Ebern

Ebern beeindruckt die Gäste mit viel Grün

Das Gymnasium in Ebern hat Besuch von einer Schülergruppe aus Prag. Europa soll zusammenwachsen.
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Die tschechische Schülergruppe im historischen Sitzungssaal des Rathauses mit Bürgermeister Jürgen Hennemann. Foto: Johanna Eckert
Die tschechische Schülergruppe im historischen Sitzungssaal des Rathauses mit Bürgermeister Jürgen Hennemann. Foto: Johanna Eckert
Wer ein fremdes Land bereist, kehrt mit vielen neuen Eindrücken in die Heimat zurück. Was Austauschschüler aus Tschechien von ihrem Aufenthalt in Ebern in ihre Koffer einpacken? "Die Natur ist ganz schön", schwärmt die 12-jährige Emma Schmitt, die im Prager Stadtzentrum die Grund- und Mittelschule "Bràna Jazyků" (Tor zu den Sprachen) besucht und derzeit mit anderen Mädchen und Jungen am Friedrich-Rückert-Gymnasium in Ebern zu Gast ist. "Und die Leute in Deutschland sind sehr sympathisch", empfindet die junge Schülerin.

"In Prag ist das nicht so. Das ist eine Großstadt, man kennt nur wenige Leute. Also kann man auch nur wenige Leute auf der Straße grüßen", erklärt Emma Schmitt. Sie ist diejenige aus der Gruppe, die die meisten Kenntnisse der deutschen Sprache besitzt. Ihr Vater stammt aus Lüneburg und immer wieder besucht sie dort ihre Oma.
Deutschland kannte sie also schon vor ihrem Besuch. Wie es in einer deutschen Schule zugeht, das wusste sie aber nicht und konnte es mit ihrem Aufenthalt in Ebern herausfinden.


Seit sechs Jahren

Bereits sechs Jahre schon besteht der Schüleraustausch zwischen Tschechien und dem Eberner Gymnasium. Ziel der Partnerschaft ist es, dauerhaft einen Beitrag zur deutsch-tschechischen Nachbarschaft zu leisten, sich gegenseitig kennenzulernen und in Europa immer mehr zusammenzuwachsen.

Zum Programm in Ebern gehört nicht nur ein großes Ausflugsangebot nach Bamberg und Würzburg sondern auch ein Empfang im alten Rathaus bei Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).
Wie immer spielte dabei auch das Maskottchen "Lützel" eine besondere Rolle, eine Plüschversion des Eberner Wappentiers, der Wildsau.Hennemann erzählte den Gästen die Geschichte vom Eber, von Seßlach und vom Stadtwappen. Von den Schnupferfreunden und den jungen Menschen, die sich als Fleisch- und Wurstfreunde um die Aufrechterhaltung der Traditionen der Fleischherstellung bemühen. Insgesamt 105 Vereine gibt es in Ebern und seinen Stadtteilen - das hat die Mädchen und Jungen beeindruckt.


Kuscheliges Souvenir

Ihre Nachfrage ging aber dann doch in eine andere Richtung: "Kann man den ,Lützel" auch kaufen?", übersetzte die Deutschlehrerin Katerina Wolfová die Frage eines Mädchens. Der "Lützel" landet somit auch als Souvenir in den Koffern der Austauschschüler.

Begleitet wurden die Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren von der Deutschlehrerin sowie dem Direktor Petr Tlustý und der Englischlehrerin Jana Machačkova.
An die 850 Schüler besuchen die Grund- und Mittelschule in Prag, die eine sehr lange Tradition im Fremdsprachenunterricht vorweisen kann. Zwischen Deutsch, Englisch und Französisch können die Schüler wählen - zwei Sprachen müssen sie mindestens lernen.

Die zwölfjährige Emma Schmitt weiß nach ihrem Besuch in Ebern nun, dass Schule nicht gleich Schule ist. Sie hatte zwar eine gewisse Vorstellung vom deutschen Schulalltag, ist nun aber doch überrascht von dem, was sie in Ebern erleben konnte: "Die Schule ist für mich sehr schön. Die Lehrer sind cool und nicht so streng wie unsere", gibt sie offen zu. Ach ja, und das Essen passt auch. Bratwurst und Schnitzel durfte sie mit ihren Freunden bereits genießen. je


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