Treinfeld
Wiederholungstäter

Eberner Maibaum geklaut, Racheakt folgte spontan

Aus Erfahrung wird man klug, oder: Frechheit siegt. Zwischen diesen Volksweisheiten spielten sich Maibaum-Raubzüge zwischen Ebern und Treinfeld ab.
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Die erfolgreiche Beutezeug-Truppe aus Treinfeld samt dem Objekt der Begierde und dem Ersatz- bzw. Schandbaum (links). Foto: Ralf Kestel
Die erfolgreiche Beutezeug-Truppe aus Treinfeld samt dem Objekt der Begierde und dem Ersatz- bzw. Schandbaum (links). Foto: Ralf Kestel
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Erneut haben die Mannen der FFW Treinfeld (plus ein kleiner schwarzer Hund) den Maibaum der Eberner Kollegen geklaut. Sie wiederholten den Beutezug aus dem Vorjahr, der fast zu "diplomatischen Verstimmungen" geführt hatte, erfolgreich.

Waren damals die Auslöseverhandlungen eine echtes Problemgewesen, da sich in der Kooperation von Stadt und Feuerwehr niemand zuständig fühlte, gelang dies am Sonntag auf dem kleinen "Dienstweg". Der Vorsitzende des Eberner Feuerwehrvereins, Anton Gerstenkorn, und Zweiter Kommandant David Pfeufer rückten sofort aus, um den Stamm, der diesmal schon bemalt und mit den Zunftzeichen versehen war, rechtzeitig zur Aufstellung am Abend zurückzuholen. Beim 150. Feuerwehrjubiläum am kommenden Wochenende werden die Treinfeld als Ehrengäste bewirtet.

Der Coup der Feuerwehr aus dem Rentweinsdorfer Gemeindeteil, die vor einem Jahr den neuen, frisch entrindeten Stamm noch vor dem Bemalen an einem Samstag geklaut hatten: Diesmal vergriffen sie sich am extra gesicherten Stamm im Eberner Bauhof, wo am nächsten Wochenende die großen Jubiläumsfeierlichkeiten stattfinden.

Denn: Der Maibaum war diesmal mit dem Ausleger eines Gabelstaplers gesichert gewesen und ein Kühlanhänger davor geschoben worden. Deswegen wähnten sich die Verantwortlichen der Eberner Feuerwehr und des Bauhofes auf der sicheren Seite.

"Theorie und Praxis sind aber zweierlei", spotteten die Treinfeld beim Weißwurst-Frühschoppen am Sonntag, wo sie das Beutestück stolz präsentierten. Im Gegensatz zum Vorjahr waren sie sogar drei Mal angerückt: Mit Vorauskommando, um das Terrain zu erkunden, zum Vollzug und zum Spott. So wurde der zur Sicherung eingesetzte Gabelstapler mit Wagenhebern hochgehoben und der Kühlanhänger weggeschoben. Um 0.30 Uhr schlug die elfköpfige Sturmtruppe samt dem kleinen schwarzen Hund zu.

Der Beute-Stamm wurde auf dem Schleichweg über die Hetschingsmühle ins Nachbardorf gebracht und stattdessen ein "Schandbaum" (eine "Krüppelfichte") in den Bauhof gestellt und mit dem Gabelstapler wieder gesichert.

Die Verhandlungen zur Auslöse verliefen heuer leichter und flexibler. Es war Sonntagvormittag, auch wenn der Eberner Bürgermeister wieder nicht erreichbar war, so die Treinfelder Delegation. Aber: "Die Eberner haben ja jetzt schon Erfahrung beim Verhandeln."

Nach dem Aufstellen des eigenen, zwischenzeitlich in Treinfeld ausgelösten Maibaumes am Sonntagabend holten einige Mannen der Eberner Feuerwehr noch in der Nacht zum Gegenschlag aus. Im Rahmen eines Rachefeldzuges marschierten sie ihrerseits gegen 3 Uhr nach Treinfeld und sägten den dort aufgestellten, aber unbewachten Maibaum um. Um die eigene Schmach zu sühnen, wurde die Spitze als Beutestück mit nach Ebern genommen und dort als Schandbaum an den "Marterpfahl" gebunden.
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