Theres
Umwelt

Eine Spurensuche im Müll

Wann Müll nach Erde riecht, was ein Schaf im Altpapier zu suchen hat und warum Abfall wichtig ist, erfuhren die Viertklässler aus Theres bei einer Reise durch des Landkreises Reste.
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Genauestens untersucht und beschnuppert wurde die recycelte Komposterde in der Kompostieranlage in Hainert.  Fotos: Carmen Schuler-Bierbaums
Genauestens untersucht und beschnuppert wurde die recycelte Komposterde in der Kompostieranlage in Hainert. Fotos: Carmen Schuler-Bierbaums
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Eine Rundreise der ganz anderen Art erwartete die Schüler der vierten Klassen der Johann-Peter-Wagner-Grundschule Theres: es ging einmal quer durch den Müll des Landkreises.

Ihren Anfang nahm die ungewöhnliche Reise, initiiert vom Landratsamt Haßberge, im Kreisabfallzentrum in Wonfurt mit einem Vortrag und einer Führung. Dort erfuhren die Thereser Schüler nicht nur, wie wichtig der verantwortungsbewusste Umgang mit Abfall ist, sondern auch, welche drastischen Probleme die falsche Entsorgung bereiten kann.

400 Jahre für eine Plastikflasche

Das FCKW im Kühlschrank zerstört die Ozonschicht, weggeworfener Kunststoff gefährdet die Tiere und das Quecksilber in achtlos weggeworfenen Thermometern kann, wenn es in die Nahrungskette gelangt, Krankheiten bis hin zum Tod verursachen.
Eine achtlos weggeworfene Plastikflasche beispielsweise benötigt 400 Jahre, bis sie vollständig verrottet ist.

Georg Mühlfelder und Werner Tak, die Abfallberater des Landkreises, erklärten den Schülern, wie wichtig die Abfallwirtschaft ist. Dazu gehören auch die 26 Wertstoffhöfe im Landkreis. Das nächste Thema war daher, die richtige Trennung in Wertstoffe, Restmüll, Sondermüll und Biomüll. Hier erfuhren die "Müllrundreisenden", dass eine Mehrwegflasche 60 Einwegflaschen ersetzt und deshalb viel besser für die Umwelt ist.

343 Kilo für jeden Bürger

Außerdem wurde das richtige Wegwerfen und Sortieren besprochen. Immerhin produziert jeder Bürger pro Jahr 343 Kilogramm Müll, die durch die Abfallwirtschaft korrekt entsorgt werden müssen. Beim Rundgang durch das Kreisabfallzentrum machten die Schüler in der Umladestation Halt und erfuhren, dass vier bis fünf Laster täglich von Wonfurt nach Schweinfurt fahren, um unseren Müll in die Müllverbrennungsanlage zu transportieren.

Erstaunt hörten sie, dass der Müllberg in Wonfurt jährlich 150 000 Euro für Wartungsarbeiten verschlingt, zeigten sich jedoch erfreut, dass es Dank der guten Wartung noch nie Probleme mit verschmutztem Grundwasser gab.

Weiter führte die Reise zur Firma Koppitz nach Knetzgau. Hier bestaunten die Schüler einen gepressten Block aus Aluminiumpapier und erfuhren, dass dieser rund eine Tonne wiegen kann. Bei der Besichtigung des Altpapiers staunten sie nicht schlecht: in den letzten Jahren wurden dort auch mal Hanteln und sogar ein totes Schaf gefunden.

Die Rundreise fand ihren Abschluss in der Kompostieranlage im Wald von Hainert. Dort bekamen die Schüler ebenfalls bei einer Führung einen Einblick in die Arbeit und stellten beim Beschnuppern der recycelten Komposterde fest, dass diese doch tatsächlich nach richtiger Erde riecht. Müll ist eben nicht gleich Müll.



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