Maroldsweisach
Konzert

Die Punks gingen richtig ab

Konzert  Neun Gruppen botenin Altenstein ehrliche Punkmusik. Die meist sozialkritischen Texte wurden von den Fans kräftig mitgesungen.
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Schlagabtausch holten als "Rausschmeißer" weit nach Mitternacht den letzten Schweißtropfen von ihren Fans raus. Fotos: Simon Albrecht
Schlagabtausch holten als "Rausschmeißer" weit nach Mitternacht den letzten Schweißtropfen von ihren Fans raus. Fotos: Simon Albrecht
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Punk in all seinen Facetten bekamen die über 300 Gäste am Samstag geboten, als die beiden lokalen Bands "Schlagabausch" und "Hartes Pflaster" zum zweiten Frankenpogo mit neun Bands geladen hatten.

Über 30 Helfer waren die Tage zuvor beschäftigt mit Zeltaufbau und allem was dazu gehört. Und nicht nur das: am Abend selbst halfen die Musiker am Tresen, bei der Essenausgabe oder am Eingang mit, ehe sie spät am Abend auf der Bühne standen. Knapp zehn Stunden lang wurde das Gelände des HSV Altenstein gerockt, was das Zeug hält. Und die Punks gingen richtig ab - es wurde gepogt ohne Ende.

Das Besondere an diesen Bands: sie covern nicht, die Lieder sind alle selbst getextet und komponiert - die Fans der Bands kennen sie auswendig und singen oder gröhlen sie textsicher mit. Dabei hatten die Oi!-Punk-Bands an dem Abend leicht die Oberhand. Hauptsächlich geht es in den meist soziakritschen Liedern um ein Aufbäumen gegenüber der Obrigkeit oder um banale Zweierbeziehungen. Die Szene hat - wie es oft verwechselt wird - nichts mit Neonazis zu tun. Diese Punks und Skins sind friedliebende Leute, sind heimatverbunden. Altenstein war das beste Beispiel dafür.

Die junge Bamberger Formation Pseudo 28 hatte den schwierigen Part als Opener; die 17- und 18-jährigen Jungs spielten sauberen Alternative-Punk mit ansprechenden Texten. Für Noihaus aus Thüringen, die einen Tag zuvor absagen mussten, war Bakudan aus Erfurt gekommen. Leicht verwirrend für manche Besucher, fingen sie instrumental mit Led Zeppelin an, legten dann aber kräftigen Punk auf die Bretter, ebenso wie Terence Spencer aus Königsberg, die dem Punkrock fröhnen. Die verschiedenen Nischen des Punk füllten Feuer & Flamme mit Ska-Punk (Rehau) und Rückschlag (Leipzig) mit Punkrock aus.

Und was sagen die Zuhörer? Carina Wohlpart (21) aus Trunstadt ist beeindruckt über den "Riesenaufwand, den die Leute da reinstecken", dass man viele Bands für wenig Geld zu hören bekommt. Außerdem gefällt ihr die schöne Gegend. Aus Pettstadt bei Bamberg kommt Stefan Kaiser (25), dem vor allem "das Feeling in einem Zelt besser gefällt" als in einem Saal oder einer Halle. Daumen hoch für die Organisation: "Die ist super."

Heiko Hofmann (33) vom Security-Team ist begeistert von der Disziplin der Gäste. "Das hier ist ruhig und friedlich", lobt der Breitbrunner. Die Musikrichtung mag er, zumal er "die meisten Jungs, die da mitmachen", kennt. Stefan Eck (41) war wegen Stefan Vetter, dem Gitarristen von Hartes Pflaster und als dessen ehemaliger Arbeitskollege in Altenstein. Es sei zwar nicht seine Musikrichtung, "aber des bassd scho", kommentiert der Priegendorfer.

Stetig stieg der Stimmungspegel, den Hartes Pflaster quasi als Heimspiel vorantrieben. Mit gängigen Songs aus ihrem Repertoire heizten sie die Stimmung an, wie bei "Unser Franken" oder "Ulla". Kräftiger Oi!-Punk dann von Martens Army aus Sachsen, die eine große Fangemeinde mitbrachten, und sich national schon einen Namen gemacht haben, ebenso die Egoisten aus Niedersachsen. Beide Bands zeigten instrumental und gesanglich ihre eigene Klasse.

Die "Hartgesottenen" blieben bis zum Schluss, als "Schlagabausch" weit nach Mitternacht als Rausschmeißer den letzten Schweißtropfen aus ihren Fans rausholten. Sie sind fleißig und arbeiten mittlerweile an ihrer dritten CD, hatten einige Songs daraus im Set, aber wie bei allen anderen Bands sind die Fans dabei wenn es um eingebrannte Lieder wie "Wochenende" oder "Diese Nächte", als sie noch Siffköpf hießen, ging.

So hat sich Organisator Ingo Förster am Sonntag Vormittag gegenüber unserer Zeitung zufrieden mit dem Ablauf gezeigt. Es habe friedlich und ohne größere Störungen stattgefunden. Und nächstes Jahr? "Auf alle Fälle wieder", konstatierte er, zumal es heuer schon mehr Gäste waren als bei der Premiere vor einem Jahr.

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