Ebern
Kasernenfest

Ebern zeigt seine Stärken

Im Gewerbepark in Ebern zeigten die Firmen und Organisationen ihre Leistungsfähigkeit. Die CSU hatte den MdB Hartmut Koschyk zu Gast.
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CSU-Vorsitzende Gabi Rögner (3. Von links) erläuterte mit Stadträten dem CSU-Abgeordneten Hartmut Koschyk (links) den neuen Gewerbepark in der ehemaligen Kaserne. Fotos: Günther Geiling
CSU-Vorsitzende Gabi Rögner (3. Von links) erläuterte mit Stadträten dem CSU-Abgeordneten Hartmut Koschyk (links) den neuen Gewerbepark in der ehemaligen Kaserne. Fotos: Günther Geiling
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Das "Kasernenfest" in Ebern lockte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher dann, die sich vom Aprilwetter nicht abhalten ließen und davon überzeugen konnten, wie handwerkliches und wirtschaftliches Leben in den ehemaligen Standort eingezogen ist.

Das Kasernenfest geht ja auf eine Initiative des CSU-Ortsverbandes Ebern zurück, der die Veranstaltung auch diesmal organisierte. Bei einem Frühschoppen mit Weißwurst ging Landrat Wilhelm Schneider (CSU) auf die Gesundheitspolitik und die Situation der Haßbergkliniken ein. Dabei gehe es darum, das bislang hohe Defizit deutlich zu senken. Die ersten Vorbereitungsgespräche liefen schon und er machte keinen Hehl daraus, dass es deutliche strukturelle Einschnitte geben werde. Mit strukturellen Veränderungen müsse man hier in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass eine wohnortnahe Krankenversorgung weiterhin gewährleistet werden könne. Der Landrat zeigte auf, dass mit dem Neubau des Hallenbades sowie der Erweiterung der Realschule ein Schwerpunkt der baulichen Maßnahmen des Landkreises derzeit in Ebern stattfinde.


Spannende Frage

Mit der abschließenden Frage zum Thema Windkraft stieß Gabi Rögner eine heftige und kontroverse Diskussion an. Hier zeigte Wilhelm Schneider auf, dass der Landkreis lediglich die Frage zu beantworten habe, ob die betroffene Zone aus dem Naturpark herausgenommen werde. Alles andere sei Baurecht und erst einmal Sache der beteiligten Kommunen. Das Thema werde also spannend bleiben.


Gast aus dem Bundestag

Am Mittag war dann der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk zu Gast, Wahlkreisabgeordneter für Bayreuth-Forchheim und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Da Bayreuth, auch den Standort von Bundeswehr und US-Streitkräften verloren hat, interessierte er sich besonders für die Konversion auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ebern. CSU-Vorsitzende Gabi Rögner informierte ihn bei einer Führung und stellte heraus, dass eigentlich alle Immobilien Käufer gefunden hätten und nur die Heizzentrale und beispielsweise die Frauengrundhalle als Veranstaltungsraum im Besitz der Stadt blieben. Mit Stolz sprach sie von "blühenden Landschaften im neu entstandenen Gewerbepark".

So habe man auch den jahrzehntelangen Wunsch nach einer Stadthalle in die Tat umsetzen können. Dazu hätten Organisationen wie das Rote Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt entsprechende Räumlichkeiten für ihre Arbeit finden können. Aber auch etliche Handwerksbetriebe gebe es hier und Lagerhallen für Betriebe oder Logistikunternehmen. Schließlich sei auch ein Gebäude an die Regierung von Unterfranken vermietet, die dort Asylbewerber untergebracht habe. Auch Gastronomie und ein Restaurant mit Fremdenzimmer finde man hier vor.
Einige Rundgangsteilnehmer erinnerten an die schwierige Geburt für diesen Gewerbepark, wo kommerzielle Ideen und Umweltschutz konkurrierten. Dies gehöre jedoch der Vergangenheit an und auch naturschutzrechtliche Belange seien bei der Umsetzung berücksichtigt worden.


Wohnraum war kein Thema

So richtig ins Schwärmen geriet MdB Koschyk beim Eintreten in das "Ehemaligen-Museum" der Bundeswehr. Der einstige Zeitsoldat, der dann als jüngster Parlamentarier in den Bundestag einzog, schwelgte dabei in vielen Erinnerungen.

Der Oberstleutnant der Reserve, zeigte sich beeindruckt, was man hier in der ehemaligen Kaserne inzwischen alles sehe und zog gleichzeitig einen Vergleich zur Konversion in Bayreuth, wo man ebenso einen Gewerbebereich geschaffen, aber auch den Aspekt für Wohnraum verwirklicht habe. "Gewerbe oben am Berg und gleichzeitig Wohnen und Arbeit hat dort bei uns super funktioniert. Außerdem wurden im ehemaligen Unteroffiziersheim auch noch zwei Seniorenheime geschaffen."

Die Eberner meinten, dass man bei der Planung und Umsetzung in der Haßbergestadt für Wohnungen keinen Bedarf gesehen habe. Und Architekt Sebastian Pollach, welcher derzeit an der Sanierung der Realschule beteiligt ist, meinte, dass die Umsetzung der Konversion im Kasernengelände eine große Chance für Betriebe und Gewerbe gewesen sei.
Auch die übrigen Besucher des Kasernenfests nahmen die Gelegenheit wahr, sich in den Ausstellungen der Handwerksbetriebe zu informieren und Anregungen zu holen. Ebenso boten Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt Einblicke in ihre Arbeit.
Zahlreiche Besucher zog es auch in das Domizil der Künstlergruppe Weißenbrunn, die in ihrer "Casa Nova", in einem Gebäude der ehemaligen Kaserne, sehenswerte Kunstwerke ausstellte, und dabei auch demonstrierte, wie man mit der Sprache der Kunst Flüchtlinge und Asylbewerber integrieren und Botschaften des Friedens in alle Welt senden kann. Per Internet gehen so Zeichen der Hoffnung von Ebern in alle Welt.

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