Ebern
Konzerterlebnis

Eberner Musiker auf nördlicher Halbkugel unterwegs

Quer durch die viele Länder, Generationen und Genres war das Eberner Blasorchester am Samstagabend in der Frauengrundhalle unterwegs.
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Hochkonzentriert: Trompeter des Blasorchester Ebern beim Konzertabend "Absolut Musik".Foto: Johanna Eckert
Hochkonzentriert: Trompeter des Blasorchester Ebern beim Konzertabend "Absolut Musik".Foto: Johanna Eckert
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Backen aufblasen und los geht"s!? Nein, so einfach ist das nicht, um einem Blasinstrument die besten Töne zu entlocken. Zu eines Musikers Handwerk gehört schon noch viel mehr. Dass das aber alles kein Hexenwerk, sondern wirklich möglich ist, wurde am Samstagabend beim Konzertabend "Absolut Musik" des Blasorchesters von über 100 ganz jungen und alten Musikerinnen und Musikern präsentiert.

Eine neue Kooperation der Musikschule Ebern mit verschiedenen Musikvereinen im Umland ermöglicht Kindern das Zusammenspiel im sogenannten Juniororchester. Dort lernen sie das Musizieren im Ensemble. Noch stammen diese Jungmusiker alle aus dem Verein des Blasorchesters. Über Zuwachs aus anderen Orten würde sich der musikalische Leiter, Christian Baum, freuen.

Vielleicht noch klein an Körpergröße, aber groß in ihrem Bühnenverhalten, meisterten die Mädchen und Buben am Samstag ihren Auftritt in der voll besetzten Frauengrundhalle auf sympathische Weise.

Wer im Jugendorchester des Blasorchesters Ebern spielt, der hat bereits eine längere und lernintensivere Musikkarriere hinter sich. Das Jugendorchester ist der Nachwuchskader der Eberner Musiker. 14 Jugendliche stiegen im vergangenen Jahr zu den "Profispielern" auf und spielen nun in der "ersten Liga".

Auch im Jugendorchester kann man sich schon als Solist und perfekter Musiker beweisen. Vom Konzertmarsch über ein japanisches Liebeslied und lateinamerikanischen Melodien boten die Nachwuchs-Musiker ein tolles Programm. "Man hört richtig den Fortschritt. Die Stückeauswahl ist super", lobte eine begeisterte Zuhörerin das Jugendorchesters.

Mit dem Auftritt der "Big Breath Brass Band" - kurz "B4" - der Kreismusikschule Rhön-Grabfeld wurde ein Konzertabend auf höchstem Niveau eingeläutet. Ohne Klarinetten, Querflöten und sonstige Holzblasinstrumente saß das Gastorchester auf der Bühne. "Nein, wir haben nicht vergessen, diese einzuladen. Wir spielen ohne", erklärte der musikalische Leiter Thomas Eckert.

Die Band für Blechbläser und Schlagzeug wurde im Jahr 2007 nach traditionellem englischen Vorbild gegründet. Christian Baum selbst, Dirigent des Blasorchesters Ebern, sitzt bei dieser Formation mit dem Cornet auf der Bühne.

Er wurde in seiner musikalischen Laufbahn einige Jahre von Thomas Eckert als Trompetenlehrer begleitet. "Man sieht, dass aus den Kinder auch etwas wird", freute sich Eckert über das Zusammentreffen und gemeinsame Musizieren mit ihm.

48 Musiker/innen des Blasorchesters Ebern blickten höchst konzentriert, als Christian Baum den Taktstock nach der Pause des Konzertabends ergriff. Mit dem bekannten Marsch "Mens sana in corpore sano" eröffneten sie ihre Vorstellung. Rund um die Nordhalbkugel führte ihre Reise, zu der sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihren Melodien einluden. Erster Stopp war mit "Norway Impression" in Norwegen. Landschaft, Kultur und Nationalsport des skandinavischen Landes spiegelten sie mit der Musik wider.

Mit "Oregon" entführte das Orchester auf eine abenteuerliche Zugfahrt durch die faszinierende Landschaft einer der nordwestlichen Staaten Amerikas. Ein langsames Thema in Moll, gepaart mit Variationen in Western- und Rockrhythmen und melodiösen Passagen sind nur einige der Elemente, die diese Reise so spannend und abwechslungsreich gestalteten.

Mittendrin bekannte Swing-Klänge, Saxophonsoli von Paul Marks, Julia Lerche, Anne und Emma Einwag und zum Abschluss ein "Funky Afternoon" von Markus Götz, einem deutschen Komponisten, den das Blasorchester bereits persönlich kennenlernte.

Simon und Daniel Baiersdorfer, Jonas Lerche und wieder Paul Marks präsentierten dabei als Solisten das "easy-going"-Motto des optimistischen, lässigen Titels voller grooviger Rhythmen.
Applaus? Ohne Ende. "Musikalisch gibt es da nichts zu rütteln", sparte auch der Tenorhornist Stefan Lurz nicht mit Lobesworten auf den Dirigenten Christian Baum, "musikalisch ist alles gut, was er anpackt."

Durch das Programm führte mit Witz und Historie Susanne Stößel, die als Chorleiterin im Sängerkreis Bamberg zuhause ist und weiß, von was sie spricht, wenn es ums Üben und Dirigieren geht.

Nach drei Stunden starker, konzertanter und abwechslungsreicher Blasmusik ging den Musikern die Luft aus und die Bühne wurde leer. Aber ein Abschied ohne...? Genau. Kein Abschied ohne dem Militärmarsch "Abschied der Gladiatoren", der von der "Big Breath Brass Band" und dem Blasorchester Ebern zum Finale durch die Frauengrundhalle schallte.
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