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Ebern
Akten-Umzug

Eberns Stadtarchiv zieht für neue Direktion um

Für das Vorauskommando der Landesbaudirektion wird das zweite Obergeschoss des Rathauses am Eberner Marktplatz geräumt.
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Ob seit dem Ortstermin des damaligen Bauausschusses im Jahr 2006 viele Besucher das Dachgeschoss des Ämtergebäudes aufgesucht haben? Die massive Konstruktion beeindruckte die Fachleute und erweist sich bis zum heutigen Tag von Vorteil . "Ich möchte nicht wissen, wie viel Holz hier verbaut wurde", staunte der damalige Bürgermeister Robert Herrmann (Mitte) im Oktober 2006, als dieses Foto entstand. Archivfoto: Ralf Kestel
Ob seit dem Ortstermin des damaligen Bauausschusses im Jahr 2006 viele Besucher das Dachgeschoss des Ämtergebäudes aufgesucht haben? Die massive Konstruktion beeindruckte die Fachleute und erweist sich bis zum heutigen Tag von Vorteil . "Ich möchte nicht wissen, wie viel Holz hier verbaut wurde", staunte der damalige Bürgermeister Robert Herrmann (Mitte) im Oktober 2006, als dieses Foto entstand. Archivfoto: Ralf Kestel
Ob der Baumeister Joseph Greising im Jahr 1699 schon so weit vorausschaute? Zumindest legte er Wert auf Wertarbeit, als er den Auftrag des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau in Nachbarschaft zu den adligen Freihöfen einen Schüttboden erstellen ließ. Dessen Konstruktion ist so massiv, dass nach Jahrhunderten des Leerstands der Dachboden noch genutzt werden kann.

In den nächsten Wochen zieht eine gewichtige Abteilung dort ein, das Stadtarchiv. Und die massiven Balken des Dachstuhl und der tragenden Konstruktion halten auch dieser neuen Aufgabe stand. Nur wegen für die Registratur hatte man beim Einzug der (neuen) Verwaltungsgemeinschaft anno 2007 ein Stahlgerüst einziehen müssen, da dort schwere Lasten ruhen

Nicht, dass das Stadtarchiv zu den heimatlosen Einrichtungen der Stadtverwaltung gehört. Aber die Kisten und Kartons voller historischer Unterlagen haben schon manchen Umzug hinter sich.
Zuletzt harrten sie im Rathaus am Marktplatz der geschichtsforschenden Besucher. Wegen statischer Probleme und des fehlenden zweiten Fluchtweges hatte der Stadtrat schon 2009 einen Umzug in ein Gebäude in der Kaserne beschlossen, was aber nie umgesetzt wurde.


Räume für die Vorhut

Jetzt weichen die Unterlagen der Vorhut der Landesbaudirektion, die mit einem Vorauskommando auskundschaften soll, wo der günstigste Standort für die Behörde liegt, die in Ebern komplett neu als eigenständige, mittlere Behörde des Freistaates, die auch Bundesliegenschaften betreut und Bundesaufgaben übernimmt, aufgebaut werden soll und dann direkt der Obersten Baubehörde in München untersteht.

Die klare Vorgabe aus Nürnberg, wo die Landesbaudirektion bislang der Autobahndirektion Nordbayern angegliedert war, und aller politisch Verantwortlichen lautet: Die neue Behörde soll in der Kernstadt angesiedelt werden.

Das freut besonders Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), da sich somit die Chance eröffnet, dass eine Staatsbehörde städtebauliche Entwicklungen voranbringt und auch das Stadtbild davon profitieren könnte. Bei den aktuellen Stellenausschreibungen wird bereits Ebern als künftiger Dienstort angegeben.


Architekt für Ebern gesucht

So läuft aktuell noch bis 5. März die Suche nach einem Architekten, von denen es in Ebern in den letzten Jahrzehnten wahrlich nicht viele gab. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Posten für hoch qualifiziertes (Verwaltungs-)Personal entstehen.

Wo die künftig unterkommen, ist aber noch unklar. Neu in den Standort-Überlegungen tauchten jüngst Spekulationen wie das Schlimbach-Haus am Marktplatz oder der frühere Delta-Markt an der Coburger Straße auf. Auch das Mangold-Anwesen in der Kapellenstraße taucht immer wieder in inoffiziellen Vorschlagslisten auf.
Doch zunächst muss das Stadtarchiv weichen. 100 000 Euro wurden dafür im noch nicht beschlossenen Haushalt der Stadt eingeplant.

Die Umbau-Arbeiten im Dachgeschoss, wo vor Jahrzehnten schon einmal der offenen Jugendtreff "Obendrin" untergebracht war, beginnen in Bälde. Zunächst werden die Zwischenwände für die künftigen Archivräume eingezogen, die so groß und geräumig werden, dass die Stadtgeschichte um Jahrhunderte fortgeschrieben (und aufgehoben) werden kann.

"Zwei Zugänge sind vorhanden", weiß Bürgermeister Hennemann um erfüllte Sicherheitsvorgaben. "Und die Statik hält mit hundertprozentiger Sicherheit. Das wurde schon geprüft."

Die massive Dachkonstruktion hat schon während der Umbauphase im Jahr 2006 sowohl Architekt Günter Pollach wie auch den damaligen Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) die Mitglieder des Bauausschusses schwer beeindruckt. Für eine konkrete Nutzung mangelte es aber an umsetzbaren Ideen - jetzt scheint eine gefunden.