Reutersbrunn
Waldgang

Eberns Stadtwald hat auch einen Freizeitwert

Die Karte ist schon 14 Jahre alt, doch der Blick darauf reichte einige hundert Jahre voraus. Die Wälder ringsum Ebern - rund 1100 Hektar in Hand der Stadt und der von ihr verwalteten Stiftungen - standen im Mittelpunkt des Waldgangs des Stadtrates am Freitagnachmittag.
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Die Struktur der Wälder ringsum um Ebern erläuterte Franz Eder (links) vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Foto: Ralf Kestel
Die Struktur der Wälder ringsum um Ebern erläuterte Franz Eder (links) vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Foto: Ralf Kestel
Aber nur drei Mitglieder des Gremiums, dazu zwei Bürgermeister (allesamt von der SPD) und ein Ortssprecher interessierten sich dafür. Verspätet stieß noch ein Freier Wähler dazu. Die CSU-Fraktion glänzte durch Abwesenheit.

Dabei war der Exkurs mit Forstamtsleiter Franz Eder und Revierförster Wolfgang Gnannt doch der Grundlagenforschung gewidmet. Einstiegskurs für Neulinge also. Doch nur Karin Kaiser (SPD) begab sich als neues Ratsmitglied auf den über dreistündigen Rundmarsch. Drei Tage vorher hatte sie beim Public viewing vor dem Brandenburger Tor in Berlin beim 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft auch schon Ausdauer bewiesen.

Die Größe der von der Stadtverwaltung betreuten Wälder mit 1100 Hektar bezeichnete Eder als "nennenswerte Fläche". Zum Vergleich: In Eltmann sind es laut Eder 1200 Hektar, in Königsberg 1000 und Hofheim 900 Hektar.

Eder ging besonders auf den von
ihm mit Vehemenz gewünschten und mittlerweile vom alten Stadtrat noch beschlossenen Forsteinrichtungsplan ein. "Die Arbeiten dazu werden demnächst ausgeschrieben."

Danach liege dann wieder eine Bestandsaufnahme vor, die über den Zustand des Stadtwaldes auf wissenschaftlicher Grundlage Auskunft gibt. "Diese Inventur berücksichtigt den Naturschutz ebenso wie den Einschlag und den Klimawandel." Und in der Folge würden immer wieder Stichproben erfolgen, um nachzuschauen, ob die gesetzten Ziele eingehalten werden.

"Das ist wichtig, um mit der Pflege in die richtige Richtung zu gehen." Besonders hob Eder hervor, dass es bei der Waldbewirtschaftung nicht darum gehe, möglichst viel Holz einzuschlagen, sondern stets auch die Freizeitnutzung der erholungssuchenden Bevölkerung im Blickfeld zu haben. Das postulierte er am Jugendzeltplatz bei Reutersbrunn, dessen Nutzungsmöglichkeiten Ausstrahlungskraft ins gesamte Bundesgebiet entwickelt, wie sich erst jüngst bei einem Treffen von Freunden alter Militärfahrzeuge zeigte. Fast fühlte man sich in Zeiten des Russlandfeldzuges zurückversetzt.

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) fragte sich sowie Revierförster Gnannt und Franz Eder, wie der jährliche Zuwachs und der damit einher gehende Einschlag eigentlich berechnet wird? "Das passiert anhand eines Rasters permanent an 500 bis 660 festgelegten Punkten, wo der Stammumfang in Brusthöhe gemessen wird", antwortete Eder. "Früher war dies eher eine subjektive Beobachtung, aber jetzt wird genau Buch geführt. Wir wollen doch alle, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird und nicht nur den Zuwachs, sondern die Bestände in ihrer Gesamtheit sichern."
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