Ebern
Jubiläum

Eberner Schwimmer feiern "hoch drei"

Der DLRG-Ortsverband Ebern wurde vor 50 Jahren gegründet. Bei der Jubiläumsfeier wurden verdiente Mitglieder für ihr langjähriges Engagement geehrt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Landrat Wilhelm Schneider hatte für die DLRG ein Präsent dabei. Foto: Janina Reuter
Landrat Wilhelm Schneider hatte für die DLRG ein Präsent dabei. Foto: Janina Reuter
+9 Bilder
Allen Grund zum Feiern hatte am Samstagabend der DLRG-Ortsverband Ebern, und das hatte gleich mehrere Ursachen: Vor 50 Jahren rief man die DLRG Ebern ins Leben, vor 40 Jahren entstand innerhalb des Eberner Ortsverbandes der Stützpunkt Seßlach, und vor genau 20 Jahren weihten die Mitglieder das Vereinsheim in Fierst ein. So begangen die Schwimmer eine "Feier hoch drei", wie Rudi Rath, der erste Vorsitzende der DLRG Ebern, es nannte. Diese Jubiläumsfeier war auch Anlass, um Mitglieder zu ehren, die sich im Verein besonders verdient gemacht haben.


120 Gäste

Rund 120 Gäste sind am Samstagabend zur Jubiläumsfeier in die Frauengrundhalle gekommen. Verbandsmitglieder, geladene Gäste aus anderen Vereinen, Lehrerinnen der Grundschulen, Pfarrer, Stadträte, Bürgermeister, Landrat und Interessierte haben den Weg in die stimmungsvoll dekorierte Halle gefunden, um bei einem Gläschen Sekt mit den DLRG-lern auf ihr Jubiläum anzustoßen.
Die musikalische Umrahmung der Feierstunde durch das Saxophon-Quartett der Musikschule Ebern sorgte mit einigen Stücken vor der Veranstaltung und zwischen den Programmpunkten zusätzlich für eine sehr festliche Stimmung. "Hätten die Leute gewusst, dass sie hier mit so einem Kunstgenuss empfangen werden, wären sicher noch ein paar mehr gekommen", schmunzelt Rudi Rath in Bezug auf die Musik.


Grundstein gelegt

In seiner Ansprache ging der Vorsitzende auf die Geschichte des Vereins ein. An dem Ort, wo vor 50 Jahren alles begann, hat man nun das Jubiläum des Vereins feiern können. Denn der Grundstein für den Ortsverband Ebern wurde in der Frauengrundhalle gelegt. Eine verantwortliche Gruppe von Offizieren und Unteroffizieren unter der Führung von Hauptmann Rudi Sehnert hat sich 1967 dazu entschlossen, einen Stützpunkt der DLRG in Ebern über den DLRG-Bezirk Regnitz-Main mit Sitz in Bamberg zu gründen.
Da der Stützpunkt unter Hauptmann Sehnert rasch auf 45 Mitglieder angewachsen ist und Fuß gefasst hatte, wurde zwei Jahre später in der Gründungsversammlung die Ortsgruppe Ebern ins Leben gerufen. So baute man in Ebern, auch durch den Einfluss der Bundeswehr, das alte Eberner Hallenbad und das Freibad. Günter Baltruschat übernahm 1970 den Vorsitz der Eberner DLRG und führte den Verein somit aus der Kaserne hin in die Öffentlichkeit der Stadt Ebern.


Der DLRG treu geblieben

Als 1977 Hermann Lohm Vorsitzender war, wurde der DLRG-Stützpunkt Seßlach ins Leben gerufen, der 2004 durch das Wegfallen des dortigen Schulschwimmbeckens wieder aufgelöst werden musste. Viele Mitglieder siedelten zum Eberner Verein über und sind der DLRG treu geblieben.
Wie Rudi Rath in seiner Ansprache berichtet, sind durch die fünfjährige "Hallenbadabstinenz" viele Mitglieder aus dem Verein ausgetreten. Nun streben die Schwimmer aber wieder den Höchststand von 630 Mitgliedern an und man sei auf dem besten Wege, diese Zahl zu erreichen. "Das neue Hallenbad bietet eine hervorragende Basis unserer Vereinsarbeit und lässt die Mitgliederzahlen kontinuierlich ansteigen", freut sich der Vorsitzende.


