauen einen Strafbefehl.

Während das neue Herzblatt die Strafe akzeptierte und zahlte, legte die Ehegattin Einspruch ein. Da sie sich als Opfer sah, wollte sie die Geldstrafe von 20 Tagessätzen á 40 Euro, also 800 Euro insgesamt, nicht bezahlen. Wegen des Einspruchs kam es überhaupt erst zu dem Prozess in Haßfurt.

Amtsrichterin Ilona Conver bewertete die Tat als nicht besonders schwerwiegend und schlug eine Einstellung gegen eine Auflage vor, zumal die Frau strafrechtlich eine blütenreine Weste hat.

Mit dieser Lösung, bei der 200 Euro an das Frauenhaus in Schweinfurt zu zahlen sind, zeigten sich alle Prozessbeteiligten einverstanden. Unter dem Strich aber hat die Frau nicht viel gewonnen, denn entscheidend ist, um mit Kohl zu sprechen, was hinten rauskommt. Wenn sie ihre Anwaltskosten, die sie tragen muss, dazu zählt, fällt die Katz' auf die alten Füße.
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