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Heubach
Nostalgie

Die Zeitung im alten Feuerwehrhelm

Wer erinnert sich noch: Was geschah am 30.Oktober 1962 in Ebern? Der Kreis der Informanten dürfte überschaubar bleiben.
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Mit "Pickelhaube" und historischen Schlagzeilen: Feuerwehrkommandant Bastian Hauck und Stadtteilvertreter Thomas Limpert. Foto: Ralf Kestel
Mit "Pickelhaube" und historischen Schlagzeilen: Feuerwehrkommandant Bastian Hauck und Stadtteilvertreter Thomas Limpert. Foto: Ralf Kestel
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Aber in Reihen der Heubacher Feuerwehr kennen sich einige genau aus. Denn sie blätterten erst in einer Ausgabe des "Baunach- und Itzboten" von diesem Tag vor 54 Jahren. Und das kam so...

Tageszeitungen sind sprichwörtlich vielseitig einsetzbar: Als Informationsquelle zum Beispiel, später dienen sie auch als (Ein-) Packpapier für Biomülll. Als Kopfpolster kommen sie eher selten zum Einsatz. Im Jahr 1962 muss das aber der Fall gewesen sein.

Denn in einem der alten Feuerwehrhelme aus dieser Zeit fand sich jüngst - zusammengeknüllt - das Eberner Lokalblättla vom 30. Oktober. Das fiel auf, als die Feuerwehr am Kirchweihmontag beim Gauditurnier unter erschwerten Bedingungen auflaufen musste und deswegen die alten Helme hervorgekramt hatte.

Einer der Mitspieler schenkte dem vordergründig wertlosen Papier keine Beachtung, zerrte es aus der Leder-Innenbespannung heraus und warf es
achtlos weg. Vor die Füße von Stadtrat Thomas Limpert, dessen wachsamen Augen nicht entging, dass es sich um Zeitungspapier handelte, was die Neugier des Kommunalpolitikers weckte.

Er faltete das Papierknäuel wieder auseinander und versank sofort in der Nachrichtenwelt aus dem Herbst des Jahres 1962. Eine Welt, die im neu war: Jahrgang 1964.

Was ihm dennoch sofort deutlich wurde: Es war damals schon der Weltspartag, blieb Limpert als Aufsichtsrat bei der Raiffeisen-Volksbank Ebern nicht verborgen. Die drei Banken, die im Stadtgebiet schon vorhanden waren (und sind), inserierten deswegen noch tüchtig unter "Eberner Heimatnachrichten".

In der Filmburg liefen Kinostreifen, Ebern war noch Kreisstadt, wobei sogar gemeldet wurde, wenn eine Familie verzog (die Freislers aus der Kufi-Siedlung gen München). "Wir wünschen ein Wohlergehen und alle Gute für die Zukunft" wurde den Abwanderern per Zeitung hinterher geschickt.
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Der TV Ebern hielt im "völlig neu renovierten Sportheim" noch Monatsversammlungen ab, wobei die im Oktober "sehr gut besucht" gewesen war, ging es doch unter Leitung von Vorsitzendem Kurt Thon um die Vorbereitung aufs 100. Jubiläum.

Gute Anzeigenkunden waren zu dieser Zeit das Textilhaus Brünn aus Untermerzbach und Schreibwaren Erne. Erhard Oppelt lud in Ebern zur Schlachtschüssel und die Bavaria-Drogerie in der Kapellenstraße wurde von Peter Napp geführt. Auch die SPD machte per Annonce auf sich aufmerksam. In Maroldsweisach legte der Marktgemeinderat gerade den Trassenverlauf bei der Einmündung der Staatsstraße in die B 279 fest (siehe Unfallmeldung oben).

Auf Bundesebene bereitete Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß das Kabinett wegen der Kubakrise eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft vor.
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