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Fatschenbrunn
Dorfwettbewerb

Die Kreissieger Kirchlauter und Fatschenbrunn wollen mehr

Fatschenbrunn und Kirchlauter rechnen sich gute Chancen auf eine Medaille im Bezirksentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" aus. Die Kommission zeigte sich beeindruckt. In ganz Unterfranken werden Dörfer begutachtet. Der Bezirkssieger tritt beim Landesentscheid an. Am Donnerstag wird das Ergebnis bekannt.
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Dass es eine Fatschenbrunner Version von Monopoly gibt, war auch Oberaurachs Zweitem Bürgermeister Hans Albert (rechts) bis gestern unbekannt.  Fotos: Sabine Weinbeer
Dass es eine Fatschenbrunner Version von Monopoly gibt, war auch Oberaurachs Zweitem Bürgermeister Hans Albert (rechts) bis gestern unbekannt. Fotos: Sabine Weinbeer
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In Fatschenbrunn und Kirchlauter erwarten die Bewohner gespannt den Donnerstag, denn dann am späten Nachmittag wird die Bezirkskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" ihr endgültiges Ergebnis verkünden. Beide Dörfer siegten letztes Jahr im Kreisentscheid und werden nun auf Bezirksebene mit vier weiteren unterfränkischen Orten verglichen.

Unter Federführung des Gartenbauzentrums Bayern Nord am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen ist die Kommission seit Montag unterwegs, alle sechs Orte eingehend unter die Lupe zu nehmen. Der Wettbewerb will einen Beitrag zur Stärkung des Dorflebens leisten, wie die Leiter der Kommission, Christine Bender und Gerhard Reichels dorfer, betonten.

Eine solche starke Dorfgemeinschaft erlebten sie in Fatschenbrunn.
Die Kommissionsmitglieder waren sehr beeindruckt von dem kleinen Ort in der Steigerwaldgroßegemeinde Oberaurach und seiner Präsentation. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) hatte Bärbel Faschingbauer skeptisch gemacht, als er in seiner Begrüßung ankündigte, die Kommission werde verzaubert. "Aber Sie haben uns verzaubert", erklärte sie in ihrem Abschlussstatement. Grüngestaltung und Grünentwicklung war ihr Thema. Sie lobte den Mut zu großkronigen Bäumen im Dorf, den Kampf um die Kirchenlinde und die Anlegung der Bienenweide. Sieglinde Fackelmann lobte die herzliche Gemeinschaft, den großen Zusammenhalt der Gruppen im Dorf und die Bemühung um das Bewahren der Hutzel-Tradition.

Beim Rundgang erlebte die Kommission unter anderem 8000 Jahre Geschichte in drei Minuten und wurde auf Tafeln von vielen Zahlen begrüßt.
So stehen im Ort 393 Bäume, es gibt Null Leerstände, und 1800 Stunden Eigenleistung flossen in die Dorferneuerung.

Ortssprecher Reiner Renner erklärte, wie sich die Fatschenbrunner bemühen, Menschen für das Leben in ihrem Dorf zu interessieren, und Neubürger schilderten, warum sie sich hier so schnell angenommen fühlten.

Welle der Hilfsbereitschaft

Exemplarisch dafür stand auch das Schicksal der Familie Ludwig, deren Wohnhaus im vergangenen Jahr niederbrannte. Wilma Ludwig schilderte die Welle der Hilfsbereitschaft, die sie und ihre Kinder trug, so dass sofort feststand, das Haus in Fatschenbrunn wieder aufzubauen, obwohl sie erst vor einigen Jahren zugezogen waren.
Architekt Rainer Mense war beeindruckt vom sensiblen Umgang mit der Bausubstanz, der von einer "schlichten Selbstverständlichkeit" geprägt sei. Die Sanierung des Mehrzweckgebäudes lobte er als sehr gelungen.

Mit der Kutsche wurden Dorit Bollmann und Michael Stromer durch die Flur gefahren, um die Einbettung des Dorfes in die Landschaft beurteilen zu können. Ihr Ergebnis: "Das Dorf ist wie die Arche Noah", sagte Stromer begeistert von dieser Einbettung. Er lobte den behutsamen Umgang der Fatschenbrunner mit dieser besonderen Lage. "Sie haben hier etwas Besonderes, und es ist auch tief in Ihrem Bewusstsein verwurzelt".

Starke Infrastruktur

Viel größer als Fatschenbrunn ist Kirchlauter in der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach, doch auf Bezirksebene stehen kleine und große Dörfer im direkten Wettbewerb. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) und ein "Generationenchor" aus Senioren und Kindergartenkindern begrüßte hier die Kommission. Kirchlauter punktet mit einer hervorragenden Infrastruktur mit Kindergarten und Grundschule, vielen Geschäften. Bauliche Höhepunkte sind die Kirche und das Schloss.

Rainer Mense bezeichnete es als ein Glück für das Dorf, dass die Familie Stauffenberg das Schloss so offen führt. Sehr beeindruckt war die Kommission auch von der vorbildlichen Durchgrünung, vom Lehrbienenstand und dem Obstbaum-Lehrpfad, aber auch vom liebevoll gepflegten Sportgelände des VfR Kirchlauter - und von der "I have a dream group".

"Da soll nochmal einer was über die heutige Jugend sagen", erklärte Bezirksheimatpfleger Klaus Reder in seinem Abschluss-Statement. Die Kommission lobte die vielen tatkräftigen Gruppen, die pragmatischen Lösungen, die Kirchlauter stets findet, und die hervorragend funktionierende Dorfgemeinschaft.

Am Ortskern müsse man doch etwas arbeiten, auch der Friedhof könnte nach Meinung der Kommission grüner sein, aber der Schulgarten fand höchstes Lob, ebenso die vielen Heckenstrukturen in der Flur und die sehr gelungene Lauter-Renaturierung. Höhepunkte beim Rundgang durch den Ort waren natürlich das Schmiedemuseum und der Vortrag von Karl Gehring zum Thema Siebener und Grenzsteine.

Entscheidung am Donnerstag

Fünf Orte hat die Kommission nun besichtigt, am Donnerstag folgt der letzte und dann wird die Entscheidung fallen, wie Fatschenbrunn und Kirchlauter im Vergleich abschneiden. Gefeiert wird der Abschluss des Bezirksentscheides aber auf jeden Fall in Haßfurt.

Am 25. Oktober wird dort die offizielle Preisverleihung stattfinden, erklärte Christine Bender abschließend. Der dann gekürte Bezirkssieger tritt nächstes Jahr beim bayerischen Landesentscheid an.

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