Laden...
Eltmann
Extra-Projekt

Die Eltmanner Realschüler sind Sprachlehrer

Bei "Groß hilft Klein" stehen die Eltmanner Realschüler den Grundschülern aus Syrien und Afghanistan als "Lernpaten" zur Seite. Und das funktioniert super.
Artikel drucken Artikel einbetten
So sieht das aus, wenn gemeinsam gelernt wird: Wirtschaftsjunioren und Schulleiterinnen (hinten von links) Manuela Küfner, Angelika Schmitt, Andrea Kastner-Thiel, Sebastian Pollach sowie Sebastian Sahlender schauten sich die Gruppenarbeit einmal näher an. Foto: Günther Geiling
So sieht das aus, wenn gemeinsam gelernt wird: Wirtschaftsjunioren und Schulleiterinnen (hinten von links) Manuela Küfner, Angelika Schmitt, Andrea Kastner-Thiel, Sebastian Pollach sowie Sebastian Sahlender schauten sich die Gruppenarbeit einmal näher an. Foto: Günther Geiling
+1 Bild
Die Schüler der Klasse 10 d der Wallburg-Realschule Eltmann helfen den Kindern von Asylbewerbern, die in die Johann-Baptist-Graser-Grundsschule gehen. Sie sitzen bei der Hausaufgaben- und Intensivierungszeit als "Lernpaten" bei den Kleinen und helfen ihnen, die deutsche Sprache zu verstehen. Diese Idee von Rektorin Angelika Schmitt von der Grundschule und von Direktorin Manuela Küfner von der Wallburg-Realschule könnte beispielgebend für andere Schulen werden.

Seit einigen Wochen widmen sich Schüler und Lehrer dem Projekt. Seit den Herbstferien ist ein Erfolg spürbar, wie die Schule informierte.


Neun Kinder aus Flüchtlingsfamilien

Wie es dazu kam? In der Grundschule Eltmann besuchen neun Buben und Mädchen aus fremsprachigen Familien den Unterricht. Da steht das Sprache-Lernen an vorderster Stelle.

Demgegenüber steht die Anforderung an die Zehntklässler, sich in einem sozialen Projekt zu bewähren. Nach ihren Abschluss-Prüfungen ist Zeit dafür. "Als diese Idee der Lernpaten geboren war, haben sich meine Schüler sofort dafür entschieden und noch dazu in einer ganz besonderen Weise. Sie wollten nicht erst nach den Prüfungen am Jahresschluss für ein paar Wochen ihr Projekt starten, sondern es jetzt schon angehen und das ganze Schuljahr durchziehen. Die gesamte Klasse 10 d mit ihren 22 Schülern war der Meinung, dass die Asylbewerber-Kinder so einen viel größeren Nutzen im Erlernen der deutschen Sprach hätten. Das war eine gute Idee, und ich bin sehr stolz auf meine Schüler", meinte Direktorin Manuela Küfner.


Spezielles Arbeitsmaterial hilft beim Sprache-Lernen

Förderlehrerin Andrea Kastner-Thiel von der Grundschule hatte jeweils eine Mappe mit Arbeitsmaterial ganz nach dem Leistungsstand der einzelnen Kinder zusammengestellt. Die Zehntklässler wurden auch in ihre Arbeit eingewiesen und erfuhren mehr über die Grundregeln zum Spracherwerb. Wichtig ist da der Wortschatz, das sprachliche Training, die Alphabetisierung sowie die Begleitung und Unterstützung bei den Hausaufgaben. Die Jugendlichen tragen Verantwortung und erhielten sogar eine Belehrung zur Verschwiegenheit.

Das Projekt läuft seit den Herbstferien und soll bis Ostern gehen. Dann heißt es für die Realschüler, sich intensiver auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Jeden Montag, Dienstag und Mittwoch kommen nun die "Lernpaten" zu den Asylkindern und üben mit ihnen eine Stunde Deutsch.


Wirtschaftsjunioren unterstützen das Projekt

Das interessierte in den letzten Tagen den Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer (IHK), Sebastian Pollach und seinen Stellvertreter Sebastian Sahlender. Sie hatten die Arbeitsmappen für die Grundschüler gesponsert. Pollach fand es ganz toll, dass jeweils einem Kind drei Paten zur Verfügung stehen; sie teilen die wöchentlich drei Tage untereinander auf und können intensiv mit den Kindern lernen. Als Anerkennung überreichte er Gutscheine für die Eishalle oder das Schwimmbad in Haßfurt. Klare Sache, dass die Lernpaten und Asylbewerberkinder diese Gutscheine bei einem gemeinsamen Nachmittag in Haßfurt einlösen.

Rektorin Angelika Schmitt erklärte, wie einmalig der Eltmanner Weg ist, denn einen Unterricht in dieser Konzentration gibt es an anderen Schulen nicht. "Jeden Tag eine Stunde ganz gezielt Deutsch lernen, bringt für die Kinder unheimlich viel, und sie lernen ohne Zweifel die deutsche Sprache viel schneller."

Den "Lernpaten" war ist Stolz schon anzumerken. Laura etwa fand, "die lernen wirklich schnell und freuen sich auch richtig, wenn wir kommen". Hannah ergänzte, "die sind alle sehr herzlich und nehmen uns ganz besonders auf. Sie sind kaum schüchtern, und das macht großen Spaß". Vivian berührte die Haltung der Kleinen: "Sie sind dazu uns gegenüber richtig dankbar".
Manche Flüchtlingskinder sind schon etwas länger da und können sich schon teilweise verständigen. Das überraschte Lena: "Sie versuchen sogar schon, mit uns zu reden und uns Geschichten zu erzählen". Unterm Strich waren alle "Lernpaten" von ihrer Arbeit begeistert.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren