Ermershausen
Fasching

Ermershäuser feiern farbenfroh und voller guter Gags

Lokale Vorkommnisse waren in Ermershausen Hauptthemen einer kunterbunten Show mit intelligenten Sketchen und schmissigen Tänzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Grazil und anmutig: die Gardemädchen als indische Bauchtänzerinnen.
Grazil und anmutig: die Gardemädchen als indische Bauchtänzerinnen.
+10 Bilder
Das Spektakel am Samstagabend war wohl mit eine der besten Shows, die der Faschingsverein "Ermetzia" in Ermershausen in 33 Jahren auf die Bühne der Adolf-Höhn-Halle in Ermershausen gezaubert hat. Rund um Sitzungspräsident Michael Albert, den Elferrat, das Prinzenpaar Eva I. und Kai I. mit der adretten Garde zündeten 55 Narren ein fünf Stunden dauerndes Feuerwerk, das keine Langeweile aufkommen ließ, musikalisch begleitet von Dieter Nitschke.

Vor allem zum Ausbau der Bundesstraße 279 am Rehberg sind erwartungsgemäß die Spitzen gezündet worden - und hier stand besonders der Einsatz eines Mitbürgers als Polizei-Helfer im Blickpunkt. So spotteten die beiden "Amseln" Melanie Vey und Eva Wunderlich: "Wer nix is und wer nix kann, wird Dorf-Gendarm mit Größenwahn". In etlichen Anekdoten erinnerten sie an den "Baustellenschreck" und brachten damit die Halle zum Toben. Außerdem schlugen sie vor, den neuen Radweg als "Hartleb-Promille-Weg" zu taufen. Ein Video von der Baustelle mit 30 Akteuren deckte viele groteske Situationen auf.

Viel Lokalkolorit steuerten Sebastian Vey und Uli Bernstein bei, die eine "Auffangstation für vernachlässigte Männer während der Faschingszeit in der alten Schule" gegründet haben. Während ihre Frauen für die "Ermetzia" probten, müssten sie sich zuhause mit den Kinder rumschlagen - und das alles "wegen dem Scheiß Helau".


Das Krankenhaus der Zukunft

Zum Schreien komisch war der Sketch um einen "OP-Fachmarkt", in dem das Krankenhaus der Zukunft dargestellt wurde. So gab es Sonderangebote für Operationen im Do-it-yourself-Verfahren. Eine Hochschwangere wurde auf den nächsten Tag vertröstet, wenn der Arzt wieder da ist. Melanie und Peter Pötsch, Nicole Albert, Fabian Herold, Peter Fischer, Matthias Richter, Lisa Welz, Erika Schmitt und Markus Eiring sorgten für Lachsalven - ebenso wie die drei Jung-Väter Stefan Lüdecke, Benjamin Albrecht und Oliver Lutz, die Einblicke in die Geburtsvorbereitung gaben. Von Atemtechnik bis zur Wickeltechnik kannten sich die Väter aus, wobei ältere Herren versichert hätten: "Des had's früher ned gaam". Ihr Fazit: "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!" Gesanglich lamentierten sie über die Situation, wenn die stillende Mutter für "eine viertel Stunde" weg wollte, und es dann doch länger dauert. Der Saal tobte.


Männer unter sich

Einen weiteren gesanglichen Höhepunkt bot die Damen-Gymnastikgruppe. Das Frauenquartett mit Melanie Vey, Kristina Bernstein, Manuela Pötsch, Alexandra Eiring und Eva Wunderlich hat viele ergebnislose Diäten hinter sich und kam zu der Erkenntnis: "Mir bleim, wie mir senn!" - und ernteten dafür viel Gelächter.

Nicole Albert als griechische Göttin in der Bütt sinnierte in einem selbst verfassten Werk über den Mann und fragte spöttisch: "Was ist nur aus den Männern geworden?". Patrick Bohl erwies sich in einem Sketch mit Felix Eiring als Spielexperte "mit grenzenloser Dummheit". Im Reich der Anekdoten spielte der Sketch "Zu klug für die erste Schulklasse" mit Felix Eiring, Theresa Hofmann, Mirijam Pratsch und Ann-Kathrin Bayersdorfer.


Mehr Sex am Meer

Und Marianne Bohl und Erika Schmitt hatten die Lacher auf ihrer Seite als Touristen aus Rio de Janeiro - aber mehr wegen ihrer Versprecher. Ihre Renten aufbessern wollten Kristina Bernstein und Johannes Schobig. Sie boten Telefon-Sex "und mehr" an, was schließlich ausartete in Telefon-Sex am Meer. Als "Erklär-Bär" nach dem Fernsehvorbild sorgte Andreas Engmann zusammen mit Sebastian Vey als "Jürgen" in eingestreuten Sketchen für Kurzweil.

Ihre Verbundenheit mit Ermershausen zeigte die Faschingsabordnung des Maroldsweisacher Gesangvereins "Concordia". Das Prinzenpaar Desiree und Hannes begrüßte mit Zeremoniemeister Hans Meyer die Gäste, und deren Garde sorgte mit einem schmissigen Tanz für Stimmung. Tänzerisch abwechslungsreich zeigte sich die Garde der "Ermetzia", die die Faschingsshow mit einem Gardetanz eröffnet hatte und später als indische Bauchtänzerinnen begeisterte. Als es auf Mitternacht zuging, rockten die Mädchen im "Las Vegas"-Outfit die Bühne, zusammen mit Julian Pötsch und Christian Hofmann.
Unverwüstlich, und diesmal akrobatisch hoch, höher am höchsten turnte und tanzte das Männerballett über die Bühne und sorgte für einen fulminanten Abschluss. Andreas Engmann, Felix Eiring, Oliver Lutz, Fabian Stahn, Patrick Bohl, Fabian Herold, Julian Pötsch, Matthias Richter, Christian Hofmann und Sebastian Vey kamen - wie die Garde- und Showtänze - um eine Zugabe nicht rum. Und zum Finale versammelten sich alle Akteure auf der Bühne und sangen das "Ermetzia-Lied", begleitet von Alfred "Schulz" Kirchner mit seinem Akkordeon. Der Vorhang hebt sich ein zweites Mal für diese Show am kommenden Samstag, 25. Februar in der Adolf-Höhn-Halle.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren