Erst Studium, dann Abbruch, es folgte eine Lehre als Brauer- und Mälzer-Geselle in einem Vier-Mann-Betrieb in Mönchsambach. Wie passt denn das zusammen? "Das war alles ein glücklicher Zufall", erzählt Benedikt Steger aus Frensdorf, der im Frühsommer bei der Brauerei Zehendner seine Ausbildung als bester Oberfranke abschloss. Nun zieht's ihn nach Berlin, wo er an einer Fakultät der Technischen Universität zum Diplom-Braumeister "reifen" will. Im Rückblick bereut der Frensdorfer keinen Tag und keine Entscheidung. "Das ist alles super gelaufen", wobei er ausdrücklich die Atmosphäre im Familienbetrieb um Chef Stefan Zehendner heraushebt.
Zusammen mit Tobias Piechaczek aus Königsberg in Unterfranken vertrat Steger die fränkischen Farben beim Leistungswettbewerb für Brauergesellen auf Landesebene, den die Handwerkskammer für Oberfranken in der Schlossbrauerei durchführte. Piechaczek hatte in diesem Sommer auch auf einem anderen Gebiet aufhorchen lassen. Der Königsberger wurde Weltmeister der Pistolenschützen der Junioren.

Weiterbildung im Visier


Der Leistungswettbewerb soll nach dem Willen der Veranstalter die Vorzüge der betrieblichen Ausbildung aufzeigen. Doch wie Steger kehrt auch Piechaczek nach der Ausbildung bei der Brauerei Raab in Hofheim zunächst in die Schulbank zurück. Er besucht die Berufsoberschule in Schweinfurt. Nach Abschluss ihrer Schul- bzw. Uniausbildung sehen beide für sich gute Berufs-Chancen. "Hier in der Gegend oder im Ausland", ist Steger überzeugt. Und der Chef der Schlossbrauerei, Dominik Eichhorn, bestätigt: "Ein guter Braumeister muss sich in unserer Gegend keine Sorgen machen."
Die Experten sprechen nicht umsonst von "Braukunst". Der gemeine Konsument lobt indes die Süffigkeit. Ob Pils, Helles, Weizen oder Bock - jeder Gerstensaft findet seine Liebhaber. Auch wenn der Ausstoß der Brauereien in den letzten Jahren zurückging, der Rekordumsatz beim Oktoberfest belegt, dass Bier weiterhin zu den beliebtesten Getränken in bayerischen Gefilden zählt. Und so blicken die Brauergesellen zuversichtlich in die Zukunft. Voller Ehrgeiz kürten sie einen Sieger, der Ende Oktober am Bundesentscheid teilnimmt. Dieser findet bei der Mahrs-Bräu in Bamberg statt. Ausgerechnet für Vertreter aus München und Oberbayern hatte es nicht einmal zum Landeswettbewerb gereicht.
Es ging um Wissen, nicht um Trinkfestigkeit. An fünf Stationen mussten die Gesellen, die im Frühsommer mit den besten Noten abschnitten, ihr Können beweisen. Im Sudhaus wartete Braumeister Christian Merz von der Brauerei Spezial in Bamberg, die Filtration ließ sich Uwe Kraus von der Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf erklären. Das Wissen über Gär- und Lagerkeller prüfte Herbert Beck von der gleichnamigen Brauerei in Trabelsdorf. Schankanlagen und alkoholfreie Getränke waren das Spezialgebiet von Werner Glossner, der von der Felsen- Brauerei in Thalmannsfeld/Mittelfranken kommt.
Ganze zwei Stunden dauerte die theoretische Prüfung bei Peter Fecher aus Karlstadt, der als Mitglied des Prüfungsausschusses der Handwerkskammer für Unterfranken über Verfahrenstechnologie und Betriebstechnik abfragte. "Halt die Herstellung von Bier und Malz."
Ausgerichtet wird der Wettbewerb jedes Jahr von der Handwerkskammer von Oberfranken, meist im Raum Bamberg, weil "es noch die meisten Brauereien gibt", wie der Organisator, der aus Hafenpreppach stammende Ulrich Schmitt, sagte.
Am Ende siegte Christoph Habel aus Feuchtwangen/Mittelfranken, der bei der Hauff-Bräu in Lichtenau lernte, vor Tobias Piechaczek und Benedikt Steger.