Haßfurt
Büttensitzung

Die Faschingsnarren landen unsanft in Haßfurt

Die "Elf Weisen Hasen" nehmen kein Blatt vor den Mund. Bei der Büttensitzung in der Kreisstadt Haßfurt ziehen die Faschingsnarren die örtlichen Themen kräftig durch den Kakao. Obwohl sie das Motto eigentlich "In die Weiten des Weltalls" getragen hat.
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Die Hasengarde der "Elf weisen Hasen" fegte über die Bühne.
Die Hasengarde der "Elf weisen Hasen" fegte über die Bühne.
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Wenn die "geistliche Führung" der Pfarrei St. Kilian Haßfurt in die Bütt steigt, dann ist Faschingszeit bei den "Elf weisen Hasen". Als die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan stehen heuer Pfarrer Stephan Eschenbacher, Diakon Manfred Griebel und Gemeindereferent Markus Fastenmeier auf der Bühne und begeistern mit vielen anderen kleinen und großen "Hasen" ihr Publikum. Schon die Premiere der Büttensitzungen am Freitag in der Stadthalle war ein voller Erfolg. Weitere Sitzungen am Wochenende folgten und folgen noch.

Rundum gelungen ist das Programm unter dem Motto "In den Weiten des Weltalls", mit dem die Akteure ihr Publikum in dieser Saison überraschen. Ein fantasievolles Bühnenbild, farbenprächtige Kostüme, technische Spielereien und kreative Choreographien vervollkommnen die humorvollen Beiträge aus Musik, Gesang, Tanz und Büttenreden. Was dem Publikum besonders gefiel, ist der Einfallsreichtum, mit dem vor allem städtische Themen unter die Lupe genommen werden.

"Hasenbär" Sebastian Sahlender vom Sternbild des "großen Hasenbären" heizte die gute Stimmung im Saal mit seinen Videobeiträgen zum Thema "Was ist los, wenn in Haßfurt nix los ist?" an. Dass sich die Belegschaft der Firma Schlegelmilch vor dem Heimkino trifft, Anne Feulner sich ihre Maintal-Hagebuttenmarmelade schmecken lässt, Christian Wagner im OBI die Blumen gießt, Norbert Zösch vom Stadtwerk im Freien sitzt und "seine" Windräder zählt und Bürgermeister Rudi Eck im Rathaus "Mensch ärgere dich nicht" spielt, löste Lachsalven aus. Das Lied des "Hasenbären", das das Publikum mitsingen konnte, traf es dann auf den Punkt: "Super Stimmung bei den weisen Hasen. Da mach ich a mit!"

Haßfurter Themen im Fokus

Städtischen Themen widmeten sich ebenfalls Martina Mantel und Norbert Zösch vom "Rabbit Radio Haßfurt" unter dem Slogan "Logisches aus dem All-Tag". Sie beriefen kurzerhand eine "Stadtratssitzung für ölla" ein, bei der sich das Publikum aus vier möglichen, humoristischen Antworten zu Fragen über die Energiewende, den Einzelhandel im Gewerbegebiet und den Sportpark Eichelsee eine aussuchen durfte. Ein Ergebnis beispielsweise lautete: "Wir baun die Windräder, stelln sa aber alla nebers Käppela in Zeil". Unterstützt wurden die Radiomoderatoren von Alicia Biener, die ihr Gesangstalent unter Beweis stellte.

Einen interessanten Blick auf Haßfurt warfen die Sänger der "Rabbit Harmonists", die als Außerirdische auf der Bühne gestrandet waren. Da sie bei ihrer Landung ein Windrad demoliert hatten, erhielten sie gleich einen Dankesbrief von den "neuen Freunden aus Riedbach und Kleinmünster". Schnell "entdeckten" sie, dass es in der Innenstadt viele leere Geschäfte gibt und die Gastronomie "zu flach" ist. Ihr Rat: "Geschäfte länger auf, Mieten runter, dann wäre auch die Altstadt wieder bunter." Die Gastronomen sollten sich bei "Retter Rach" bewerben, dann "müsstet Ihr auch nicht immer stöhnen, sondern könntet die Gäste schön verwöhnen". Den Einwohnern legten sie ans Herz: "Kauft in Haßfurt ein, lasst die Knete in der Innenstadt, sonst wird's düster."

