Die künftigen Parkregelungen rund um den Marktplatz standen im Mittelpunkt, die gravierenden Veränderungen, die sich für alle Verkehrsteilnehmer ergeben, blieben hintenan: Das neue Konzept einer verkehrsberuhigten Zone im Herzen der Stadt betrifft nämlich nicht nur Anlieger, sondern alle - Einwohner der Stadt und Besucher. "Das bedeutet natürlich eine Umstellung", spielte Bauamtsleiter Martin Lang den gravierenden Einschnitt in eingefahrene Pfade und Verkehrströme herunter.
Noch am Vorabend hatte er zusammen mit den Mitgliedern des Stadtrats-Arbeitskreises diverse Anregungen aus der Bürgerschaft in das Planwerk eingearbeitet - und so einigen Kritikern den Wind aus den Segeln genommen. Demnach muss kein Anwohner fürchten, dass er ab Mai sein Auto nur noch mit einer Lizenz in seiner Straße abstellen kann. "Der abgeschwächte Vorschlag hat sich durchgesetzt", so Lang.

Kaum noch Protest


Und allen Unkenrufen zum Trotz bleibt das Mühlenviertel weiterhin nur den Anwohnern vorbehalten. Eine weitere Verbesserung der Parksituation im Mühlenviertel verspricht sich Lang von dem neuen Parkplatz in der Untergasse mit 28 Stellplätzen, der "zeitnah gebaut werden soll". Dennoch werde es im Mühlenviertel auch künftig nicht möglich sein, dass jeder einen Stellplatz vor seiner Haustüre bekomme. "Das ist der Enge und den Sicherheitsfaktoren geschuldet", unterstrich Erster Bürgermeister Robert Herrmann (CSU).
Die verkehrsberuhigte Zone, in der künftig nur noch mit Tempo 30 gefahren werden darf und in der vor jeder Einmündung die Vorfahrtsregelung rechts vor links gilt (Ausnahmen: Einfahrt der Sutte und der Rosengasse), reicht vom Minikreisel bis zum Dorschengarten, von der Neubrückentorstraße bis zum Bahnübergang in der Georg-Nadlerstraße. Das dürfte für manch gefährliche Situation sorgen und bedarf der Eingewöhnung. Keine Vorfahrt in der Neubrückentorstraße, am Stadtberg, auf dem Marktplatz und in Klein-Nürnberg. Allein das vorausschauende Fahren an jede Einmündung heran soll das Tempo merklich drosseln.
An der Einfahrt von Sandhof her soll am Übergang von der Karl-Hoch- zur Rückertanlage die Neubrückentorstraße im Zuge der notwendigen Sanierung so ausgestaltet werden, dass "jeder merkt, dass er in einen neuen Bereich einfährt", merkte Bürgermeister Herrmann an. Abstufung und Umbau der Neubrückentorstraße hält er "heuer oder 2013" für möglich. "Das Straßenbauamt wird erst noch die Brücken sanieren, wobei am Mühlgraben eine Vollsperrung notwendig wird, die ohne Umleitung durchs Mühlenviertel erfolgen soll", so der Bürgermeister.

Zunächst eine Testphase


Zur Anregung von Frieda Gundelsheimer, die Sutte nur zur Hälfte in eine Scheibenzone umzuwandeln , sagte Bauamtsleiter Lang, dass "die Sutte nicht der richtige Parkplatz für Leute ist, die dort arbeiten". Der Bürgermeister ergänzte: "Wir wollen den dort ansässigen Geschäften einen Dienst erweisen. Es gibt zu viele Dauerparker."
Die Anregung von Barbara Hahnlein, nach Umsetzung des Konzeptes über einen Rückmeldebogen ein Stimmungsbild abzurufen, griff die Vorsitzende des Stadtrats-Arbeitskreises, Gabriele Rögner dahingehend auf, dass "natürlich noch nicht alles in Stein gemeißelt ist" und Erfahrungswerte gesammelt werden sollen.
Zur Frage der Überwachung der Vorgaben versicherte Polizeihauptkommissar Berthold Schineller, dass "das natürlich gemacht wird - aber halt nicht an jedem Tag".

Kurzparkzonen (mit Parkscheibe bis zu zwei Stunden an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr sowie am Samstagvormittag): der gesamte Marktplatz, die Sutte, die Kapellenstraße sowie die östlichen Stellplätze in der Rittergasse und in der Neubrückentorstraße;

Freie Parkplätze (nur auf ausgewiesenen Flächen): Im Mühlenviertel, im Finanzamtshof, auf der westlichen Seite der Rittergasse, in Klein-Nürnberg und in der Rosengasse.

Dauerparkplätze An der Eiswiese und am alten Sportplatz.