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Krum
Traditionsumgang

Die Steinbrüche im Krumbachtal

Seit Jahren marschieren die Krümer mit dem Jagdpächter an den Flurgrenzen entlang. Der Jagdbereich genoss besonderes Interesse.
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Im Steinbruch Neuberg: Aus diesem Material stammt nach Überzeugung des Heimatforschers Heinrich Weisel der Bamberger Reiter.
Im Steinbruch Neuberg: Aus diesem Material stammt nach Überzeugung des Heimatforschers Heinrich Weisel der Bamberger Reiter.
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Heiterkeit, viele interessante Informationen, fröhliche Gesichter und selbst der Wettergott hatte beste Laune bei der traditionellen Jagdbegehung der Jagdgenossenschaft Krum. Von der Veranstaltung berichthet Franz Huber.
Paul Schuler, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, verzeichnete 60 Wanderer und Grundholden; mit dabei waren Bürgermeister Thomas Stadelmann, die Krümler Jagdpächtern Matthias Jakob und Jochen Schneider, sowie der Zeiler Heimatforscher Heinrich Weisel. Er führte die Wanderung unter dem Motto: "Durch verborgene Pfade in die Steinbrüche des Krumbachtales".
Die Route führte durch den "Jagdbogen Süd". Weisel gab erst durch seine Forschungen in Kirchenbüchern, Ratsprotokollen oder Gotteshausrechnungen einen Überblick über die Geschichte der Krümler Steinhauer und die Jagd im Krümler Tal.


Fantasievolle Namen

Auf Krümler Gebiet gab es vier
Steinbrüche, erfuhren die Teilnehmer dann: Weidenmühle, Prappacher Heide, Sperrleite und Überschall. Die gehauenen Steine aus Muschelkalk, dem hochwertigen Schilfsandstein und dem rötlichen Rhätsandstein waren als Baumaterial sehr begehrt. Weisel fand Aufzeichnungen darüber, dass bereits 1608 ein Hans Behringer aus Krum Steine nach Haßfurt lieferte, ebenso 1699, als ein Jörg Schick Steine aus dem Krümler Steinbruch für den Hochaltar der Pfarrkirche Haßfurt lieferte.


In Betrieb ist etwa 1960

In den Steinbrüchen waren Generationen von Steinhauern beschäftigt, häufig unter Lebensgefahr. Diese waren zwar steinreich, aber gleichzeitig geldarm. Bis etwa Anfang der 1960er Jahre wurde im Krumbachtal Stein gebrochen. Nun gibt es in der Gegend um Zeil keine aktiven Steinbrüche mehr, informierte Weisel. Alle Brüche stehen unter Naturschutz.
Das Jagdgebiet um Krum war immer reich an Wildtieren. In der Jagdchronik des Fuchs von Gleisenau werden bei Sechsthal und Krum Bestände von Hasen, Rehen, Rebhühnern, Schnepfen und sogar Auerhähnen erwähnt. 1713 wurden im Revier Krum noch zwei Hirsche (Sechs- und Zehnender) erlegt.
Der heutige Krümler Jagdbereich misst 604 Hektar und teilt sich je zur Hälfte in einen Jagdbogen Nord (Richtung Sechsthal) und einen Jagdbogen Süd (Richtung Zeil). Die Grenze zwischen den beiden Jagdbereichen verläuft mitten durch das kleine Dorf am Fuß der Hohen Wann. Auf dem Weg zum Steinbruch in der Sperrleite führte die Wanderung über den "Leichensteig" südwestlich. Selbst die älteren Krümler kannten nicht den genauen Hintergrund dieses Flurnamens. Der Heimatforscher klärte auf:


Letzter Gang nach Augsfeld

Als die Gemeinde Krum im Mittelalter noch keinen eigenen Friedhof besaß, wurden die im Ort Verstorbenen auf einem Pferdewagen durch diesen Hohlweg über die Hohe Wann zum Friedhof nach Augsfeld gefahren. Der Leichenzug und der Ablauf der Beerdigung waren streng geregelt.
Im Steinbruch Sperrleite zeigen deutliche Spuren die mühevolle Arbeit der Steinhauer. Den Steinbruch hatten 1905 die aus Bischwind zugezogenen Vorfahren der heute noch in Krum ansässigen Familie Stark erworben. Es waren bis zu 30 Arbeiter in der Sperrleite tätig. Von hier ging es durch den schönen Lerchengrund hinab zur Altach und auf Zeiler Gebiet zum Steinbruch Neuberg. Hier gab es Informationen zum Bamberger Reiter: Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Schilfsandstein aus dem Steinbruch Neuberg identisch mit dem Stein des Reiterstandbildes im Bamberger Dom ist. Seit Jahrzehnten diskutieren Forscher darüber, um wen es sich bei dem Bamberger Reiter aus dem 13. Jahrhundert handeln könnte. Das Einzige, worauf sich alle einigen können, ist die ungewöhnliche Schönheit der Figur. Für Weisel steht fest, dass das Material eines der berühmtesten Kunstwerke des Mittelalters aus dem Steinbruch Neuberg stammt. Weiter ist belegt, dass eine Familie Goger Steine für den Fußboden im Bamberger Dom lieferte.


Natur beherrscht die Szene

Nach einer Pause ging es aufwärts in Richtung Überschall. Dieser Steinbruch ist stark zugewachsen und nur von der Talseite her erkennbar.
Zurück im Garten des Antoniusheimes bedankte sich Paul Schuler bei Weisel für die Führung. Für die Wanderer und Grundholden gab es Kaffee und Kuchen, sowie später ein Essen. Den Kindern wurde es bei Wettspielen und Basteln nicht langweilig. Jedes Kind erhielt ein Überraschungspaket. Die Erwachsenen ermittelten den Nachmittag über den besten Krümler Schützen beim Luftgewehrschießen. Unter Aufsicht und Anleitung von den zwei Jagdpächter zeigte sich der Krümler Feuerwehrvorsitzender Florian Hetterich sehr zielsicher. Zur Erinnerung wird sein Name auf der Ehrenscheibe eingetragen. Auf den weiteren Plätzen folgen Frank Hümmer und Michael Mantel.
Die Jagdgenossenschaft Krum bilanziert ein rundum gelungenes Fest. Frohsinn war Trumpf bei den Gästen, die bis in den Abend unter schattigen Bäumen im Garten des Antoniusheimes verweilten. red

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