Schwerpunkt Ausbildung

Der Schwerpunkt des Eberner Ortsverbandes liegt in der Ausbildung - vom Anfängerschwimmkurs hin zum Rettungsschwimmer. Für die vergangenen 50 Jahre können die Mitglieder auf die stattliche Zahl von 4000 abgelegten Seepferdchen, 4500 Jugendschwimmabzeichen und 600 Rettungsschwimmabzeichen zurückblicken.
Weiterhin ist die DLRG Ebern Mitglied im Bayerischen Katastrophenschutzbund und dem Zweckverband für Rettungsdienste und Feuerwehralarmierung verpflichtet. Als Teil des DLRG-Katastrophenschutzzuges waren die Eberner an den Hochwassereinsätzen an Elbe und Donau 2013 beteiligt. Außerdem ist der Ortsverband mit einem Boot ausgerüstet, das als Rettungs- und Komandoboot zum Einsatz kommt und mit einem neuen DLRG-Bus inklusive digitaler Funkausstattung.


Noch ein Jubiläum

"Ein kleines Jubiläum ist auch die Einweihung unseres DLRG-Heimes in Fierst vor genau 20 Jahren. Unter dem Vorsitzenden Erwin Reuter haben wir mit 80-prozentiger Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern unser Heim geschaffen, auf das wir heute und in Zukunft noch mächtig stolz sein können", so Rudi Rath.
Eine ganz besondere Verbindung hat Landrat Wilhelm Schneider zur Eberner DLRG. Wie er in seinem Grußwort preisgibt, haben seine drei Kinder beim Verein das Schwimmen gelernt. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen der DLRG für ihr unermüdliches Engagement, das seiner Meinung nach höchsten Respekt und Wertschätzung verdient.


Ein junger Verein

Schließlich opfern sie ihre Freizeit, um Badeaufsicht in Hallen- und Freibad zu leisten, Wettkämpfe zu absolvieren, im Katastrophenschutz tätig zu sein und noch dazu mit 24-Stunden-Schwimmen, Kinderfasching und anderen Veranstaltungen zum kulturellen Leben in der Stadt beizutragen. Das sei heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Landrat hebt hervor, dass die Hälfte der Vereinsmitglieder Kinder und Jugendliche aus Ebern und der Umgebung sind. Er rechnet es dem Verein hoch an, dass er es schafft, die Kinder und Jugendlichen schon früh an den Verein zu binden und sie dazu zu bewegen, sich für andere einzusetzen. Die DLRG leiste einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Badeunfällen. Es sei zudem unter anderem der Verdienst der DLRG und der Grundschullehrerinnen, dass kaum ein Kind die Grundschule verlässt, das nicht schwimmen kann.


Die Bundeswehr überlebt

"Die DLRG hat in Ebern die Bundeswehr überlebt", schmunzelt Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann zu Beginn seines Grußworts. Auch er bedankt sich für das Engagement des Verein, weist aber auch darauf hin, dass sich Ebern gleich zwei Bäder leistet, für die die Stadt 500.000 Euro aufwendet, um den Kindern, Bürgern und Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich sportlich zu betätigen und etwas für die Gesundheit zu tun. So pflichten sowohl die öffentliche Hand als auch die Ehrenamtlichen der DLRG einen großen Beitrag zur Allgemeinheit und zum Leben in Ebern bei. Ohne den ehrenamtlichen Aufsichtsdienst der DLRG in den beiden Bädern wäre der Betrieb personell nicht zu schultern, was Mehrkosten bedeuten würde. Stolz ist der Bürgermeister auf die hohe Quote an Schwimmern in Ebern. Die Anzahl der Nichtschwimmer sei im Vergleich zu anderen Regionen gering. Dies sei auch auf die Leistung und das Angebot der DLRG in Ebern zurückzuführen.


