Ebelsbach

Die Frauen sind die große Kraft

In Ebelsbach feierten der katholische Frauenkreis und die Schönstattgruppe ihr 50-jähriges Bestehen gemeinsam. Aus dem kirchlichen Alltag sind sie nicht wegzudenken. Unter dem Bild der Gottesmutter Maria sind die Gruppen vereint.
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Die Vorsitzenden Irene Loch (links) und Therese Thoma (rechts) hatten eine gemeinsame Feier "50 Jahre katholischer Frauenkreis und Schönstattgruppe" organisiert. Viele Frauen aus der Umgebung waren dabei.
Die Vorsitzenden Irene Loch (links) und Therese Thoma (rechts) hatten eine gemeinsame Feier "50 Jahre katholischer Frauenkreis und Schönstattgruppe" organisiert. Viele Frauen aus der Umgebung waren dabei.
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Ein kleines Glücksgefühl hat Irene Loch, wenn sie an dieses gelungene Wochenende zurückdenkt: "Es ist viel Arbeit, aber jetzt nach dem Fest ist es schon schön." Bei der Vorsitzenden des katholischen Frauenkreises ist es oft so, dass sie abends endlich die Füße hochlegt - und in Gedanken schon wieder bei ihrem Frauenkreis ist. "Aber ich kann gut schlafen."

Sie hat viele Veranstaltungen gemeistert: von den Ausflügen, bei deren Organisation ihr ihr Mann hilft, bis zu Faschings- und Seniorennachmittagen und vielem mehr - und sie hat ihre "Frauen, die mithelfen, wenn ich sie anrufe". Die 63-Jährige vertraut auf dieses Miteinander, das ihr wie vielen Ebelsbacher Frauen Halt gibt. "Man muss aufeinander zugehen und sich gegenseitig unterstützen", ist ihr Credo.

Zwei Mal ein 50.
Jubiläum

Das haben sie getan: Mit einem Dankgottesdienst gedachten der katholische Frauenkreis und die Schönstatt-Müttergruppe des 50-jährigen Bestehens. Die Pfarrer Matthias Rusin und Ottmar Pottler, früher lange Jahre Pfarrer in Ebelsbach, sowie Diakon Joachim Stapf gestalteten den Gottesdienst zum Doppeljubiläum. Mit dabei waren die Frauenbund-Gruppen aus Steinbach, Knetzgau, Eltmann und Zeil sowie Frauen des evangelischen Mütterdienstes.

Ein sinnfälliges Bild

Und ganz nach dem Motto "Wie ein bunter Blumenstrauß" formten die Frauen beim Gottesdienst aus einzelnen Blumen einen großen Strauß. Irene Loch, Vorsitzende des katholischen Frauenkreises, und Therese Thoma, Leiterin der Schönstattgruppe, blickten in Worten und Meditationen auf die 50 Jahre zurück.

Schon 1960/61 hatte der damalige Pfarrer Willi Geßner die katholischen Frauen von Ebelsbach zu Gesprächsabenden eingeladen. Im Dezember 1963 entstand aus einer losen Bindung eine feste Gemeinschaft. 30 Jahre, bis 1993, wirkte Marianne Tschödrich als Vorsitzende des Frauenkreises. Bei ihrer Verabschiedung wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Schönstatt-Müttergruppe hat ebenfalls Pfarrer Willi Geßner ins Leben gerufen. In den 18 Jahren in Ebelsbach war sein Motto "An der Hand der Gottesmutter - hin zum Vatergott!" Die Frauen beherzigten dies. Geßner übernahm Vorträge zur Erwachsenenbildung, und die Frauen unterstützten ihn bei den Erneuerungen, die das II. Vatikanische Konzil mit sich brachte: Frühkommunion, Laien- und Lektorendienst, Wohnviertelapostolat. Jedes Jahr in der Adventszeit - bis heute - wurde ein Ehrennachmittag für die Senioren organisiert, eine Leprahilfe gegründet. Bastelkreise und Kochkurse bereicherten das Angebot.

Entspannung in der Ökumene

Das gute Verhältnis mit den Frauen des evangelischen Mütterdienstes sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit deren Vorsitzender Gräfin zu Münster und Anneliese Lotz brachten Entspannung in der Ökumene.

In den 1970er Jahren entstand unter Leitung von Therese Thoma eine Müttergruppe, die sich 1979 aufgrund identischer Ziele und Aufgaben mit der 1963 gegründeten Gruppe zusammenschloss. Von 1979 bis 2009 betreute Pfarrer Pottler die Gruppe, dann wurde Matthias Rusin geistlicher Beirat.

Die Frauen wünschten sich schon immer eine Fahne. Im Jahre 2008 ging dieser Wunsch in Erfüllung. Den Vorstand des katholischen Frauenkreises bilden Irene Loch (Vorsitzende), Margarete Schöpplein (Stellvertreterin; Nachfolgerin von Thea Schöpplein) und Irmi Schumann (Kassenverwalterin; Nachfolgerin von Helga Häfner).

Pfarrer Ottmar Pottler würdigte in der Predigt die Verdienste von Willi Geßner, der in keiner leichten, doch segensreichen Zeit die Pfarrgemeinde mit der Gottesmutter Maria im Mittelpunkt aufbauen und formen konnte. Davon habe er einst als Nachfolger zehren können, wie Pottler sagte. In den Frauengruppen sei die Gemeinschaft prägend gewesen, sie seien echte Mitarbeiterinnen in der Pfarrei geworden, würdigte Pottler das große Verdienst der Frauen. Dass Ebelsbach eine "Frauenpfarrei" ist, zeige sich, dass Maria Magdalena als Patronin gewählt wurde. Die Kirche verfüge über eine "marianische Ausstattung": Das Bronzerelief am Altar stelle ein Bild der jungen Kirche dar, die sich um Maria schart; die Marienstatue aus Sandstein habe neben dem Hochaltar ihren Platz gefunden und das Marienbild aus Schönstatt sei von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Familie, eingeweiht worden, schilderte der Redner.
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