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Ebern
Jahresbilanz

Eberner Bank: Kunden hängen an ihren Zweigstellen

Die Raiffeisen-Volksbank Ebern weist trotz der Niedrigzinsphase bei fast allen Parametern Zuwächse auf. Über einigen Zweigstellen hängt aber der Rotstift. Das sorgte bei der Vertreterversammlung am Montag für Nachfragen.
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Seit Jahren wurden dafür Rückstellungen gebildet: Der Umbau des Schalterraumes in der Eberner Zentrale läuft auf Hochtouren. Foto: Ralf Kestel
Seit Jahren wurden dafür Rückstellungen gebildet: Der Umbau des Schalterraumes in der Eberner Zentrale läuft auf Hochtouren. Foto: Ralf Kestel
Noch gleicht die Schalterhalle der Zentrale einer Baustelle. Am Freitag, 17. Juli, soll damit Schluss, die Handwerker fertig sein. Dann lädt die Raiffeisen-Volksbank in Ebern zum "Tag der offenen Tür".

Andere Türen indes dürften danach geschlossen werden, die von Zweigstellen. Damit tun sich für den Vorstand neue Baustellen auf, wie sich bei der Vertreterversammlung am Montagabend im Marktsaal von Rentweinsdorf zeigte.

Zwar tischten die Direktoren Christian Senff und Norbert Knorr den 102 Vertretern durchaus positive Zahlen auf und empfahlen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,5 Prozent.

292 400 Euro werden so aus einem Gesamtüberschuss von 632 700 Euro, der im Jahr 2014 erwirtschaftet worden war, ausgeschüttet. Der Rest, 340 300 Euro, fließt in die Rücklagen. Diesem Vorschlag stimmten die Mitglieder einmütig zu. Im schwierigen Umfeld der Niedrigzinsphase seien "bei allen für uns wichtigen Kriterien gute Ergebnisse erzielt worden", so Direktor Senff.

Aufgemuckt wurde bei einem anderen Punkt. Mehrfach sprach Senff eine "Schärfung des Geschäftsmodells" an, wozu auch sämtliche Zweigstellen auf den Prüfstand gestellt werden. Dazu sei in den letzten Wochen überall die Kundenfrequenz analysiert worden.

Senff: "Wir wollen uns nicht aus der Fläche zurückziehen, aber aufgrund des demografischen Wandels und der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank bleibt uns keine andere Wahl, als unser Zweigstellennetz auszudünnen."

Als Ersatzlösung verwies der Sprecher des Vorstands auf die gut angenommene Telefonbank mit Sitz in Ermershausen und Sponsorenbusse. "Der Kostendruck zwingt uns, über die Zweigstellenstruktur nachzudenken."
Doch damit gaben sich nicht alle Bankkunden zufrieden.

Ein Vertreter monierte, dass die Außenstellen Kaltenbrunn und Untermerzbach seit Weihnachten nur noch zu Teilzeiten geöffnet seien und ihm dies nicht einmal mitgeteilt worden sei.

Senff ergänzte, dass auch in Burgpreppach und Pfarrweisach die Öffnungszeiten reduziert wurden. "Wir haben das den Gegebenheiten anpassen müssen. Das war bei der letzten Vertreterversammlung noch nicht so detailliert bekannt. Aber ich gebe zu, dass wir das besser hätten kommunizieren können."

Jetzt, da überall die Kundenfrequenz erfasst sei, stehe die Auswertung, auch über die Art der Geschäftsvorgänge, an, um über jeden einzelnen Standort nachzudenken.

Gegen mögliche Schließungen meldete Dieter Scherbel aus Kaltenbrunn als Mitglied des Aufsichtsrates Widerstand an. "Bei den Öffnungszeiten müssen wir vom Aufsichtsrat nicht gefragt werden, wir wurden nur informiert. Bei Schließungen ist aber die Zustimmung des Aufsichtsrates erforderlich und wir werden um jede Zweigstelle kämpfen", gab sich der Leiter der Gemeindeverwaltung im Itzgrund entschlossen und hatte sich schon der Unterstützung seines Untermerzbacher Kollegen versichert.

Lob von den Kontrolleuren

Dies waren aber die einzigen kritischen Töne aus einer großen Runde, die sich bei einzelnen Bilanzposten über teils kräftige Zuwächse freute.

Oberrevisor Bernhard Fledering vom Genossenschaftsverband, der die Zahlen genau studiert und überprüft hatte, bescheinigte der Raiffeisen-Volksbank, dass "ein gutes Ergebnis erzielt und die Marktstellung ausgebaut wurde". Das hat in früheren Jahren schon anders geklungen.
Auch Aufsichtsratsvorsitzender Günther Stottele sprach von einer erfreulichen Bilanzstruktur: "Die Ertragslage ist gut, das Eigenkapital wurde weiter gestärkt und die Vermögenslage ist in Ordnung. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat sich fortgesetzt."

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