Untermerzbach

Ein Hauch von Woodstock weht durch Untermerzbach

Newcomer und erfahrene Bands wechselten sich beim Untermerzbacher Festival "Rambazamba in der Pampa" ab und boten Musik unterschiedlichster Genres. Beständig schlecht war anfangs das Wetter, der Stimmung machte das keinen Abbruch.
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Beim "Rambazamba in der Pampa"-Festival war am Samstag in Untermerzbach für jeden Musikgeschmack eine Band dabei. "The Apes" mit Lokalmatador und Drummer Alexander Schug unterhielten die zahlreichen Besucher mit Experimental Mainstream Rock. Foto: Bettina Knauth
Beim "Rambazamba in der Pampa"-Festival war am Samstag in Untermerzbach für jeden Musikgeschmack eine Band dabei. "The Apes" mit Lokalmatador und Drummer Alexander Schug unterhielten die zahlreichen Besucher mit Experimental Mainstream Rock. Foto: Bettina Knauth
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Ein Hauch von Woodstock wehte am Wochenende durch Untermerzbach. Beim Festival "Rambazamba in der Pampa" boten elf Bands einmal mehr Unterhaltung für nahezu jeden Geschmack. "Diesen Anspruch können wir voll erfüllen", strahlte Madeleine Schröter vom Organisationsteam. "In diesem Jahr ist jede Band ein Headliner."


Kirchweih-Musik und Rock'n'Roll


Unbeständig wie die Musikstile war allerdings auch das Wetter: Auf Regenschirme und wetterfeste Kleidung konnten die Besucher des Open-Air-Konzerts zumindest anfangs nicht verzichten. "Was wäre Rambazamba ohne Regen?" kommentierte Mit-Veranstalter Nils Schmidbauer süffisant.


Mit mehr Unterstellflächen hatten die Organisatoren angesichts der schlechten Prognose vorgesorgt.
Für den traditionellen Auftakt sorgten die Untermerzbacher Kirchweihmusikanten mit Marsch, Polka und Walzer, gefolgt vom Rock'n'Roll der einheimischen Ingo-Bingo-Band. Die Rock-Oldies Thomas Schmoll, Ingo Schröter und Uwe Fischer zeigten mit ihrer Zeitreise von den 1960ern bis heute erneut, dass sie längst nicht zum alten Eisen gehören.


Newcomer-Band meistert ersten Live-Auftritt


Hinter der Nachwuchsband "Concert In My Car" verbargen sich Jonas Jackson Meister, Patrick Huttinger, Johannes Freibott und Maximilian Streit aus Ebern, die mit ihrem Basement-Sound die Stimmung kräftig anheizten. "Es ist sehr schön, dass wir wieder eine Nachwuchsband haben", sagte Schröter. An junge Leute der Region, die Musik machen, richtet sie den Appell, sich für 2016 zu melden.

Drummer Maximilian Streit freute sich nach dem ersten Live-Auftritt, dass "die Leute unsere Musik toll finden und Spaß haben". Der ungewöhnliche Bandname, so verriet Streit, stamme daher, dass die Vier aus Verlegenheit anfangs in einem Auto probten.


Punkrocker tanzen auf Popmusik


Indie-Rock und neo-psychedelische Klänge boten anschließend "Van Hazy". Auch ohne ihre sonst üblichen selbstgestalteten Projektionen entfalteten die eingängigen Songs der Bamberger Eva Bäumel, Marco Janisch und Frank Schücker ihre ganz eigene Atmosphäre. "Echt cool", meinte Bäumel und war begeistert, dass die Zuschauer trotz des Regens nicht in den Zelten verschwanden. "Selbst Punkrocker haben auf unserem Pop getanzt", beobachtete die Keyboarderin, sie habe "voll das Woodstock-Feeling" verspürt.

"Rap meets Rock" hieß es dann bei "Souljam". Die erfahrenen Musiker George 33, DJ Mike 5000, MC Wolf und B-Boy Mace präsentierten eine interessante Stil-Mischung, bei denen nicht nur der neuartige Sound, sondern dazu die Texte zu überzeugen wussten.


Alexander Schlug der Lokalmatador


Es folgte die Band "The Apes" aus Bamberg. Robert Schillig, Denis Andrae und Alexander Schug haben sich dem experimentalen Mainstream-Rock verschrieben. Ein Versuch, der beim Publikum ankam. Für Schug war es ein Heimspiel: Mit fünf verschiedenen Bands stand der Untermerzbacher bereits auf der Festival-Bühne. Heuer verspürte der Drummer "eine Super-Stimmung".


Auch Schmidbauer bemerkte, "dass schon früh viele Leute da waren und trotz des Wetters geblieben sind".
Keineswegs Panik war angesagt beim Progressive-Alternative-Rock vom "Novel Panic" (Nico A./Bass/Vocals, Simon A/ Guitar, Simon S./Guitar, Pascal B./Drums) aus dem Landkreisen Haßfurt und Bamberg. Die vierköpfige Formation hat soeben ihr erstes Album aufgenommen, aus dem sie einige Songs präsentierte.

Post-Pop steuerten "Mellosheen" (Guido Apel, Volker Hofmann, Dominik Tremel und Jens Kußmann) bei. Die Musiker aus Bamberg, Lichtenfels und Coburg, die seit fünf Jahren zusammenspielen und für den Herbst ihr zweites Album planen, wurden erneut ihrem Ruf als "erlebenswerte Liveband" gerecht.


Gastband aus der Oberpfalz


Nächste im Line-Up der Bands waren "William's Orbit" (Siegfried Häusler, Michael Siegel, Lukas Höllerer, Christian Gold und Lukas Wurzer) aus Weiden, sie boten Independent-Rock vom Feinsten. Auf das Gastspiel der Oberpfälzer war Schröter besonders stolz. "Als es bei unserer Anreise wie aus Eimern goss, haben wir schon das Schlimmste befürchtet", sagte Gold. "Doch das Gelände füllt sich echt gut", fügte Häusler hinzu.

"Es wird Zeit, dass wir unter die Schlecht-Wetter-Tradition des Rambazamba-Festivals mal einen Schlussstrich ziehen", hatten die Musiker von "Devil May Care" im Vorfeld auf ihrer Facebook-Seite verkündet. Nachdem erst alles Daumendrücken nichts geholfen hatte, konnten die vier Würzburger Tim Heberlein, Lukas Esslinger, Moritz Hillenbrand und Joachim Lindner wenigstens vom Regen verschont mit ihren kräftigen Riffs und selbst geschriebenen Songs begeistern. Zum Post-Hardcore-Sound präsentierte die Band eine mitreißende Bühnenshow.

Im Laufe des Abends wurden die Musikrichtungen immer härter. Mit dem Auftritt der Coburger Trash-Metal Band "Wulfpack" (Justin Entwistle, Dennis Rušnjak, Bobby Roth und Justin Henneberger) strebte die Party in Untermerzbach ihrem Ende entgegen.

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