Ebern

Eberns Pfarrer wechselt von EBS zu EBN

Für Eberns Pfarrer Rudolf Theiler hält die Karwoche nicht nur mehr Arbeit parat. Er wurde auch noch 65. Seit zehn Jahren wirkt er in Ebern.
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Vor dem neuen Pfarrzentrum: Pater Rudolf Theiler. Foto: Ralf Kestel
Vor dem neuen Pfarrzentrum: Pater Rudolf Theiler. Foto: Ralf Kestel
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Er stammt aus der einstigen Kreisstadt Ebermannstadt (Altkennzeichen: EBS), erkor Bamberg zur Lieblingsstadt. Dieses Prädikat muss sich die Domstadt nun mit Ebern (Altkennzeichen: EBN) teilen. Seit zehn Jahren wirkt Pater Rudolf Theiler als Stadtpfarrer in der einstigen Kreisstadt im Baunachgrund. Den Wechsel von Burgwindheim nach Ebern vom Erzbistum Bamberg ins Bistum Würzburg hat er nicht bereut.

Im Gegenteil: Seine Aufgabe gefällt ihm. Auch nach zehn Jahren noch, obgleich sich sein Wirkungskreis durch die Zusammenlegung von drei Pfarreien immens vergrößerte. Da fällt viel Arbeit an. Gerade jetzt in der Karwoche, die heuer neben Fußwaschung am Gründonnerstag in Unterpreppach, Karfreitags- und Osternacht-Gottesdiensten noch ein besonderes Ereignis bereit hielt: Pfarrer Rudolf Theiler feierte am gestrigen Dienstag seinen 65.
Geburtstag.

Wurde dieses Fest vor fünf Jahren noch mit Empfang der Pfarreiengemeinschaft und großem Defilee im Pfarrweisacher Pfarrsaal begangen, feierte der Geistliche gestern im kleineren Rahmen, aber im eigenen Pfarrzentrum, dessen Realisierung er zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt.

Doch sein Wirken macht er weniger an Bausteinen fest, sondern an Menschen. "Ich habe hier so viele Leute, die sich engagieren und gerne mitmachen", freut sich Pater Theiler, der keinen Gedanken an Ruhestand oder Rente verschwendet. Mit 65 wären solche Gedanken auch legitim.

"Ich wurde an einem Gründonnerstag um 13.30 Uhr in Ebermannstadt geboren und immer am Frühlingsanfang", schaut der "reinrassige Widder" (Selbsteinschätzung) auf sein Geburtsdatum. Trotz seiner 20 Jahre (Schule und Studentenpfarrer) in Bamberg, wo er viele Freunde hat, zieht er das Eberner Umfeld vor. "Es geht hier menschlicher zu, und ich kenne mittlerweile so viele Leute, dass ich mich hier daheim fühle."


Gutes Mitarbeiterinnen-Team

Besonders wichtig dabei: "Mein enges Umfeld, das sich gut eingespielt hat", womit der Geistliche seine Mitarbeiterinnen im Pfarrbüro meint, auf "die ich viel höre und ohne die ich aufgeschmissen wäre". Theiler schätzt die direkten und persönlichen Gespräche. "Es gibt kurze Dienstwege, man kennt seine Ansprechpartner", weswegen er seinen Wohnsitz und sein Auto (samt Kennzeichen) komplett umgemeldet hat. "Hier in Ebern konnte ich meinen Ausweis sogar nach der Dienstzeit verlängern lassen, in Bamberg musste ich ewig anstehen."

Die kurzen Dienstwege gelten auch für den ökumenischen Austausch, da "ich mit allen evangelischen Pfarrern sehr gut auskomme".

Die Überschaubarkeit hat aber auch Nachteile: "Es gibt schon kleinkarierte Ansprüche gegenüber dem Pfarrer, der sich öfter Vorwürfe anhören muss, warum er nicht dabei war. Aber ich kann mich nicht zerteilen und brauche auch Zeit für mich. Aber vom Pfarrer erwarten viele mehr, als zu schaffen ist." Was gibt es beim Stadtpfarrer eigentlich zu Ostern? "Weiß ich noch nicht, weil ich jedes Jahr Weihnachten und Ostern in der Gemeinschaft meines Karmelitenordens in Erlangen feiere."

Und was wünschte er sich zum Geburtstag? "Eigentlich nichts, aber Pater Pfletschinger hat mich heute Morgen mit seiner Predigt in der Frühmesse ganz besonders überrascht." Ein weltlicher Wunsch geht frühestens im nächsten Jahr in Erfüllung: "Ich möchte mal die Freibad-Saisonkarten mit den Nummern 1 und 2. Heuer habe ich mich schon im November darum bemüht, aber wieder nur Nummer 3 und 4 erhalten", scherzt der leidenschaftliche Schwimmer, der auch im Bamberger Schwimmverein aktiv ist.

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