Dippach
Spendenaktion

Franken helfen Franken: Dippach soll einen Bus-Service bekommen

Dem Eltmanner Stadtteil Dippach fehlt die Nahverkehrs-Anbindung an die umliegenden Versorgungszentren. Für einige Bewohner sowie die im Dorf untergebrachten Asylbewerber ist das ein echtes Problem. Ein Bus-Service soll Abhilfe schaffen.
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Die 80-jährige Margaritha aus Armenien kann Versorgungsgänge von Dippach zum Beispiel nach Eltmann (rund sechs Kilometer) nicht mehr zu Fuß machen. Ein Bus-Service könnte Abhilfe schaffen. Fotos: Ronald Rinklef
Die 80-jährige Margaritha aus Armenien kann Versorgungsgänge von Dippach zum Beispiel nach Eltmann (rund sechs Kilometer) nicht mehr zu Fuß machen. Ein Bus-Service könnte Abhilfe schaffen. Fotos: Ronald Rinklef
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Hannah lächelt freundlich, als sie sich vorstellt, streckt die Hand zur Begrüßung aus. Dann tritt sie einen Schritt zurück und schaut etwas verlegen drein. Ihr Deutsch sei noch nicht so gut, sagt die 27-jährige Äthiopierin, die seit zwei Jahren in Deutschland ist.

Hannah wohnt in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Dippach (Stadt Eltmann). Gemeinsam mit ihrem Mann und drei Kindern (ein Jahr, vier und sieben Jahre alt) wartet sie hier darauf, dass ihr Asylantrag bearbeitet wird.

Im Büro von Franz Hümmer, der in Dippach für die Regierung von Unterfranken die Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Haßberge betreut, erzählt Hannah ein wenig von sich und ihrer Familie. Hümmer hatte die junge Frau informiert, dass der Fränkische Tag mit seiner Stiftung "Franken helfen Franken" ein Projekt in Dippach unterstützen möchte: Ein Bus des Kreisverbands Haßberge des Bayerischen Roten Kreuzes soll nach Möglichkeit zweimal die Woche Dorfbewohner in die umliegenden Zentren wie Eltmann, Ebelsbach oder Haßfurt bringen, um Einkäufe, Arztbesuche und Behördengänge erledigen zu können.

Um das mitzufinanzieren, sammelt der Fränkische Tag Haßberge Spenden. Denn die Anbindung Dippachs an umliegende Kommunen ist schlecht. Wer nicht mobil ist, muss zu Fuß gehen. Für ältere Bewohner, wie etwa die 80-jährige Armenierin Margaritha, ist das nicht möglich.

Der Bus-Service käme generell Dippacher Bewohnern zu Gute, die zum Beispiel kein Auto haben oder aus anderen Gründen nicht oder nur eingeschränkt mobil sind, sagt Franz Hümmer. "Das ist nicht nur für die Asylbewerber gedacht", erklärt er. Er hatte die Idee formuliert, als ihn der Fränkische Tag gefragt hatte, in welchem Bereich im Landkreis Haßberge Hilfe benötigt werde.

Sechs Kilometer Fußmarsch
Denn: Rund sechs Kilometer sind es von Dippach aus bis zum nächsten Einkaufsmarkt in Eltmann. Jeder, der nicht mobil ist, muss die weite Strecke zu Fuß zurücklegen, "zurück geht es mit dem Taxi", sagt die dreifache Mutter Hannah. Schwere Tüten schleppen nach einem Einkauf für eine fünfköpfige Familie, das ist auf diese Entfernung fast nicht möglich. Dippach ist der einzige Ort mit Gemeinschaftsunterkunft (GU) im Landkreis Haßberge, den diese Problematik betrifft, wie Franz Hümmer erläutert.

An den GU-Standorten Eltmann, Ebern und Zeil gibt es viel kürzere Wege zu Supermärkten und Ärzten. Insgesamt 247 Asylbewerber sind im Landkreis in den staatlichen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, in Dippach wohnen 43 Menschen (davon 13 Kinder), deren Asylantrag läuft. Der Zusammenhalt unter den Bewohnern sei hier außergewöhnlich gut, findet Hannah ("Wie eine Familie"), allerdings sind Versorgungsgänge sehr schwierig und kostenintensiv.

Ein Euro pro Fahrt?
Nun soll ein Angebot des BRK genutzt werden: Für 30 Euro pro Hin- und Rückfahrt bietet der Wohlfahrtsverband einen individuell buchbaren Bus-Shuttle-Service an. Die monatlichen Geldbeträge, die die Asylbewerber für ihren Unterhalt bekommen (je nach Familienstand und Alter zwischen 200 bis 360 Euro), reichen oft nur für das Nötigste. Dazu müsse man sich nur einmal das Asylbewerberleistungsgesetz näher ansehen, "da sieht man schon dran, dass man da keine großen Sprünge macht", sagt Hümmer.

Die Busfahrten sollen für die Nutzer nicht kostenlos sein. Pro Mitfahrer könnte zum Beispiel ein Betrag von einem Euro erhoben werden, erläutert Hümmer. Der Bus jedenfalls wäre ein wichtiger Schritt, die mobil eingeschränkten Bewohner Dippachs ein Stück näher an die Gesellschaft zu bringen.

Spendenaktion
Der Fränkische Tag Haßberge unterstützt über die hauseigene Stiftung "Franken helfen Franken" der Mediengruppe Oberfranken das Bus-Projekt für Dippach. Spenden bitte unter folgender Bankverbindung, Stichwort "Bus-Service Dippach", IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01;
BIC: BYLADEM1SKB.


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