Oberschwappach
Ausstellung

"Expansion" eröffnet im Oberschwappacher Schloss

Im Oberschwappacher Schloss wurde eine Ausstellung eröffnet. "Expansion" zeigt ungewöhnliche Blicke und auch Einblicke.
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Franz E. Hermann möchte neue Realitäten und Sichtweisen schaffen. Fotos: Ulrike Langer
Franz E. Hermann möchte neue Realitäten und Sichtweisen schaffen. Fotos: Ulrike Langer
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"Kunst ist ebenso ein Mysterium wie die Welt, wie das Leben selbst. Immer werden eigene kleine oder weitläufige Welten durch künstlerisches Tun geschaffen, die in Ausstellungen vor unsere Augen gebracht werden", sagt der Galerist Egon Stumpf von der Galerie im Saal in Eschenau. Er präsentiert mit seiner Frau Eleonore Schmidts-Stumpf, der Gemeinde Knetzgau und dem Verein Museum Schloss Oberschwappach die Ausstellung "Neue Welten" im Schloss. Geschaffen von neun Künstlern aus dem Berufsverband Bildender Künstler Karlsruhe.

Die Künstler

Unter dem Titel "Expansion" öffnen Norbert Nolte, Franz E. Hermann, Karlheinz Kramer, Doris Lasar, Bernhard Stüber, Günter Wagner, Hans Wetzl, Birgit Schott und Ralph Stock "ihre" Welten, die sie auf Bilder, Gemälde, Fotografien, Collagen, eine Videoinstallation, in Stahl- und Glasskulpturen oder Bildhauerarbeiten gebannt haben und die den Betrachter einladen, sie zu betreten. Norbert Nolte brachte den Wunsch, den wohl alle Künstler hegen, folgendermaßen zum Ausdruck: "Ich möchte eigene Bilderwelten erschaffen, in denen ich mich bewegen kann oder in denen sich stellvertretend für mich die Figuren, die ich in meine Bilder einfüge, bewegen können."

Er arbeitet gerne mit Collagen und erzeugt damit eine Raumtiefe, in der man sich verlieren kann. Einzelne Farbmodule in Pastellfarben fügt er wie ein Mosaik zusammen, bevor er ein Motiv wie beispielsweise eine Figur darauf malt und anschließend durch kräftig-rote Punkte dem Bild Dynamik und Tiefe verleiht. Aber auch bemalte Modellhände finden auf diesen Collagen Verwendung und sind "Ausdrucksmittel der Seele", wie Egon Stumpf es formulierte.

Eine perfekte Raumillusion schafft Bernhard Stüber mit ganz anderen Mitteln: Seine Arbeiten bestehen aus nichts anderem als einem Wort. "Nackt, von literarischen Zusammenhängen befreit, liegen die Worte diagonal auf - oder absteigend zentriert auf einer unbestimmbar weiten Fläche", erklärte der Künstler und fügte hinzu: "Die Zeichnungen träumen davon, einer Skulptur ähnlich zu sein."

In der Mischtechnik

Neue Realitäten und Sichtweisen möchte Franz E. Hermann schaffen. Er tut dies - neben einer Videoinstallation - mit collagierten Fotoarbeiten oder mit Bildern in Mischtechnik, bei denen er die immer gleiche Fotografie auf mehrere Vesperbrettchen aufbringt und dann übermalt. So entstehen aus dem Farbenspiel und den Messerschnitten auf den Brettchen ganz neue Welten.

Birgit Schott ist mit Schwarzweiß- und Farbfotografien in analoger Technik vertreten. Ihre ausgestellten Bilder zeigen Kinderhütten, teils schon verfallen, inmitten der Natur, meist in oder vor Bäumen. "Mich haben besonders die Überlagerungen von Strukturen der Natur und dem von Menschenhand Geschaffenen, von Licht und Schatten oder von Spiegelungen interessiert", sagte sie.

Künstler macht Nägel mit Köpfen

Wer die Werke des Bildhauers Hans Wetzl betrachtet, wird unweigerlich schmunzeln. Hat der Künstler doch mit sehr viel Humor geflügelte Worte in seinen Skulpturen aus Holz und/oder Keramik umgesetzt. "Nägel mit Köpfen" heißt ein Werk, bei dem der Künstler übergroße Nägel aus Holz geschaffen und darauf kleine silberne Köpfe aus Keramik gesetzt hat. Das Wort "Alles konzentriert sich auf die Spitze" hat er mit einem Pinsel, einem Bleistift und einer Tuschefeder umgesetzt. Die über zwei Meter großen Schreibwerkzeuge aus Holz stehen, miteinander gekreuzt, auf der Spitze. Ein anderes Werk zeigt geschnitzte Bücher in einem Koffer zum Mitnehmen, für ein weiteres stand ein Stammtisch in einem Gasthaus im Bayerischen Wald Modell.

Karlheinz Kramer stellt seine Staffelei gerne am Waldrand auf, um die Natur zu zeichnen. Alle diese Werke sowie Arbeiten aus Papier von Doris Lasar, Bilder von einer gefühlvollen Farbigkeit, zusammengesetzt aus Miniaturen, von Ralph Stock sowie zarte Gebilde aus Glas und Eisenguss von Günter Wagner komplettieren die Ausstellung.

Öffnungszeiten
"Expansion" ist im Schloss Oberschwappach bis 27. Oktober sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter Ruf 09527/810501 zu sehen.

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