Eltmann
Mega Memory Tag

Eltmanner Schüler trainierten ihr Gedächtnis

Das eigene Gehirn zu einem Hochleistungs-Speicher ausbauen: Wie das geht, haben Schüler, Lehrer und Eltern der Wallburg-Realschule Eltmann bei einem "Mega Memory Tag" von einem der führendsten Gedächtnistrainer Europas gelernt.
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Selbst in den Pausen war Gregor Staub von Schülern umlagert und musste "Überstunden" machen und Rede und Antwort stehen. Fotos: Günther Geiling
Selbst in den Pausen war Gregor Staub von Schülern umlagert und musste "Überstunden" machen und Rede und Antwort stehen. Fotos: Günther Geiling
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"Ein gutes Gedächtnis ist nicht naturgegeben und ich will euch heute zeigen, wie wir Gedanken tanken und unser Gehirn und unsere Festplatte zu einem Hochleistungsspeicher machen können." Mit diesen Worten eröffnete Gregor Staub, einer der führendsten Gedächtnistrainer Europas, einen "Mega Memory Tag" für Schüler, Lehrer und Eltern an der "Wallburg-Realschule" in Eltmann.

Christian Pohl, Lehrer an der Realschule, hatte mit der Organisation dieser Veranstaltung voll ins Schwarze getroffen, denn die Resonanz war außerordentlich hoch und vor allem die ca. 800 Schülerinnen und Schüler waren regelrecht begeistert. Sie scharten sich auch noch nach seinen Vorträgen um den "Gedächtnisprofi" und wollten weitere Tipps von ihm zum schulischen Lernen und Training in den verschiedenen Fächern.

Der 59-jährige Schweizer stimmte zunächst seine Zuhörer auf eine gleiche Ebene ein und meinte "ich hatte lange Zeit selbst Schwierigkeiten, mir Dinge zu merken und wollte dies schon als naturgegeben hinnehmen. Mit 16 Jahren flog ich sogar von der Schule und suchte dann nach Möglichkeiten meine Vergesslichkeit abzutrainieren." Dabei habe er entdeckt, "dass Lernen keine reine Begabung ist, sondern es regelrechte Techniken der Memorierens gibt, teilweise schon seit der Antike".

Das Gehirn kann viel viel mehr

"Das Gehirn kann wirklich viel mehr als wir glauben" gab er den Eingangsimpuls und wollte natürlich zuvor noch wissen, wer gerne ein besseres Gedächtnis haben wolle. Das wollten natürlich alle und schon war er bei den Medizinstudenten, die pro Prüfung immerhin 10.000 bis 20.000 Anatomie- und Lateinwörter im Kopf haben müssten und die seien alle mit Geschichten hinterlegt.

Und dann kam gleich eine Geschichte, welche Wörter wie "ungern" für Ungarn oder "Bulle" für Bulgarien enthielt und man sich binnen 3 Minuten die 28 Länder von Europa merken konnte. Noch eindrucksvoller war sofort danach ein Beispiel für das "Sprachen lernen" und das ausgerechnet auf "thailändisch".

Staub meinte: "Viele Touristen fliegen nach Thailand und kommen zurück, ohne nur ein einziges Wort sprechen zu können. Ich lerne euch in wenigen Minuten thailändisch bis zehn zu zählen und auch noch andere Zahlen sprechen zu können." Und zum Erstaunen aller funktionierte auch das ganz toll. "Entscheidend ist dabei, dass im Kopf Bilder zu jedem Wort erzeugt werden. Dann kann man sich nicht nur zehn bis 15 Wörter an einem Nachmittag, sondern sogar bis zu 300 neue Wörter einprägen."

Ja sogar die Rechtschreibung könne man nach seiner Methode erlernen, was er mit dem Wort "Fahrrad" deutlich machte. "Ich kombiniere, dass ich Fahrrad mit dem Helm und mit 2 Rädern fahre. Der Helm steht für das h und die zwei Räder für die beiden r im Wort." Mit solchen Kombinationen bekomme man sogar die Legasthenie in den Griff "natürlich haben wir dann immer noch Legastheniker, aber wie wissen, wie man mit ihnen umgeht".

