Ebern

Eine neue Frau lenkt die "Arche Noah" in Ebern

In Eberns kirchlichem Kindergarten trat Heike Burkard die Nachfolge von Theresia Salomon an.
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Diakon Uwe Holschuh (links) segnete die neue Kindergarten-Leiterin Heike Burkard. Foto: Ralf Kestel
Diakon Uwe Holschuh (links) segnete die neue Kindergarten-Leiterin Heike Burkard. Foto: Ralf Kestel
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"Solche Feierlichkeiten sind bei uns nicht alltäglich, da fehlt uns ein bisschen die Erfahrung", entschuldigten sich die Erzieherinnen am Montagabend im kirchlichen Kindergarten "Arche Noah", als die Sektgläser zunächst nicht reichten. Der Vorsitzende des Caritasträger-Vereins, Alfred Neugebauer, hielt dies für ganz normal. "Einen Wechsel der Leiterin gab es schließlich zuletzt vor 24 Jahren."

So lange leitete Theresia Salomon die kirchliche Einrichtung. Als ihre Nachfolgerin wurde am Montag Heike Burkard (37) vorgestellt und von Diakon Uwe Holschuh gesegnet.

Dieser Rahmen wurde auch genutzt, um Theresia Salomon für ihre Jahrzehnte lange, verdienstvolle Arbeit zu danken. Weil sie sich das aber ausdrücklich verbeten hatte, verließ sie die Feierstunde abrupt und vorzeitig.

In der ihr bekannt eigenen Art hatte sich Salomon dezent und bewusst zurückgehalten. Sie wirkt(e) lieber im Stillen.
So auch in den zurückliegenden Tagen, als sie ihre Nachfolgerin einarbeitete. "Wir saßen viele Stunden lang zusammen. Die ersten Kontakte waren überaus positiv, ich habe mich von Anfang wohlgefühlt", freute sich Heike Burkard, die in Coburg geboren wurde, in Untermerzbach aufgewachsen ist und ihre fünfjährige Ausbildung in Schweinfurt absolvierte.

Danach arbeitete sie 15 Jahre lang in verschiedenen Bereichen in München und absolvierte nebenher vier Jahre lang ein berufsbegleitendes Studium als Heilpädagogin.

Ihre Vorgängerin habe eine "liebevolle, familienergänzende Umgebung für die Kinder geschaffen", fand Burkard, die jetzt in Bamberg wohnt.


Treues Personal

Eine vorbildliche, weitsichtige Arbeit und christliche Erziehung bescheinigte Sabine Rückert-Seidel vom Kreis-Caritasverband der scheidenden Leiterin Salomon, und löste damit deren überstürzte Reaktion aus. Das Lob, dass der Kindergarten durch die hervorragende Arbeit und Salomons Fachwissen hohes Ansehe genieße, nahm sie aber noch mit.

Sie hinterlasse große Fußstapfen hatte der Vorsitzende des Caritasvereins, Alfred Neugebauer schon vor dem Weggang Salomons festgestellt. Ein Wechsel eröffne aber auch die Chance, neue Initiativen anzugehen.

21 Beschäftige seien im kirchlichen Kindergarten tätig, zum Teil schon seit 25 Jahren. "Das zeigt, dass unser Kindergarten ein gut geführtes Haus war und ist", sagte Neugebauer und überreichte der neuen Leiterin als "Insignien" einen überdimensionalen Hausschlüssel sowie einen dicken Ordner mit allerlei Papieren, wie Behördenbescheiden, Vereinbarungen mit der Stadt, Leitbild und, und, und.

So einen trockenen Teil wollte er den Kindern ersparen, weswegen die Feier auf den Abend gelegt wurde. Er, Neugebauer, hoffe, dass die "Arche Noah" den Kindern weiterhin Schutz und Sicherheit biete.

Ein Gedanke, den auch Diakon Uwe Holschuh als Vertreter der Kirchengemeinde aufgriff. Die Arche biete Schutz und die Leiterin müsse Ruhe ausstrahlen, weil über die Kinder in der heutigen Zeit so viel herein flute.

Für den Kindergarten-Beirat hieß Christina Wiedhalm die neue Leiterin willkommen. "Die Eltern sind fordernd, aber auch offen und hoffen auf eine gute, vertrauensvolle und lange Zusammenarbeit."

251 Kinder werden aktuell in Einrichtungen im Stadtgebiet betreut, sagte Bürgermeister Harald Pascher (FDP). 99 davon im kirchlichen Kindergarten, der noch eine Übergangsgruppe führe.


Kindergarten-Neubau geplant

"Die Betreuungsplätze reichen aufgrund der Nachfrage nach Krippenplätzen und der Flüchtlingsfamilien nicht mehr aus. Deswegen planen wir zusammen mit dem Diakonischen werk Bamberg einen Neubau im Mannlehen, der hoffentlich mit weiteren 45 Plätzen im Jahr 2018 bezogen werden kann", sagte Harald Pascher, der darauf verwies, dass sich Verwaltungsleiter Ernst Haßler auf einen Eröffnungstermin nicht festlegen wolle.

Ein entsprechendes Baugrundstück, auf dem vorher ein Supermarkt vorgesehen war, ist zwar bereits gefunden.
Aber: Durch die Nutzungsänderung wurde eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig, wodurch das Landratsamt aktiv wurde.

Die Behörde verfügte ein Monitoring durch einen Diplom-Biologen, der während der Vegetationsphasen Ausschau nach seltenen Tier- und Pflanzenarten hielt.

In der Tat wurden drei Zauneidechsen aufgespürt, die gefangen und umgesiedelt werden müssen, wozu laut Angaben aus dem Rathaus sogar eine artenschutzrechtliche Genehmigung der Regierung von Unterfranken nötig war.
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