Besonders treffend besangen die "Rabbit Harmonists" die Situation im benachbarten Wonfurt: "Wohlauf, die Luft könnt frischer sein. Der Wind weht aus Südwesten. Die allerfeinsten Stäubelein gibt er uns jetzt zum Besten. Blei, Kadmium und auch Arsen legt sich auf das Gemüse. Das kann doch nur Loacker sein, aus Wonfurt schöne Grüße."

Talentierter Nachwuchs

Stolz können die "Elf weisen Hasen" auf ihren Nachwuchs sein, der seit einigen Jahren für Furore auf der Bühne sorgt. Die "Rabbit Kids", zwischen acht und zwölf Jahre alt, kamen aus dem Orbit mitten in die 80er Jahre und riefen mit ihren Sketchen und Tänzen Begeisterungsstürme hervor. Zwei von ihnen, die elfjährige Sophia Lenhardt und der zehnjährige Aaron Krapf, präsentierten sich außerdem als talentierte und selbstbewusste Büttenredner bei ihrem großen Solo-Auftritt "Kiosk im All".

Nachdem Pfarrer Stephan Eschenbacher, Diakon Manfred Griebel und Gemeindereferent Markus Fastenmeier sehr zur Freude der Zuschauer in die Rolle der Statuen der Frankenapostel in der Pfarrkirche in Haßfurt geschlüpft waren, zeigten auch die Ministranten der Pfarrgemeinde ihr komödiantisches Können bei ihrer Zeitreise. Armin Poeschl als Reisender, Thomas Werb als Bauchredner sowie Dominik und Martina Schädler, Markus Eppelein und Peter Friedrich als menschliche Organe komplettierten das bunte Programm, das auch viele sehenswerte Höhepunkt bereithielt: Die Hasengarde, die beiden Häschengarden und das Funkenmariechen Franziska Eck zeichneten sich durch schöne Garde- und Showtänze aus, die Breakdancer der Ballettschule "On Point" zeigten ihre athletischen Fähigkeiten, und das Männerballett "Die Bärbels" beeindruckte mit einer Tanzshow. Am Ende erhielten alle Akteure, die sich zum Abschied auf der Bühne versammelten, alle Trainer und Helfer langanhaltenden Applaus für ihre eindrucksvollen Leistungen.

Die mitwirkenden Gruppen

Hasengarde: Eva Mahr (Trainerin), Eva Wiener, Sabine Saar, Katharina Weid, Kathrin Griebel, Christina Czernek, Lisa Hümpfner, Nadine Prill (Trainerin), Nicole Witter und Tina Schittig.

Häschengarden: Katharina Pfennig, Marie Hahner, Lisa Kudella, Dorothee Weissenseel, Vanessa Stubenrauch, Nina Brech, Sandra Suckfüll, Shanine Brehm, Iris und Sofie Finkernagel, Vanessa Sidon, Natascha Schmidt, Julia Räder, Klara Schumacher, Franziska Reitz, Annika Büchner und Luisa Bätz. Training und Choreographie: Claudia Zösch und Lisa Kudella.

Die "Bärbels": Armin Oppelt, Dietmar Brech, Jörg Dellert, Mattias Höfler, Markus Fausten, Markus Mauer, Axel Schmid, Christian Scholz, Wolfgang Sidon, Manfred Griebel und Uli Weißenseel. Trainerin: Eva-Maria Fausten.

Musik: "Duo con Brio", Birgit und Martin Rudolph.

Die Rabbit Kids:
Sophia und Philip Lenhardt, Jule Büchner, Aaron, Elias und Pascal Krapf, Felix Grümpel und Franziska Eck. Training und Choreographie: Claudia Krapf und Martina Grümpel.

Die Rabbit Harmonists: Martin Eck, Martin Gasper, Jürgen Bätz, Markus Lenhardt und Markus Wolf.
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