Ein richtiges Bad

Der Ehrenpräsident der DLRG in Bayern, Günther Kolb, zeigte sich erfreut darüber, dass Ebern ein richtiges Hallenbad zum Schwimmen hat. So würden in anderen Städten doch eher Fun-/ und Freizeitbäder entstehen, die mit dem tatsächlichen Schwimmbetrieb nicht mehr viel gemeinsam haben. "Schwimmen zu können ist in Deutschland ein Stück unserer Kultur und hier haben sich die Kameradinnen und Kameraden in dieser Zeit besonders verdient gemacht", lobt Günther Kolb. Er betont, dass die DLRG in Ebern seit 50 Jahren dazu beiträgt, über Gefahren am und im Wasser aufzuklären und durch die Ausbildung von Rettungsschwimmern und das Durchführen von Schwimmkursen Badeunfällen vorbeugt. "Gute Ideen alleine reichen nicht aus, man muss auch Menschen finden, die sie verwirklichen", schließt Günther Kolb sein Grußwort. Besonders freut sich der Ehrenpräsident darüber, dass er im Rahmen der Jubiläumsfeier zusammen mit Rudi Rath fünf Ehrungen für verdiente Mitglieder des Eberner Ortsverbandes vornehmen darf.


Große Verdienste

Wolfram Girschke ist seit 1979 Mitglied bei der DLRG Ebern und seit 1986 in der Vorstandschaft tätig. Er absolvierte sämtliche Lehr- und Ausbildungsscheine und besitzt zudem die höchsten Stufen der Kampfrichterausbildung. Es gebe im Ortsverband niemanden, der diese große Anzahl von Zertifikaten und Bescheinigungen besitzt. Harald Theuring ist seit 1971 Mitglied und war lange Zeit Technischer Leiter, Bootsführer, Fachübungsleiter stellvertretender Vorsitzender und erster Vorsitzender. Noch immer ist er als Kassenprüfer in der Vorstandschaft tätig. Für seine über 40-jährige ehrenamtliche Vereinsarbeit hat er 2014 schon das Verdienstzeichen am Bande des Bayerischen Innenministeriums erhalten.
Klaus Bayersorfer ist 1975 zur DLRG gestoßen und bereicherte den Verein durch seinen Lehrschein im Rettungsschwimmen, als Bootsführer, stellvertretender und erster Vorsitzender und Schwimmausbilder. Auch heute fungiert er noch als zweiter Vorsitzender in der Vorstandschaft. Hans Elflein, der leider nicht anwesend sein konnte, ist 1972 in den Verein eingetreten und war lange Zeit als Trainer und Schwimmausbilder, Bootsführer, Hallenbadbeauftragter und Jugendwart tätig. Diese vier Mitglieder, die den DLRG-Ortsverband Ebern maßgeblich mitgeprägt und vorangebracht haben, bekamen vom Ehrenpräsidenten das Verdienstzeichen in Gold mit Brillant sowie eine Ehrenurkunde überreicht.


Lückenlose Chronik

Schließlich stand noch eine Ehrung der besonderen Art an. Hermann Lohm ist seit 1974 bei der DLRG und war lange Zeit stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender, Technischer Leiter und Bootsführer. Nach dem Ausscheiden aus der Vorstandschaft 2013 hat ihm die Vorstandschaft den Titel des Ehrenvorsitzenden verliehen. Seit 2014 ist er Träger des Verdienstzeichens am Bande für sein 40-jähriges Engagement. Eine herausragende Leistung von Hermann Lohm ist die Erstellung der Vereinschronik.
Eine lückenlose und vollständige Darstellung des Vereinsgeschehens in 13 Ordnern. Besonders bewegt seine Kameraden ein schweres Schicksal, das er vor kurzer Zeit hinnehmen musste. Da Hermann Lohm schon alle Verdienstzeichen erhalten hat, war es laut Satzung möglich, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen, was am Samstag umgesetzt wurde. Hermann Lohm erhielt von den Gästen "Standing Ovations" für seine herausragenden Verdienste um das Vereinsleben.


Schöner Ausklang

"Ich freue mich, dass ich heute hier in Ebern gleich fünf solch hohe Auszeichnungen vornehmen darf. Das ist eine Seltenheit, denn es ist bei der DLRG sehr schwierig, eine Ehrung zu erreichen und noch dazu die höchsten Auszeichnungen", freut sich Ehrenpräsident Günther Kolb.
Am Ende der Feierstunde ließ man den Festabend beim gemeinsamen Beisammensein mit Snacks und Getränken ausklingen, wobei auch viele Erinnerungen an Vereinsaktivitäten ausgetauscht wurden. Dabei warf der eine oder andere einen neugierigen Blick in die detaillierte Vereinschronik, auf die die DLRG Ebern stolz sein kann.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren