Unterpreppach

Ein Gärtner, der die Tiere liebt

Gärtnermeister Rudolf Schmitt aus Unterpreppach hat sich zum Ausgleich einen kleinen privaten Zoo mit Kleinvieh angelegt.
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Gärtnermeister Rudolf Schmitt findet bei seinen Tieren einen Ausgleich zum Berufsleben. Da kann er abschalten. Fotos: Helmut Will
Gärtnermeister Rudolf Schmitt findet bei seinen Tieren einen Ausgleich zum Berufsleben. Da kann er abschalten. Fotos: Helmut Will
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Manchmal sind sie zu hören, die Tiere von Gärtnermeister Rudolf Schmitt aus Unterpreppach. Vor allem der Ruf eines Pfaus sorgt immer wieder mal für Aufmerksamkeit und Irritationen im Dorf. Er hört sich fast an, als würde ein Mensch klagen. Aber auch andere Tiere, zum Beispiel Bambushühner, haben einen besonderen exotischen Ruf der aufhorchen lässt. Schmitt ist mit Kleintieren aufgewachsen, sie gehören zu seinem Leben.
Der 64-jährigen Gärtnermeister "Rudi" Schmitt sitzt vor seinem Haus in einer Gartenschaukel, als er erzählt, dass ihm Kleintiere "ans Herz gewachsen" sind. "Schon meine Oma hatte Ziegen und Hasen, von denen ich schon als Kind fasziniert war", erzählt er. Schmitt selbst hatte als Kind und Jugendlicher "verschiedene Viecher", wie Meerschweinchen und Zwergziegen, für die er selbst verantwortlich war. Seine Gärtnerlehre hat er in den Jahren 1965 bis 1968 in Veitshöchheim in der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau absolviert und dort im Jahr 1975 seine Meisterprüfung abgelegt.

In der Schweiz hat er als "Austauschgärnter" ein Jahr lang gearbeitet. Wieder zurück im elterlichen Gärtnereibetrieb, hat der junge Gärtnermeister einiges geändert. Es wurde umgebaut, Gewächshäuser angelegt und der Betrieb neu organisiert. "Die Gemüsefläche meines Vaters wurde nicht mehr gebraucht und so ist dort ab dem Jahr 1978 auf einer Fläche von etwa 5000 Quadratmetern mit einer großen Grünfläche das Domizil für meine Kleintiere entstanden."


Auf zum Futtertermin

Rudi hat auf einer Wiese seines Nachbarn Paul Hofmann Kleegras gemäht und auf eine Schubkarre geladen. Er nimmt die Schubkarre und fährt in Richtung seines Kleintiergeheges direkt oberhalb des "Preppach-Baches", der seine Gärtnerei und das Gehege trennt. Dort wird er von "seinen Viechern" schnatternd, gackernd und gurrend erwartet. Hühner verschiedener Rassen, darunter zahlreich Ziergeflügel, verschiedene Entenarten kommen an den Zaun und im Taubenschlag hüpfen die Tauben aufgeregt hin und her.

"Meine Tiere sind seit eh und je mein Ausgleich zum beruflichen Alltag. Wenn ich bei ihnen bin, kann ich alles vergessen und komme runter", sagt der Gärtnermeister.

Angefangen hat sein "Kleintierzoo" mit sechs Zwergziegen und einen Bock. "Ärger hat es mit den Ziegen gegeben, weil sie immer ausgebüchst sind, weshalb ich sie später wieder abgeschafft habe", sagt Rudi. Kamerunschafe waren die Nachfolger der Vierbeiner, aber die hauten auch immer wieder mal ab, was aufwendige Einfangaktionen zur Folge hatte. Deshalb schwenke Rudi Schmitt mit der Zeit auf zweibeinige Tiere um. Hühner, Enten, Gänse, Tauben und Zwerggeflügel, Pfauen und Fasanen kamen hinzu. "Die Anzahl meiner Tiere kann ich nicht nennen, das variiert immer wieder mal", sagt Schmitt.


Konkurrenz für den Osterhasen

Ein Geschäft will der Gärtnermeister mit seinem Hobby nicht machen, wenngleich er natürlich auch das eine oder andere Tier verkauft oder die Eier, die er aus den Nestern nehmen kann. Er ist zufrieden, wenn seine Auslagen durch entsprechende Einnahmen gedeckt sind. "Das klappt ganz gut", sagt er. Übrigens bekomme man heute für Ziergeflügel mehr Geld als für Nutztiere. Den Hinweis darauf, dass Geflügelfleisch zu einer gesunden Ernährung beiträgt, erwähnt er so nebenbei. Rudi holt einige Eier, die verschiedenfarbig mit weißer, hell- und dunkelgrüner und brauner Schale in seiner Hand liegen. "Ich brauch zu Ostern keine Eier zu färben, meine Tiere legen solche mit verschiedenen Farben", lacht der Gärtnermeister.


Gesunde Kost

Der Kleintierliebhaber wirft das Kleegras seines Nachbarn Paul in eine umzäunte und mit einem Drahtnetz überspannte Freifläche. Wie auf Kommando stürzten sich seine gefiederten Freunde auf das Grünfutter. Rudi füttert seinen Tieren außerdem Weizen, Gerste und Mais, aber sie können sich auch auf einer großen Grünfläche nach Herzenslust bedienen. "Brennnessel sind für die Tiere wie Medizin", ist Rudi überzeugt. Mit Krankheiten seiner Tiere habe er keine Probleme.
Die Freifläche vor einem gemauerten Stall musste der Gärtner mit einem Netz überziehen, da sich der Habicht schon mal hie und da eine Abendmahlzeit aus seinem Gehege holte. Auch der Fuchs war auf dem Grundstück von Rudi Schmitt schon öfters eingedrungen. "Einmal hat er mir 40 Hühner auf einmal gerissen. Wenn der am Werk ist beißt er alles tot, was ihm in den Fang kommt." In den letzten beiden Jahren sei das besser geworden und er musste durch Reinecke keine Verluste mehr beklagen. Pfauen hat Schmitt auch viele Jahre, eine Henne ist dem Fuchs zum Opfer gefallen.

Hinter seinem Geflügelstall ist eine große Voliere zu finden, die in sich mehrmals unterteilt ist. Dort hält er zwei Fasanenpaare und weiteres Ziergeflügel. Die Fasanenhähne, aber auch anderes Geflügel haben eine farbenprächtige Zeichnung, sind echte Hingucker. Weiter oberhalb nehmen einige Puten ihre Abendmahlzeit auf dem Grünland ein. Der Gärtnermeister hat ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem installiert, um seine Tiere in ihren Bereichen stets mit ausreichend Frischwasser zu versorgen. Wenn er von seinen Tieren und den Erlebnissen mit ihnen erzählt, merkt man, dass er mit Herzblut dabei ist.
Trotz seines Berufes als selbstständiger Gärtnermeister mit einer eigenen Gärtnerei in Unterpreppach findet Rudi Schmitt jeden Morgen eine Stunde, abends manchmal bis zu zwei Stunden Zeit für seine Tiere. "Da verblasst manches, was einen den Tag über belastet", sagt der Gärtnermeister inmitten seiner Tiere zu einer Zeit, als andere schon längst ihren Feierabend angetreten haben.




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