Geschichten als Merkhilfe

Damit war er schon bei seinem ersten Geheimnis, dass eigentlich alles mit Geschichten hinterlegt werden müsse, "denn für ein dreijähriges Kind ist eine Zahl auch so ähnlich wie ein französisches Wort".

Diese Technik der "Körperleiste" funktioniere sogar schon bei einem vierjährigen Kind, das sehr schnell die Wochentage dann auch in der richtigen Reihenfolge erlerne.

Damit war das Stichwort für das "Zahlengedächtnis" gegeben und Gregor Staub erinnerte an die vielen Mühen, auch der Eltern, mit dem "kleinen Einmaleins" für ihre Kinder. Oft übe man in der Schule daran Monate und manches Kind könne es dann immer noch nicht. "Wir brauchen dazu für eine Klasse vier Stunden."

Über das kleine Einmaleins hinaus führte er dann verblüffende Rechenlösungen vom Multiplizieren einfacher Zahlen bis hin zu Zahlen im Quadrat vor, die jeden Taschenrechner hintenan stellten. Selbst 13- oder 20-stellige Zahlen konnten sich die Schüler in kurzer Zeit merken. Und so mancher Schüler fühlte sich bereits als kleiner Gedächtnisspezialist.

"Das kann eigentlich jeder. Die Gedächtnisakrobaten sind auch nicht schlauer als andere, sie haben nur ein besseres System. Mit Hilfe der Memo-Technik lassen sich Dinge einfach leichter merken." Dabei erinnerte er an Telefonnummern, Pin-Codes, Einkauflisten oder Spickzettel, die man dann ganz sicher im Kopf habe und nicht mehr aufschreiben müsse. Auch zahlreiche Namen könne man sich so in ganz kurzer Zeit einprägen, womit der Gedanke "wie heißt noch einmal der Dingsbums" vorbei sei und man in Reden oder Vorträgen nicht den Faden verliere "wo war ich gerade?"

Gregor Staub machte dies dann schnell deutlich, als er den Schülern versicherte, dass sie in 5 Minuten die letzten 10 Präsidenten der USA aufzählen könnten und zwar auch in der richtigen Reihenfolge. Auch wenn sie das anfangs nicht glauben konnten, zog er sie in seinen Bann und meinte "das Tolle ist, dass ihr euch bei mir nicht blamieren könnt".

Und da war er bei einem weiteren Geheimnis des Erfolgs seiner Methode. "Der Hauptgrund für das Behalten tritt ein, wenn ihr gerne lernt und meine Technik hilft euch dabei, dass ihr es gerne tut." Und weil sie ihn immer wieder mit Beifall unterbrachen, meinte er "wo gibt es ein solches Erlebnis schon einmal für einen Lehrer in der Schule, dass er mit Zwischenapplaus immer wieder unterbrochen wird. Wenn ich als Lehrer nicht erreiche, dass ihr es gerne tut, funktioniert es auch nicht."

Mit Hilfe von verschiedenen Körperstellen und Assoziation von Wörtern konnten dann die Schüler wirklich innerhalb kürzester Zeit die letzten 10 US-Präsidenten aufzählen und was noch schwerer schien, die verschiedenen Bundesministerien einschließlich des Bundeskanzleramtes.

Die Schülerinnen und Schüler waren so begeistert von der Lerntechnik, dass Gedächtnisprofi Gregor Staub alle Mühe hatte, zwischen den Vorträgen zu einer kleinen Pause zu kommen. Sie löcherten ihn zu allen möglichen persönlichen Problemen, seinen Büchern und technischen Hilfsmitteln, um dies auch für ihre Schulzeit und später nutzen zu können.

Der Effekt des Vortrags bei den Schülern war beeindruckend und so manchem ging es danach nur noch darum, wie man die Technik erlernen solle und ob denn auch die Lehrer solche Techniken in nächster Zeit umsetzen werden.

