Oberaurach
Gemeinderat

Ferienbetreuung auf der Kippe

Oberaurach will während der Schulferien ein durchgängiges Programm für Kinder anbieten. Allerdings haben bislang zu wenige Familien Bedarf angemeldet.
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Bisher gibt es in Oberaurach ein Ferienprogramm mit verschiedenen Einzelveranstaltungen, verteilt über die Sommerferien. Wenn sich noch einige Eltern mehr anmelden, könnte es heuer erstmals für zwei Wochen eine durchgängige Ferienbetreuung geben. Unser Bild entstand 2016 bei der Fahrradtour zum Alpaka-Hof nach Weisbrunn. Foto: privat/Archiv
Bisher gibt es in Oberaurach ein Ferienprogramm mit verschiedenen Einzelveranstaltungen, verteilt über die Sommerferien. Wenn sich noch einige Eltern mehr anmelden, könnte es heuer erstmals für zwei Wochen eine durchgängige Ferienbetreuung geben. Unser Bild entstand 2016 bei der Fahrradtour zum Alpaka-Hof nach Weisbrunn. Foto: privat/Archiv
Betreuungsfragen beschäftigten den Gemeinderat Oberaurach in seiner Sitzung am Donnerstag. So waren die Eltern nach ihrem Bedarf an Ferienbetreuung gefragt worden. In Oberaurach gibt es zwar ein Ferienprogramm mit Einzelaktionen, aber keine durchgängige Ferienbetreuung. Für die Sommerferien meldeten die Eltern Bedarf für 14 Kinder an.

Das liegt ganz knapp unter der Gruppenstärke, die das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als Träger für ein solches Angebot benötigen würde. Deshalb sollen die Familien nochmals eingeladen werden, diese Betreuungsmöglichkeit zu nutzen. Sechs Familien bräuchten auch in den anderen Ferien Betreuung. Für sie soll in Kooperation mit dem Roten Kreuz und eventuell auch mit der Gemeinde Rauhenebrach eine Lösung mit Fahrdienst gesucht werden, wenn sie das möchten.

Die Gemeinde hat außerdem bei den Eltern der Grundschulkinder den Bedarf an Mittagsbetreuung abgefragt. Abzüglich der Kinder, die im Kindergarten Oberschleichach für die Mittagsbetreuung angemeldet sind, ergibt sich ein Bedarf von 17 Kindern. Für Freitagnachmittag herrscht nur wenig Nachfrage, so dass die gebundene Ganztagsschule in Oberaurach auch im kommenden Schuljahr von Montag bis Donnerstag läuft.


Gegen Umfrage

Ein zentraler Punkt wurde weiterhin ausführlich behandelt: Der Gemeinderat Oberaurach lehnt mehrheitlich die Einführung der Gelben Tonne ab. Angesichts der am Montag bevorstehenden Kreistagssitzung, in der über eine Umfrage zu dem Thema entschieden werden soll, bat Bürgermeister Thomas Sechser das Gremium um ein Stimmungsbild, das er mit in die Diskussion nehmen kann.

Die Vor- und Nachteile des Bring- und Holsystems wurden erläutert, auch wie die Umfrage durchgeführt werden soll. Die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder kam danach zu der Auffassung, dass weitaus mehr als Verpackungsmüll regelmäßig zum Wertstoffhof muss und auch die Qualität der dort sortierten Wertstoffe höher ist als der Inhalt der Gelben Tonne, die laut offiziellen Statistiken zwischen 25 bis 45 Prozent sogenannte Sortierreste enthält. Das ist Müll, der nicht in die Gelbe Tonne gehört, und dann in der Verbrennung landet. Senioren, die nicht mehr zum Wertstoffhof fahren können, fänden in Oberaurachs Gemeindeteilen immer Familienangehörige oder Nachbarn, die ihren - in der Regel wenigen - Verpackungsmüll und auch andere Werstoffe mitnehmen, so Bürgermeister Thomas Sechser. Mit 11:3 Stimmen sprach sich der Gemeinderat gegen die Gelbe Tonne aus.

Zum Thema Umfrage war die Meinung noch eindeutiger: Die Kreisräte seien dafür gewählt, sich zu den Themen des Kreises umfassend zu informieren, sich eine Meinung zu bilden und dann entsprechend abzustimmen, so war die überwiegende Auffassung der Gemeinderäte, für die ja Gleiches auf Gemeindeebene gilt. Man könne nicht einfach, wenn Entscheidungen schwierig werden, diese Verantwortung auf eine Umfrage abschieben. Nur ein einziger Gemeinderat sprach sich schließlich für die Umfrage aus.


Für längere Tierhaltung

Um neun Bauplätze wird der Bebauungsplan "Goethestraße" in Dankenfeld erweitert. Der Gemeinderat befasste sich mit drei verschiedenen Varianten der straßenmäßigen Erschließung und legte diejenige fest, die realisiert werden soll. Zu der Erschließungsmaßnahme gehört auch ein vom Zweckverband Weißberggruppe geplanter Ringschluss der Trinkwasserleitung. Insgesamt wird die Gemeinde wohl rund 200 000 Euro in die Erschließung investieren, wovon ein Teil aber dann auf die Grundstücke umgelegt wird.

Keine Einwände gab es gegen verschiedene Bauanträge bezüglich Neubau von Einfamilienwohnhäusern beziehungsweise Um- und Erweiterungsbauten.

Zum wiederholten Male befasste sich der Gemeinderat mit der Tierhaltung auf zwei Bauplätzen in Oberschleichach. Direkt neben ihrem Wohnhaus, das noch zum Altort gehört, besitzt eine Familie zwei Bauplätze im Wohngebiet "Siebengüter" und hält dort verschiedene Kleintiere und ein Pferd. Dabei handelt es sich um das Therapiepferd einer der Töchter, das deren Entwicklung als Kind wesentlich gefördert hat. Vom Landratsamt wurde die Familie aufgefordert, die Tierhaltung und auch die dafür gebauten Unterstände zu entfernen, da sie in einem allgemeinen Siedlungsgebiet nicht zulässig seien.

Da alle Nachbarn mit Unterschrift bestätigt hatten, dass sie sich an der Tierhaltung nicht stören, und die Familie sich sehr um Sauberkeit auf den Grundstücken bemüht und angesichts der emotionalen Bindung an das mittlerweile schon betagte Pferd sprach sich der Gemeinderat gegenüber dem Landratsamt dafür aus, die Tierhaltung für weitere fünf Jahre dort zu dulden.

Keine Möglichkeit der Genehmigung sah der Gemeinderat für den Antrag, in Fatschenbrunn in unmittelbarer Ortsnähe eine Christbaumkultur anzulegen, da in diesem Bereich der Landschaftsplan ein Aufforstungsverbot vorsieht.


Dorferneuerung muss warten

Abschließend hatte Bürgermeister Thomas Sechser noch eine etwas unangenehme Nachricht für den Gemeinderat. In Kirchaich sollte nun endlich die Dorferneuerungsmaßnahme im Ortskern beginnen und nun stellte sich heraus, dass die Verrohrung des Schäßbaches in diesem Bereich defekt ist. Nun muss zunächst mit dem Wasserwirtschaftsamt diese Reparatur geklärt werden, so lange ruht die Baustelle.
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