Die kleine Gemeinde Ermershausen, am Tor zu Thüringen gelegen, ist finanziell prima in Schuss. Trotz stattlicher Investitionen in den vergangenen Jahren hat sie mit knapp 800.000 Euro ein sattes Polster an Rücklagen auf dem Konto. Sehr zufrieden gab deshalb Bürgermeister Werner Döhler (Bürgerliste) bei der Ratssitzung am Mittwoch einen Vorbericht zum Haushalt dieses Jahres, in dem wieder einiges an Geld in die Hand genommen werden soll.

Bei einem Gesamthaushaltsvolumen von knapp 1,3 Millionen Euro sind die größten Investitionen der Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges mit 70.000 Euro, der Bau einer Kinderkrippe samt Einrichtung (190.000 Euro) sowie ein Zuschuss und Darlehen zur Sanierung der Adolf-Höhn-Halle mit je 30.000 Euro und die DSL-Breitbanderschließung für die 72.000 Euro bereitgestellt werden. Zum Jahresende wird das Schuldenkonto der Gemeinde bei knapp 75.000 Euro liegen.

Georg Metzger von der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim erläuterte den Ratsmitgliedern die Zahlen des neuen Haushalts. Bürgermeister Döhler bezeichnete das Zahlenwerk als "solide und gesund".

Die Investitionen der vergangenen drei Jahre seien beträchtlich gewesen, erklärte Döhler und im Haushalt 2012 würden sich vor allem solche Investitionen vorfinden, die vorgegeben sind. Die beachtlichen Rücklagen würden zeigen, dass auch kleine Gemeinden gut wirtschaften können, wenn sie sich nach ihrer Decke strecken, so der Bürgermeister. Einstimmig wurde der Haushalt 2012 verabschiedet.

Der Gemeinderat hatte, wie alle anderen Kommunen der Region, auch zur Änderung des Regionalplans Main-Rhön bezüglich der Windkraft Stellung zu beziehen. Da im Vorfeld schon über das Thema diskutiert wurde, herrschte bei der Ratssitzung wenig Diskussionsbedarf.

Eine Vorbehaltsfläche


In der Gemarkung Ermershausen gibt es unter der Bezeichnung "WK 85" nur ein einziges Gebiet, wo Windkrafträder erstellt werden könnten. Dieses Vorbehaltsgebiet liegt zwischen den Aussiedlerhöfen an der Schweickershäuser Straße und dem Wald Richtung Sulzdorf. Dass die Grenzen des Gebiets bis an die Bebauung der Siedlerhöfe reichen sollen, in denen 16 Menschen wohnen, will die Gemeinde nicht akzeptieren.

Sie möchte das Vorbehaltsgebiet bis an die Gemarkungsgrenze zu Sulzdorf Richtung "Weinstraße" im Wald verschieben, weil dann ein Abstand von 1 800 Metern zu den Aussiedlerhöfen bestünde und das Windkraftrad optisch nicht mehr so sehr ins Auge springen würde.