Tolle Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen

Die Resonanz über den "Memory-Tag" des Gedächtnisprofi Gregor Staub an der Wallburg-Realschule Eltmann war überwältigend und dies bei Schülern genauso wie bei den Lehrern und den Eltern.

"Dass man die 28 Ländern Europas so schnell lernen kann, konnte ich überhaupt nicht glauben", meinte Manuel Laubender. Anna Pflaum aus Eltmann hin und weg "vom Malnahmen mit den Fingern, dass man das Ergebnis an den Fingern ablesen kann." Angelika Kaiser war fast sprachlos " ich hätte nie gedacht, dass das Multiplizieren so einfach ist und selbst mit großen Zahlen" und ihre Zwillingsschwester Alexa sah es ähnlich. "Für mich war es ganz toll, dass man auch Zahlen mit Bildern hinterlegt und man sich auf diese Weise dann auch ganz große Zahlen über eine Geschichte merken kann."

Die Schüler machten sich natürlich auch Gedanken, wie man das auch jetzt anwenden könne. Für Anna Pflaum hatte dies eine ganz klare Konsequenz. "Ich möchte, dass dies die Lehrer im Unterricht auch anwenden". Manuel Laubender ergänzte " damit sollte man auch die Lehrer schulen, damit die es im Unterricht anwenden und wir leichter lernen."

Christian Pohl, Lehrer an der Wallburg-Realschule, hatte den "Gedächtnisprofi" bei einer Weiterbildung kennengelernt und dann auch für diesen Tag nach Eltmann holten können. Dies sei auf Grund des Terminkalenders von Gregor Staub nicht leicht gewesen. "Aber ich glaube auch, dass dies eine gute Sache war, die wir durchaus auch den Schülern vermitteln können. Aber auch die Eltern können mit der Technik zu Hause üben. Mir ist es dabei vor allem um die Grundhaltung des Lernens gegangen, die positiv sein muss. Der Vortrag hat ja auch gezeigt, dass die Schüler wirklich begeistert waren. Sonst hätten sie nicht danach Gregor Staub regelrecht belagert und ihm ihre Fragen gestellt."

Auch Gedächtnisprofi Gregor Staub war nicht minder von der Resonanz berührt, obwohl er das ja oft erlebt. "Die Teilnehmer sind unmittelbar nach meinen Vorträgen wirklich begeistert. Das erlebe ich immer wieder. Noch besser ist es natürlich, wenn dies in einigen Wochen auch noch anhält. Wichtig ist schon einmal die positive Motivation zum Lernen und dass von der Schule auch einiges davon umgesetzt wird."

Ein ehemaliger Lehrer fragte, ob Gregor Staub denn seine besonderen Lerntechniken auch mit dem Kultusministerium, Lerndidaktikern oder sonstigen für die Bildung zuständigen Personen besprochen habe. "Vor Jahren habe ich hier schon einmal mit Kultusministerin Monika Hohlmeier, aber auch mit Spänle gesprochen. Aber da hörte ich, dass das Ministerium eigentlich nur für die Lerninhalte zuständig sei, aber nicht wie man es den Schülern lernt."

Dennoch freue er sich über den Erfolg seiner Lerntechnik, die sowohl Kindern wie Erwachsenen erleben lasse, wie die Merkfähigkeit innerhalb kürzester Zeit signifikant und nachhaltig verbessert werden könne. "Wenn ich am 3. Juni 2044 meinen 90. Geburtstag feiere, werde ich dies vor der Uni tun, wo sicherlich Tausende Studenten sich bei mir bedanken werden."

Vita

Gedächtnistrainer Gregor Staub
Geb. 1954, Betriebsökonom
Autor vieler Bücher zum Thema Gedächtnistraining
2003 vom "Magazin Training" zum Trainer des Jahres gewählt
Creativ member des Club of Budapest
2013 in die "Hall of Fame" der German Speakers Association
Seit 2008 gibt es 8. Auflage einer "Audio & eLearning-Edition"
Bis heute über 1 Mio Teilnehmer an seinen Vorträgen und Seminaren


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