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Politik

Dorothee Bär ist klare Favoritin im Wahlkreis Bad Kissingen/Haßberge/Rhön-Grabfeld

Die Parteien stellen die Weichen für die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Die CSU dürfte das Direktmandat gewinnen.
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Das ist der Stimmzettel von 2013. Bei der CSU und der SPD tauchen 2017 wieder die gleichen Namen fürs Direktmandat auf.  Foto: Klaus Schmitt
Das ist der Stimmzettel von 2013. Bei der CSU und der SPD tauchen 2017 wieder die gleichen Namen fürs Direktmandat auf. Foto: Klaus Schmitt
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2013 und 2014 haben sich die Wahlen geballt (Bundes- und Landtagswahl sowie Kommunalwahl), dann kam eine Phase der Ruhe, und demnächst werden die Bürger wieder an die Urnen gerufen. Die Bundestagswahl steht 2017 an. Im Herbst findet die Wahl statt, der genaue Termin ist allerdings noch nicht bekannt.

Die Parteien haben sich zum Teil bereits in Position gebracht und erste Weichenstellungen getroffen. Das sind vor allem personelle Entscheidungen. Andere Parteien folgen in den kommenden Monaten.

Bei der Bundestagswahl 2013 traten 20 Parteien an. Sie bewarben sich über die Zweitstimmen um Mandate für das Parlament in Berlin.

Diese 20 Parteien stellten aber nur acht Direktkandidaten für den Wahlkreis Bad Kissingen auf. Den Wahlkreis Bad Kissin-gen bilden die drei Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge. Wie viele Sitze eine Partei im Bundestag erhält, wird über die Zweitstimmen entschieden. Auf jeden Fall zum Zug kommen die Gewinner der Erststimmen-Wahl, über die die Direktmandate vergeben werden. Das Direktmandat geht an den Wahlsieger im Wahlkreis (Erststimmen-Gewinner).

Konkret: Der Bundestag hat normalerweise 598 Sitze. Es gibt 299 Wahlkreise und demzufolge 299 Direktmandate. Sie sind für die Erststimmen-Gewinner. Die übrigen Sitze werden über die Landeslisten verteilt, die die Parteien aufgestellt haben oder noch aufstellen werden.

Das Direktmandat 2013 im Wahlkreis Bad Kissingen hatte Dorothee Bär (CSU) geholt. Die 38-jährige Ebelsbacherin gehört seit 2002 dem Bundestag an und ist mittlerweile Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. Sie gilt als klare Favoritin für das Direktmandat 2017. Die CSU hat sie als Erststimmen-Bewerberin schon nominiert.

2013 erreichte Bär im Wahlkreis fast 58 Prozent der Stimmen. Sie lag damit weit vor der Zweitplatzierten, der SPD-Politikerin Sabine Dittmar aus Maßbach (Kreis Bad Kissingen). Die 52-jährige Ärztin holte 2013 knapp 20 Prozent der Erststimmen. Dittmar zog aber dennoch in den Bundestag ein, denn sie stand auf der Landesliste ihrer Partei auf Rang zwölf, und 22 Abgeordnete durfte die bayerische SPD laut dem Zweitstimmenergebnis nach Berlin entsenden. Dafür reichte Platz zwölf allemal.

Für die Wahl 2017 hat sie ihre Partei auf Rang zehn nominiert. Der Platz gilt als noch sicherer. Die CSU möchte alle Direktmandate in Bayern gewinnen. "Unser Hauptziel ist, die Direktmandate zu holen", sagt Steffen Vogel, der Kreisvorsitzende der CSU Haßberge. Was 2013 gelang, soll 2017 wiederholt werden. Daher spielt die Landesliste für die CSU keine so entscheidende Rolle. Sie wird laut Vogel erst im kommenden Jahr erstellt - "nicht vor März".

Andere Parteien, für die die Landeslisten eine größere Bedeutung haben, haben die Reihenfolgen bereits festgelegt. Die SPD und die Grünen zum Beispiel. Bei der SPD erhielt Sabine Dittmar, wie erwähnt, den zehnten Rang, und bei den Grünen darf sich die aus Frankfurt stammende Manuela Rottmann, die Direktkandidatin im Wahlkreis Bad Kissingen ist, über den siebten Rang freuen. Der Platz müsste für die 44-Jährige (jetzt Hammelburg) zum Einzug in den Bundestag über die Landesliste der Grünen reichen. Aktuell stellen die Grünen in Bayern über ihre Landesliste neun Abgeordnete für Berlin.

Und die anderen Parteien? Die FDP, deren vorrangiges Ziel es ist, überhaupt wieder in den Bundestag zu kommen, hat den 34-jährigen Nicolas Thoma aus Bad Kissingen als ihren Direktbewerber aufgestellt. Er ist Politikwissenschaftler und freier Journalist.

Die Linken, deren bekanntester Vertreter aus dem hiesigen Raum der Schweinfurter Gewerkschafter Klaus Ernst ist, haben bisher keine Direktbewerber für den Wahlkreis aufgestellt. Aber "es wird wahrscheinlich einen Direktkandidaten geben", kündigt Kreisrätin Sabine Schmidt (Sand) an. Nach dem aktuellen Fahrplan der Linken soll der Bewerber am 21. Januar nominiert werden, und am 18. März will die Partei ihre Landesliste Bayern aufstellen. Namen kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.


Demnächst ein Treffen

Die Freien Wähler, die nicht im Bundestag vertreten sind, aber antreten werden, haben sich noch nicht entschieden. Die Kreisvorsitzenden aus den drei Kreisverbänden im Wahlkreis wollen sich demnächst treffen, um die Frage zu erörtern, ob ein Direktkandidat aufgestellt wird und wer das sein könnte. 2013 waren die Freien Wähler, die vor allem kommunalpolitisch eine Bedeutung haben, mit einem Direktbewerber im Wahlkreis Bad Kissingen angetreten. Ohne Erfolg, denn die Freien Wähler kamen nicht in den Bundestag. Sie scheiterten wie 15 weitere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde.

Aber dass sie in der Bundespolitik mitmischen wollen, haben die Freien Wähler bereits deutlich gemacht. Sie haben einen eigenen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten vorgeschlagen. Der Richter Alexander Hold, bekannt aus der Gerichtsserie im Fernsehen, soll Nachfolger von Joachim Gauck werden.


Noch nichts bekannt

Und was macht die AfD? Die Partei stand bereits 2013 auf dem Stimmzettel, allerdings nur bei den Zweitstimmen. Bisher ist im Wahlkreis nichts bekannt, was auf die Nominierung eines Direktbewerbers schließen lässt.

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