Breitbrunn

Die Fans stimmten im Vorfeld über die Bands ab

Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist", zitiert Daniel Tischner eine deutsche Punkband und hofft, dass das bei seinem Festival nicht passieren wird. Zusammen mit Christoph Schlee veranstaltet der 29-jährige Altenpfleger am Samstag, 15. September, das "Heilig Länder Rock Festival", das im Gemeindezentrum von Breitbrunn stattfindet.
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Die Garage wird zur Festivalwerkstatt umfunktioniert. Daniel Tischner (links) und Christoph Schlee bereiten die Plakatwände vor, die dann in der Region verteilt werden.   Foto: Theresa Thein
Die Garage wird zur Festivalwerkstatt umfunktioniert. Daniel Tischner (links) und Christoph Schlee bereiten die Plakatwände vor, die dann in der Region verteilt werden. Foto: Theresa Thein
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Vor ein paar Jahren hat Daniel Tischner sein eigenes kleines Unternehmen namens "Heilig Länder Rock" gegründet, ist seitdem sein eigener Chef und organisiert das ganze Jahr hindurch Konzerte und Veranstaltungen in Bamberg und Umkreis. Die Idee, ein Festival im 1100-Seelen-Ort zu veranstalten, kam den beiden Musikfans 2009, als sie mir ihrer damaligen Band "Time Out" und weiteren befreundeten Musikbands ein Benefizkonzert auf die Beine stellten. "Das Benefizkonzert haben wir damals aus Spaß an der Musik veranstaltet", erinnert sich Christoph Schlee. "Das Geld, dass dabei rum kam, haben wir jeweils zur Hälfte dem Kindergarten und dem Jugendtreff gespendet."

Mittlerweile finanziert sich das Festival einzig und allein durch die Einnahmen vom Vorjahr, dem Eintrittsgeld und dem Umsatz hinter der Bar. Seit dem Start 2010 waren schon Musiker aus Deutschland, England und Schweden zu Gast und heizten den Fans ordentlich ein. Aber dieses Mal sollen lokale Bands die Festivalbesucher zum tanzen, springen und pogen bringen. "Egal ob Rock, Punk, Ska, Rock'n'Roll oder Alternative Rock, da ist sicher für jeden was dabei!", versichert der Hauptorganisator Daniel Tischner.

Doch bevor die Musikbands die Bühne rocken, muss noch eine Menge erledigt werden. Die ganzen Vorbereitungen laufen neben Studium und Arbeit und setzen viel Organisationstalent voraus.
"Die Planung für das nächste Festival beginnt eigentlich direkt nach dem letzten Festival", erklärt Daniel Tischner aus Erfahrung, "da wird dann schon wieder ein neuer Termin gesucht und das Gemeindezentrum fürs nächste Jahr gebucht."

Abstimmung über Facebook


Dieses Jahr hatten die beiden Freunde die Idee, ein Bandvoting über "Facebook" zu veranstalten. Bei diesem Votum konnten sich Bands aus ganz Franken bewerben und mussten zwei Abstimmrunden überstehen. Letztlich machte die junge Band "Chaotic Statement" aus Treuchtlingen in Mittelfranken, die in ihren Songs persönliche Lebenserfahrung verarbeiten, das Rennen.

Wenn das Line-Up steht, geht's an die Werbung: Flyer, Plakate, eine eigene Website und der Auftritt in Facebook sorgen dafür, dass die Leute vom Festival erfahren. Besonders wichtig für die Organisationstalente sind die helfenden Hände "hinter der Bühne" am Festivalabend selbst. Familie und Freunde greifen den Organisatoren unter die Arme und halten hinter Bar und Bierausschank die Stellung.

Während der Auftritte kommen die beiden Veranstalter gar nicht dazu, die Bands anzuhören. "Es will ständig jemand was von einem; Die Bands wollen wissen, wo sie ihre Sachen abstellen können und so weiter. Man kann sich nicht einfach mal hinstellen und die Musik genießen", bedauert der Student. Hektik pur also. Vor allem für Daniel Tischner wird es dieses Mal besonders stressig, denn er ist nicht nur Hauptorganisator, sondern rockt als Drummer mit seiner Band "Double U See" selbst die Bühne.

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