Der Name erinnert noch an die Zeit, als die Mittelschulen Hauptschulen hießen, sonst aber ist das Projekt kein bisschen von gestern, sondern eine sehr aktuelle und gefragte Möglichkeit, jungen Leuten einen Vorgeschmack vom Arbeitsleben zu vermitteln: Zum fünften Mal fand das Projekt "Praxis an Hauptschulen", das vom bayerischen Kultusministerium gefördert wird, in der FTE-Ausbildungswerkstatt statt. An insgesamt vier Nachmittagen erlebten sechs Eberner Mittelschüler hautnah, was es in der Arbeitswelt heißt, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

In der Werkstatt wurden die Schüler aus den achten und neunten Klassen bei ihren Projekten fachkundig vom Ausbildungsmeister Bertram Reuß betreut und durch die beiden Auszubildenden Hannes Jankowski und David Zivis unterstützt. Als Aufgabe hatten sich die Praxisschüler vorgenommen, zwei Halterungen für verschiedene Beamer der Mittelschule zu konstruieren. Die Schüler staunten dabei nicht schlecht, wie aufwändig allein die Vorarbeiten waren, denn zunächst galt es, in einer ausführlichen Planungsphase verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten zu entwickeln und nach unterschiedlichen Kriterien wie Handhabung, Materialauswahl, Kosten, Gewinn und Fertigungsaufwand zu bewerten.

Vielseitiges Durchdenken nötig


Besonders die gewünschte Nutzung mit unterschiedlichen Beamern und die Beweglichkeit in zwei verschiedenen Richtungen benötigte vielseitiges Durchdenken der Umsetzung. Die Ideen der Schüler wurden zusammen mit den beiden unterstützenden Azubis dann zeichnerisch umgesetzt. Mit Feile, Bohr- und Fräsmaschine ging es dann an die Arbeit. Stück für Stück entstanden die benötigten Teile aus Aluminium und jedes wurde nochmals gewissenhaft überprüft, gefeilt und gereinigt. Abschließend durften die Schüler die fertig hergestellten Teile zusammenschrauben und zum Test ausprobieren. Und siehe da: Alles funktionierte, was die Teilnehmer am Ende sichtlich mit Stolz erfüllte.

Beide Seiten, Schule und Betrieb, zogen eine positive Bilanz. So lobte der betreuende Ausbildungsmeister Reuß den Eifer und den Einsatz der Schüler, die für sich die Chance zur Berufsorientierung nutzten. Für die Azubis war es eine gute Gelegenheit, sich in der Anleitung junger Leute zu üben. Die Ausbildungswerkstatt von FTE automotive sei gerne wieder bereit, solche Projekte mit der Schule auszuarbeiten, wurde erklärt.

Konrektor Toni Binder sprach von wichtigen Erfahrungen auf dem Weg zur Berufsfindung. Die beiden Beamerhalterungen leisten jetzt an der Decke von Schulzimmern in der Mittelschule hilfreiche Dienste.