Eltmann
Soziales

Eltmann billigt das Wohnprojekt

Der Bauausschuss des Stadtrates sprach sich dafür aus, dass die Kinder- und Jugendhilfe St. Josef in einem Haus in der Galgenleite Flüchtlingskinder betreut. Nachbarn stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber. Das Landratsamt entscheidet.
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In diesem Haus am Rande von Eltmann werden die Wohnungen für minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Foto: FT-Archiv
In diesem Haus am Rande von Eltmann werden die Wohnungen für minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Foto: FT-Archiv
Mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik sah sich der Eltmanner Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag konfrontiert. Ein Wohnprojekt für sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge soll in der Siedlungsstraße Galgenleite entstehen - die Nachbarn sind nicht begeistert, vor allem weil sie eine Dauereinrichtung befürchten. Sie nahmen an der Sitzung teil und äußerten ihre Bedenken.

Unter den Flüchtlingen vorwiegend aus Syrien sind auch viele Kinder und Jugendliche, deren Eltern gestorben sind oder zu einer Flucht nicht in der Lage waren. Diese Kinder brauchen eine besondere Betreuung, nicht nur weil sie alleine in einem fremden Land sind, sondern auch weil sie teils Schreckliches erlebt haben.

Weil die Kinder- und Jugendhilfe St.
Josef in Eltmann eine Facheinrichtung für traumatisierte Kinder ist, wandte sich die Regierung von Unterfranken an den Leiter mit der Anfrage, ob auch minderjährige Flüchtlinge betreut werden könnten. Zu diesem Zweck kaufte die Kinder- und Jugendhilfe ein Wohnhaus an der Galgenleite. Dort könnte die Jugendhilfe nach einem Umbau bis zu zehn Kinder aufnehmen und rund um die Uhr betreuen.

Die Nachbarn bezweifeln, dass eine solche Nutzung in das Wohngebiet passt - und sie sorgen sich um die Zukunft, denn auf dem Grundstück wären noch weitere Gebäude möglich und zulässig. "Und wenn der Flüchtlingsstrom abgeebbt ist, wird das ja nicht zugesperrt, dann kommen andere Jugendliche", meint Matthias Engel, der sich in der Sitzung zum Sprecher der Nachbarn machte. "Diese Kinder brauchen doch eine Zuflucht", hatte CSU-Stadtrat Bruno Wittig vorher zu bedenken gegeben, "wir sind froh, eine so wichtige Einrichtung wie die Kinder- und Jugendhilfe in Eltmann zu haben", sagte der frühere Leiter der Mittelschule.

Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) hatte im Vorfeld der Bauausschuss-Sitzung eine Gesprächsrunde initiiert, in der die Anwohner die Gelegenheit hatten, sich mit Verantwortlichen der Heimaufsicht der Regierung von Unterfranken, des Jugendamtes und anderer Behörden auszutauschen. Sie stehen dem Vorhaben weiterhin kritisch gegenüber.

Der rechtlichen Würdigung tut das indes keinen Abbruch, zumindest nicht auf Ebene der Stadt und des Bauausschusses. Der ist nämlich nicht Genehmigungsebene, sondern hat allein das Bauvorhaben und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu würdigen. Pflege und Betreuung sind in Wohngebieten ausdrücklich erlaubt und vorgesehen, am Gebäude selbst wird äußerlich kaum etwas verändert - und mehr hat der Bauausschuss auch nicht zu würdigen. Themen wie Emissionen prüft das Landratsamt, das schließlich auch genehmigt - und einen Beschluss der Stadt aufheben kann, wenn dieser sich gegen die rechtlichen Regelungen gewendet hätte. Da den Bauausschuss-Mitgliedern das bewusst war, fiel der Beschluss über den Bauantrag auch einstimmig. Der Antrag wird also jetzt mit Befürwortung der Stadt, aber ohne Zustimmung der Nachbarn an das Landratsamt in Haßfurt weitergeleitet.

Weitere Themen aus der Sitzung des Bauausschusses
Kindergarten Um Kinder ging es in einem weiteren Punkt der Bauausschuss-Sitzung. In den vergangenen Jahren wurde viel gebaut am städtischen Kindergarten Eltmann; der energetischen Sanierung folgte der Umbau für die Krippe. Die Arbeiten haben den Außenanlagen nicht gerade gut getan, die Spielflächen sollen jetzt komplett neu angelegt werden, und zwar nach einem Konzept, wie es viele von den Spielflächen der Landesgartenschau in Bamberg kennen. Rund 100 000 Euro will die Stadt dafür investieren. Der Ausschuss stimmte der Planung zu, Bürgermeister Michael Ziegler kann nun die Arbeiten in Auftrag geben, so lange sie sich im Kostenrahmen bewegen.

Ausgleich Vor der Sitzung
hatte der Bauausschuss einige Ortstermine. Unter anderem wurden Flächen begutachtet, die umgestaltet werden können, wenn die Stadt als Ausgleich für Baumaßnahmen Retentionsflächen anbieten muss. Erste Maßnahme wäre dann die Anlage von Auwald bei Eschenbach. Flutmulden könnten bei Eschenbach auch entstehen, ebenso gegenüber dem Hundeplatz in Eltmann.

Gefahr Ein Gaststättenbetreiber an der Industriestraße in Eltmann bat die Stadt um Sicherungsmaßnahmen gegenüber dem fließenden Verkehr. Seine Kneipe liegt im Auslauf einer Kurve. Immer wieder komme es vor, dass Lastwagen im Zuge dieser Kurve auf den Gehweg ausweichen und Gäste auf dem Weg zum Parkplatz gefährden. Der Bauausschuss überlegte vor Ort, welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten, die Stadtverwaltung soll jetzt mit der Polizei abklären, was sinnvoll und zulässig ist.

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