Die Wörter Maibaum und Muskelkraft gehören in Ebern traditionell zusammen. Inzwischen haben moderne Hilfsmittel Einzug gehalten, wie die massive Halterung aus Edelstahl oder eine Draht-Manschette um den Stamm, an der sich nächtliche Übeltäter die Sägezähne ausbeißen sollen. Der wesentliche Akt, in dem der etwa 25 Meter große Maibaum in die Senkrechte gebracht wird, geschieht jedoch nach alter Tradition.

Mit langen Stangenpaaren, den sogenannten Schwalben, hievten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr den Baum in die Höhe. Franz Dorsch, viele Jahre erprobt bei der Feuerwehr und beim Stadtbauhof, gab die Kommandos, und mit jedem "Zuuugleich" näherte sich der wappen- und kranzgeschmückte Baum Ruck für Ruck der Senkrechten.

Böiger Wind erschwerte die Aktion, bei der natürlich die Sicherheit oberstes Gebot genießt. Knapp eine Stunde dauerte es, bis die annähernd 200 Zaungäste den verschwitzen Floriansjüngern applaudieren konnten. Umso besser schmeckten anschließend Bier und Bratwurst. Und angenehme Temperaturen machten ohnedies Geschmack auf einen sonnigen Start in den Wonnemonat Mai.