Unterschleichach
Festnahme

Fall Janina: Mutmaßlicher Todesschütze gefasst

Die Polizei hat einen Mann gefasst, der im Verdacht steht, in der Silvesternacht den tödlichen Schuss auf die elfjährige Janina abgefeuert zu haben.
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Foto: Matthias Hoch
Foto: Matthias Hoch
+++ 11-Jährige Janina an Silvester erschossen: Urteil im Mordprozess

Durchbruch im Fall der in der Silvesternacht getöteten Janina. Laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken soll der mutmaßliche Todesschütze von der Polizei gefasst sein.

Die Ermittler wurden zuletzt auch durch Waffenexperten des Landeskriminalamts und einen Profiler des Präsidiums München unterstützt, heißt es zudem. Sie stießen auf den Mann, weil er der Besitzer jener Kleinkaliberwaffe war, aus der der tödliche Schuss abgefeuert worden sein dürfte.

Das haben Recherchen der Polizei im Waffenregister des Landratsamts ergeben. Für die Familie dürfte die Aufklärung dieser schrecklichen Tragödie eine kleine Linderung ihrer großen Trauer sein. Fast zwei Wochen lang fehlte eine heiße Spur.


So reagiert Janinas Tante auf den Fahndungserfolg

Janinas Tante Anna M. (27) aus Schlüsselfeld sprach nach der Festnahme des mutmaßlichen Schützen mit inFranken.de über ihre Gefühle und die Reaktion ihres Bruder Antun M. (36), dem Vater des Mädchens, auf den Fahndungserfolg. "Also wir sind sehr aufgewühlt und aufgeregt. Eine Mischung aus Wut, Hass und Erleichterung. Die zwölf Tage waren sehr quälend für uns und nun sind wir etwas erleichtert, dass der Täter gefasst wurde. Vielleicht können wir so endlich abschließen mit der Tat und in Ruhe trauern. Wir sind sehr dankbar, dass die Polizei sich so bemüht hat", sagt Janinas Tante Anna M. gegenüber inFranken.de.


Projektil im Kopf

Die Ermittler der Soko Unterschleichach suchten lange vergeblich nach neuen Hinweisen. Janina hatte Silvester bei Freunden in Unterschleichach verbracht. Kurz vor 1 Uhr brach sie dort zusammen, war bewusstlos und wurde in eine Schweinfurter Klinik gebracht, wo sie nach einer Notoperation starb.

Im Kopf des Mädchens fanden Mediziner ein Projektil aus einer Kleinkaliberwaffe. Zusammen mit ihrer Mutter wohnte sie in Burgebrach (Landkreis Bamberg). Vergangene Woche kamen rund 300 Angehörige, Bekannte und Schulfreunde zur Beerdigung der Schülerin in deren Heimat. Jungen und Mädchen standen vor der Friedhofskapelle, in dem der weiße Sarg mit den vielen bunten Blumen stand, und weinten um die Schülerin. Pfarrer Friedmann sagte damals in seiner Trauerpredigt: "Janina war ein so lebensfrohes Kind, das immer auch gerne spielte und lachte. Sie freute sich am Leben und war ungewöhnlich aufmerksam. Sie ging mit offenen Augen durch die Welt." Gern habe sie mit ihrer Mama gekuschelt. "Es war eine tiefe, innige Beziehung zu ihrer Mutter", erinnerte Friedmann. Sein Appell an den Täter, sich zu stellen, blieb ungehört.

Offen blieb zunächst, warum der Täter an Silvester fahrlässig mit einer Kleinkaliberwaffe feuerte - ob er vorsätzlich auf Menschen schoss oder ob es sich um dabei u tragischen Leichtsinn handelte.


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