Auf dem Ebelsberg soll weiter Funkstille herrschen. Der Gemeinderat entschied sich (bei zwei Gegenstimmen) gegen die Errichtung eines Funkmastes auf dem Hausberg der Gemeinde Ebelsbach.
Zwar sieht der Gemeinderat die Notwendigkeit zum Aufbau eines digitalen Sprach- und Datensystems (für die Polizei und die Rettungsdienste) gegeben, bei der Standortfrage glauben sich jedoch die meisten Gemeinderäte - trotz der Informationen in der jüngsten Bürgerversammlung - unzureichend informiert. Ulrich Wittfeld von der Firma Telent, die das Funknetz aufbaut, sprach von Versorgungslücken ("Funklöchern") im Bereich Eltmann und an der Staatsstraße nach Breitbrunn sowie der Kreisstraße in Richtung Neubrunn. Nur mit einem Sender auf dem Ebelsberg seien diese Lücken zu schließen.

Geheimhaltung?


"Die Gründe kann man glauben oder nicht", sagte Bürgermeister Walter Ziegler (BNL). Nach seiner Ansicht gilt es abzuwägen zwischen der Strahlenangst und Landschaftsverschandelung und der Verantwortung für das Gesamtkonzept. "Mit dem Mast kann ich leben", meinte Ziegler und verwies auf einen Mobilfunkmast im Industriegebiet, der eine wesentliche höhere Belastung bedeute.
In der Diskussion wurde angesprochen, dass die Präsentation bei der Bürgerversammlung enttäuschend verlaufen sei; kritischen Fragen sei mit Hinweis auf die Geheimhaltung ausgewichen worden. Der Schutz der Bevölkerung müsse Vorrang vor Wirtschaftlichkeit haben, forderte Helmut Zirnsak (BNL). Helmut Schöpplein (CSU) verwies zudem auf die Optik. Ebelsbach habe mit dem Brand des Schlosses bereits ein Wahrzeichen verloren. Auch der Ebelsberg sei ein Wahrzeichen und dürfe nicht mit einem Funkmast verunstaltet werden.

Viele Fragen


Viele Fragen wurden in der Sitzung aufgeworfen, Antworten gab es aber nur auf wenige, so dass der Gemeinderat sich gegen die Errichtung eines Funkturmes auf dem Ebelsberg aussprach. Als Alternative wurde unter anderem die Aufrüstung des Mastes auf der Wallburg in Eltmann ins Spiel gebracht. Wie geht es weiter? Der zweitbeste Standort befindet sich nach Angaben der Firma Telent allerdings ebenfalls auf dem Ebelsberg, nur einige Meter unterhalb des diskutierten Platzes.

Digitalfunk


Bund und Länder verfolgen seit Jahren das Ziel, gemeinsam ein bundesweit einheitliches digitales (und damit sicheres) Funksystem bei allen Behörden und Organisationen
mit Sicherheitsaufgaben (BOS) einzuführen. BOS sind unter anderem die Polizei, die Feuerwehren, die Katastrophenschutzbehörden, die Rettungsdienste, das THW und der Zoll.
Wegen der Finanzierung des Netzes in Bayern nahm Innenstaatssekretär Bernd Weiß (CSU) vor einem Jahr seinen Hut. Jetzt gibt es neuen Ärger wegen der rund 1000 neuen Sendestandorte, die bayernweit eingerichtet werden müssen. gf