Fatschenbrunn
Bürgerversammlung

Fatschenbrunn: Freier Zugang ins Internet

Mit Hilfe von Routern und Antennen soll in Fatschenbrunn eine flächendeckende Versorgung aufgebaut werden.
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Freies Wlan für das ganze Dorf, das wollen die Fatschenbrunner aufbauen. Am Sportgelände (im Bildvordergrund) ist bereits ein Anfang gemacht, das Mehrzweckgebäude und einige Privathäuser im Ort sollen weitere Knotenpunkte für das Netz sein, das jedermann von seinem privaten DSL-Anschluss unterstützen und enger knüpfen kann. Foto: Sabine Weinbeer
Freies Wlan für das ganze Dorf, das wollen die Fatschenbrunner aufbauen. Am Sportgelände (im Bildvordergrund) ist bereits ein Anfang gemacht, das Mehrzweckgebäude und einige Privathäuser im Ort sollen weitere Knotenpunkte für das Netz sein, das jedermann von seinem privaten DSL-Anschluss unterstützen und enger knüpfen kann. Foto: Sabine Weinbeer
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Fatschenbrunn hat jetzt zwar schnelles Internet, aber nach wie vor nur schlechten Handy-Empfang. Um die Erreichbarkeit zumindest per WhatsApp oder über Social Media auch außerhalb der eigenen vier Wände zu gewährleisten, wollen sich die Fatschenbrunner jetzt ein Wlan-Netz für das ganze Dorf einrichten. Wie das funktionieren soll, das erläuterte Florian May gemeinsam mit Vertretern des Vereins "Freifunk Franken" in der Bürgerversammlung am Mittwoch.
Die Freifunker, die ursprünglich in Berlin entstanden, haben ein System entwickelt, wie mit kostengünstiger Technik (Router und Antennen) jedermann über seinen DSL-Anschluss mit dem Aufbau eines Freien Wlans im Umfeld seines Hauses beginnen kann. Je mehr Anschlüsse im Ort mitmachen, desto flächendeckender und leistungsfähiger wird das Netz. In Haßfurt und Hofheim wurden im Landkreis Haßberge damit bereits gute Erfahrungen gemacht.


Freies Wlan am Sportgelände

Auch in Fatschenbrunn gibt es bereits freies Wlan. Seit einem halben Jahr etwa am Sportgelände, was bei den Herbst-Heimspielen des SV Fatschenbrunn bereits positiv aufgefallen ist. May hat ebenfalls einen Router am Haus. Um eine Flächendeckung in Fatschenbrunn zu erreichen, soll der zentrale DSL-Anschluss im Mehrzweckgebäude entstehen, dort würden auch drei Antennen angebracht. Zwei bis drei weitere Antennen an exponierten Gebäuden des Dorfes würden dafür sorgen, dass die Fatschenbrunner und ihre Gäste überall im Dorf zwar nach wie vor kaum Handy-Empfang, aber freien Zugang zum Internet haben.
Die Art und Weise, wie im Freifunk-Netz die Daten übertragen werden, gewährleisten zum einen, dass der Eigentümer des beteiligten DSL-Anschlusses immer Vorrang in der Nutzung hat. Zum anderen ist das Freifunk-Netz vollkommen eigenständig. Die Daten laufen in einem so genannten Tunnel und so ist auch die fast nur noch in Deutschland bestehende "Störer-Haftung" ausgeschlossen. Wer Teile seines Internetzugangs für das Freifunknetz freigibt, muss also nicht befürchten, beispielsweise für Musikdownloads eines Nutzers zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Auch vor Strahlen müsse man keine Angst haben, so Florian May, die Sendestärken seien um ein Zigtausendfaches niedriger als die Handy-Strahlen. In der Versammlung wurde die Initiative begrüßt.


Gute Entwicklung

Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) setzte die Bürgerversammlung mit den Rahmendaten der Gemeinde fort. Er freute sich über die Entwicklung, die Fatschenbrunn in den vergangenen Jahren, auch durch die Teilnahme am Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" gemacht hat. Viele Initiativen seien so entstanden, viele Folge-Projekte wie der Bürgerenergiepreis oder auch solche Ideen wie das Freie Wlan. Zuletzt beteiligte sich Fatschenbrunn am bundesweiten Wettbewerb "Kerniges Dorf" des Bundes-Landwirtschaftsministeriums, an dem insgesamt 280 Kommunen teilnahmen. Fatschenbrunn war mit 18 weiteren in der Endrunde. In der Kategorie der großen Orte gewann die Allianz Hofheimer Land den ersten Preis "damit war klar, dass wir nicht auch gewinnen können, aber der Erfolg war schon beachtlich", so Franz Hümmer. Gewonnen hingegen hat der SV Fatschenbrunn beim Energieeffizienzpreis des BLSV.

Vorbeugend wies Sechser darauf hin, dass vermutlich überschneidend die Kreisstraße Tretzendorf-Hummelmarter und die Staatsstraße Kirchaich-Dankenfeld ausgebaut werden. Die Gemeinde habe auf den Ausbau der beiden Straßen lange hingearbeitet und die Freude über die beiden Maßnahmen überwiege, so Sechser. Für Fatschenbrunn ist eine Umfahrung allerdings wenig problematisch.


Geh- und Radweg

Gerne würde der Gemeinderat auch einer weiteren Baumaßnahme zustimmen, nämlich dem Geh- und Radweg zwischen Unterschleichach und Tretzendorf. In dieses seit fast 30 Jahren gewünschte Projekt sei nach der Demonstration im vergangenen Jahr Bewegung gekommen, so Bürgermeister Sechser. Derzeit warte man auf das Ergebnis der vorgeschriebenen FFH-Verträglichkeitsprüfung, deren Fertigstellung dieser Tage für spätestens Ende April angekündigt wurde. Auf Fatschenbrunn eingehend erklärte Sechser, dass erste Priorität die Fertigstellung des Mehrzweckgebäudes haben müsse. Hier arbeiten derzeit die Verputzer, doch auch Eigenleistung sei noch zu erbringen. Er habe Verständnis dafür, dass die Dorfgemeinschaft in den vergangenen Jahren sehr viel Energie für andere Projekte aufgewendet hat und zwischendurch auch mal die "Luft ausgeht", doch sollte diese Baustelle nun zügig abgeschlossen werden, wünschte er sich. Danach könne man über weitere Vorhaben wie die Erneuerung des Pflasterbelages im Friedhof oder die gemeinschaftliche Hutzeldarre reden. Recht weit gediehen sei das Konzept für den Kulturhistorischen Lehrpfad in Kooperation mit der Uni Bamberg.


Schadhaftes Pflaster

In der Diskussion merkte der örtliche Beauftragte, Edwin Oppelt, an, dass sich das Pflaster in manchen Bereichen als mangelhaft erweise. Das sei schon bei der Abnahme bemängelt worden, die Steine seien aber nicht ausgewechselt worden. Im Laufe des Winters, der nicht mal mit strengem Frost einherging, sind wieder viele Steine abgeplatzt.



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